Die Nagerpest: Rodentiose bei Wild- und Heimkaninchen

Eine Übertragung der auch als Pseudotuberkulose bezeichneten Erkrankung auf den Menschen ist möglich.
(c) Photo: Christoph Sauer auf Pixabay

Teilen

Pseudotuberkulose, Wildkaninchen, bakterielle Erkrankung - news 02/02/21

  • Häufige bakterielle Erkrankung bei Wildkaninchen
  • Seltener vorkommend bei Heimkaninchen
  • Auch andere Säugetiere und Vögel können erkranken
  • Krankheit ist auf den Menschen übertragbar.

Die Rodentiose wird auch als Nagerpest oder Pseudotuberkulose bezeichnet. Die Erkrankung kommt vor allem bei Wildkaninchen, seltener bei Heimkaninchen vor. Eine Übertragung auf den Menschen ist möglich.

1. Ursache

Yersinia pseudotuberculosis wird durch direkten Kontakt von Kaninchen zu Kaninchen übertragen.

  1. Keime gelangen über Verletzungen der Darmwand in das Blutgefäßsystem.
  2. Sie vermehren sich und verursachen eine Sepsis.
  3. Die Bakterien werden mit dem Harn und dem Kot ausgeschieden.
  4. Die Infektion erfolgt über mit den Erregern verschmutztes Futter und Wasser. 
  5. Yersinia pseudotuberculosis ist resistent gegenüber Umwelteinflüssen.
  6. Die Bakterien können mehrere Monate lang im Boden überleben.

2. Symptome

  • Schwellung der Milz
  • Fieber
  • Mattigkeit
  • Inappetenz
  • Durchfall
  • Atemnot
  • Entzündung der inneren Organe
  • Zerstörung des Organgewebes durch Nekrosen (abgestorbenes Gewebe)
  • Abszesse in den Organen
  • Abmagerung
  • Tod

3. Diagnose

  • Klinische Untersuchung: nur unspezifische Symptome
  • Ultraschall: Nekroseherde in Niere, Milz und Leber
  • Kotuntersuchung: die Yersinien (gramnegative Bakterien) können in der Kotprobe nachgewiesen werden.

4. Therapie

Da die Rodentiose oft spät diagnostiziert wird, sind die Chancen auf eine Heilung schlecht. Das Kaninchen erhält über einen langen Zeitraum Antibiotika, um die Bakterien abzutöten. Yersinien, die sich in den Organen abgekapselt haben, werden von den Antibiotika nicht angegriffen.

5. Prognose

Die Prognose ist durch die Schädigung der Organe schlecht. Da eine Übertragung auf den Menschen leicht möglich ist, sollte eine Behandlung des Kaninchens nur mit Vorsicht erfolgen.

6. Wie Sie vorbeugen können:

Eine Impfung ist nur für Vögel und Zootiere vorgesehen. In Deutschland und Österreich gibt es keinen für Kaninchen zugelassenen Impfstoff.

  • Vermeiden Sie den Kontakt mit Wildkaninchen
  • Reinigen und desinfizieren Sie den Stall und alle Gegenstände regelmäßig
  • Sauberes Futter
  • Sauberes Wasser
  • Abdeckung, um das Freigehege vor dem Kot von Wildvögeln zu schützen
  • Kranke Kaninchen müssen sofort isoliert werden.
  • Achten Sie darauf, dass Ratten und Mäusen nicht in den Stall kommen, damit diese nicht mit dem Futter Ihrer kaninchen in Kontakt kommen können.

7. Muss das erkrankte Kaninchen von einem Tierarzt behandelt werden?

Besteht der Verdacht auf eine Rodentiose, muss das erkrankte Tier sofort von einem Tierarzt behandelt werden. Eine Heilung ist nur möglich, wenn an den Organen noch keine schweren Schäden entstanden sind.

8. Mehr über die Natur der intelligenten Nagetiere: