PetdoctorsWissen: Die häufigsten Kaninchenkrankheiten [04|22]

Übersicht Erkrankungen, Verdauung, Parasiten, Infektionen, innere Organe, Bewegungsapparat - Petdoctors.at  [04|04|22]
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Übersicht Erkrankungen, Verdauung, Parasiten, Infektionen, innere Organe, Bewegungsapparat - News [04|04|22]

PetdoctorsTipp: Früherkennung von Krankheiten zählt auch bei Kaninchen. Leider sind sie Meister in der Tarnung ihrer Schmerzen. Umso wichtiger ist es, sie genau zu beobachten. Tipps worauf Sie achten sollten gibt es hier auf Petdoctors:

Ohren:

  • Ohrenentzündung: oft bleibt diese Erkrankung unentdeckt, da die Kaninchen keine  Symptome zeigen.  In vielen Fällen gibt es keine typischen Anzeichen, wie häufiges, intensives Kratzen an den Ohren, Kopfschütteln bzw. Kopfschiefhaltung oder einseitig ein hochgezognener Mundwinkel. Manche Kaninchen zeigen nur eine allgemeine  Verhaltensänderung: sind ruhiger oder agressiver. Oft ist ein Ohr durch die Entzündung wärmer als das andere. Besonders häufig betroffen sind  Widder- und Zwerg-Kaninchen.

Augen:

  • Augenausfluss: Kann verschiedene Ursachen haben, wird aber oft durch einen entzündeten Tränenkanal verursacht.
  • Bindehautentzündung: Entzündliche Erkrankung der Bindehaut des Auges, die zu Schwellung und Rötung der Lidbindehäute führt.

Zähne:

Kaninchen leiden häufig unter Zahnproblemen: Häufig sind Zahnfehlstellungen, Zahnbrücken oder Kieferknochenerkrankungen Ursache für:Futterverweigerung, Mundgeruch aber auch Augenabszesse oder Hautentzündungen. 

Mehr zum Thema Zahnerkrankunegen hier weiterlesen.

Atemwege:

  • Lungenentzündung: Entzündung der Lunge, die verschiedene Ursachen haben kann und eine ernste Erkrankung darstellt.
  • Rhinitis contagiosa cuniculi:  Der ansteckende Kaninchenschnupfen ist eine Bestandskrankheit, die durch verschiedene Erreger verursacht wird. Achtung: Kaninchenschnupfen begünstigt auch eine Ohren- oder Lungenentzündung.

Verdauungstrakt:

  • Blähungen: Ansammlungen von Gasen im Verdauungstrakt, welche nur schwer ausgeschieden werden können. NOTFALL sofort zur Tierärzt:in
  • Durchfall: Breiiger oder flüssiger Kot, wodurch das Kaninchen Flüssigkeit verliert. Hält der Durchfall länger an, handelt es sich um einen NOTFALL 
  • Megacolon: Stark erweiterter Dickdarm am Übergang zum Dünndarm.
  • Rabbit Epizootic Enteropathie: sehr ansteckende Schleimhautentzündung des Enddarms
  • Verstopfung: Keine oder sehr verminderte Kotausscheidung. Wenn die Verstopfung über längere Zeit anhält, handelt es sich um einen NOTFALL

Urogenitaltrakt:

  • Blasenentzündung: Sie treten beim Weibchen häufiger als beim Männchen auf und können verschiedene Ursachen haben.
  • Blasensteine: Bildung und Ablagerung von Harnkristallen in Niere und Harnwegen.
  • Gebärmuttervereiterung: Lebensgefährliche Entzündung der Gebärmutter, ausgelöst durch Bakterien oder Hormon-Störungen. NOTFALL
  • Nierenerkrankungen: Kaninchen leiden häufiger an chronischen als akuten Nierenerkrankungen.

Herz- Kreislaufsystem:

  • Herzerkrankungen: bleiben bei Kaninchen häufig unentdeckt. 
  • Schlaganfall: Ursache und Ausgelöser eines Schlaganfalls ist ein Thrombus, [Blutgerinnung]. Dieses gelangt über das Blutgefäßsystem in das Gehirn und verschließt dort Gefäße. Lähmungserscheinungen sind die häufigste Folge.

Haut:

  • Abszess: Abgekapselte Ansammlung von Eiter entstanden durch entzündliche Prozesse.
  • Hautpilz: Ansteckende Hauterkrankung, bei der sich gewisse Pilzarten sowohl auf der Haut als auch im Fell ansiedeln.
  • Kinndrüsen-Entzündung:  Entzündung der Duftdrüsen an der Unterseite des Kinns.
  • Nekrotisierende Dermatitis: Fortschreitende Hautentzündung, die sich auch in die inneren Organe, hier vor allem die Leber, ausbreiten kann.
  • Sebadenitis:: Autoimmunerkrankung, bei der die Talgdrüsen der Haut durch eine Entzündung zerstört werden.
  • Sohlengeschwür: Schmerzhafte Entzündungen der Fußballen, die bis ins Knochengewebe vordringen können.
  • Tumore: Umfangsvermehrungen, wobei hier sehr gehäuft ein Thymom  und Lymphome vorkommen.

Bewegungsapparat:

  • Arthritis & Arthrose: Hierbei handelt es sich um Gelenkentzündungen und andere Veränderungen des Gelenks.
  • Knochenbrüche: Für das Tier sehr schmerzhaft und erfordert schnellstmögliche Behandlung.
  • Nachhandlähmung: Die Ursachen sind vielfältig. Beim Versuch sich fortzubewegen, zieht sich das Kaninchen nur mit den Vorderbeinen nach vorne. Die Hinterläufe sind oft wund durch Wundsitzen (Dekubitus).

Parasiten:

  • Ektoparasiten: Parasitär Lebende Organismen, die auf den äußeren Oberflächen des Wirtstieres leben.

o   Flöhe
o   Haarlinge
o   Läuse
o   Milben
o   Zecken

  • Würmer: Parasiten, die sich vor allem von Nahrungsbestandteilen im Magen-Darm-Trakt ernähren.

o   Anaplocephaliden
o   Graphidium strigosum
o   Passalurus ambiguus
o   Trichostrongylus retortaeformis

Infektionskrankheiten:

  • Bordetella-Infektion: Bakteriell bedingte Atemwegserkrankung, die sich in einem typischen Kaninchenschnupfen äußert.
  • Chinaseuche: Viruserkrankung, die bei den meisten ungeimpften Tieren zum Tod führt.
  • Clostridien-Infektion: Bakterielle Infektion, die den Magen-Darm-Trakt betrifft.
  • Enterocolitis: (https://www.petdoctors.at/kleintier/krankheit-symptom/enterokolitis-der-kaninchen-ist-ansteckend-fuer-artgenossen): Schleimhautentzündung des Enddarms, die ansteckend ist.
  • Kaninchensyphillis: Bakterielle Infektion der Schleimhäute, welche anfangs für gewöhnlich im Genitalbereich bemerkbar wird.
  • Kokzidiose: Sehr häufig vorkommende, parasitäre Erkrankung, die den Darmtrakt schädigt.
  • Myxomatose:  Ansteckende Erkrankung durch Viren, die durch Insekten übertragen werden.
  • Pasteurellose: Bakteriell bedingte Infektionskrankheit, welche für andere Kaninchen ansteckend ist.
  • RHD2: Eine neuere Variante der Chinaseuche, die stärkere Organschäden im Kaninchen verursacht als die Ursprungsvariante.
  • Rodentiose: Unter dem Namen Kaninchenpest bekannte bakterielle Infektion, die vor allem beim Wildkaninchen häufiger vorkommt.
  • Toxoplasmose: Ausgelöst durch Parasiten, die sich in verschiedenen Organen ansiedeln und tödlich verlaufen kann.

Andere Erkrankungen:

  • Diabetes mellitus: Kaninchen können wie alle Säugetiere an Diabetes mellitus erkranken. Je früher die Diagnose gestellt wird, desto besser die Chancen.
  • Hepatolipidose: Fettleber betrifft 50% aller Kaninchen. Meistens wird die Fettleber durch falsche Ernährung verursacht.
  • Megacolon-Syndrom: reinerbige Schecken (Chaplins) sind fast immer von dieser schweren Erkrankung des Verdauungssystems betroffen. 
  • Lymphome: Beim multizentrischen Lymphom wachsen die Tumoren im Thymus, in der Leber, den Nieren, der Milz und den Lymphknoten.
  • Sterngucker-KrankheitNeurologische Krankheit, die durch Mikrosporidien verursacht wird.
  • Tumore: Kaninchen können unter gutartigen und bösartigen Tumoren leiden. Einer der häufigsten Tumore im Brustkorb ist das Thymom, eine Veränderung des Thymus.