Wird der Wurmbefall nicht behandelt, kann dies schwerwiegende Folgen haben.

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Die 11 häufigsten Wurmarten bei Hunden: mit Endoparasiten ist nicht zu spaßen

Würmer/Endoparasiten/Ansteckung/Symptome - Update am 20. November 2020

  • Hunde sind ständig in Gefahr, sich durch Schnüffeln in der Umgebung oder Flohbefall mit Würmern zu infizieren.
  • Wird der Wurmbefall nicht behandelt, kann dies schwerwiegende Folgen haben. 
  • Würmer sind Endoparasiten, die im Darm oder anderen Organen leben.
  • Sie entziehen dem Wirtstier Nährstoffe und verursachen verschiedene Krankheiten.

1. Wie die Ansteckung mit Endoparasiten erfolgt:

  • Über Futter: mit Kot verunreinigtes Futter oder Wasser kann Wurmeier oder Larven enthalten
  • Durch Schnüffeln: durch Schnuppern am eingetrockneten Kot anderer infizierter Hunde gelangen Wurmeier in den Magen-Darmtrakt
  • Durch Flöhe: Flöhe sind Zwischenwirte für Bandwürmer. Wird ein Floh zerbissen, gelangt die Wurmlarve in den Magen- Darmtrakt
  • Beim Saugakt: Hat die Mutterhündin Wurmeier geschluckt, machen die sich daraus entwickelnden Larven eine Körperwanderung durch. Erreichen sie die Gebärmutter, werden die Welpen bereits vor der Geburt infiziert. Mit dem Blut werden die Wurmlarven in die Milchdrüsen der Mutterhündin verschleppt und mit der Milch an die Welpen weitergegeben.
  • Über die Haut: Larven von Hakenwürmern können sich durch die Haut des Hundes bohren
  • Durch Mücken: Stechmücken aus feuchten, warmen Klimazonen übertragen beim Stich Herzwurmlarven. Diese Mücken sind auch im südlichen Mitteleuropa heimisch.

2. Die 11 häufigsten Wurmarten:

Spulwürmer- Toxocara canis:

Die widerstandsfähigen Eier können im Boden von Hundezonen und Parks viele Monate überleben. Pro Tag werden von einem Spulwurm bis zu 200 000 Eier abgesondert, in denen sich innerhalb von 8 Tagen Larven entwickeln.

Durch Schnüffeln werden die Eier aufgenommen, die Larven schlüpfen, durchbohren die Darmwand und wandern über das Blut in die inneren Organe. Sterben die Larven während der Körperwanderung ab, verkalken sie und verursachen Gewebenekrosen.

Larven, die in die Lunge gewandert sind, werden ausgehustet und abgeschluckt. Im Dünndarm entwickeln sich erwachsene Würmer, die wieder Eier produzieren.

Werden Nager mit den Wurmeiern infiziert, verkapseln sich die Larven in Muskulatur und Organen. Sobald ihr Hund den Nager frisst, werden die Larven wieder aktiv.
Spulwürmer können durch ungewaschenes Gemüse oder Gartenarbeit auf Menschen übertragen werden. Meistens verlaufen die Infektion mild und sind gut behandelbar. Wandern die Larven in die Augen, kann ein Verlust des Sehvermögens die Folge sein.

Dreigliedriger Hundebandwurm- Echinococcus granulosus:

Der Parasit ist vorwiegend im Mittelmeerraum anzutreffen. Die Eier werden mit dem Kot von Schafen und Pferden auf Pflanzen übertragen. Im Zwischenwirt wandert die Larve in Leber und Lunge und kapselt sich ein. Die Finnen sind nach 5 – 6 Monaten infektiös.

Frisst der Hund rohe Schlachtabfälle, entwickeln sich im Darm Bandwürmer, die einige Millimeter groß sind. Bereits nach einigen Wochen sind die Bandwürmer ausgewachsen und sondern Glieder mit Eipaketen ab.

Echinococcus ist auch für Menschen infektiös. In Leber, Lunge und anderen Organen entwickeln sich Finnen, die operativ entfernt werden müssen.

Kleiner Fuchsbandwurm- Echinococcus multilocularis:

Die Infektion erfolgt über Beutetiere.  Die Larven wandern in die Leber und bilden Finnen, die das umliegende Gewebe zerstören. Im Darm verursachen diese Bandwürmer keine Krankheitserscheinungen.

Gurkenkernbandwurm- Dipylidium caninum:

Werden Flöhe zerbissen, gelangen die infektiösen Bandwurmlarven in den Darm und entwickeln sich dort zu 13 cm langen Würmern. Die erwachsenen Würmer scheiden wieder Glieder mit Eipaketen aus, die von Flohwurmlarven aufgenommen werden. Der Gurkenkernbandwurm ist der am häufigsten vorkommende Bandwurm bei Hunden.

Fischfinnenbandwurm- Diphyllobotrium latum:

Über infizierten Kot gelangen die Bandwurmeier in stehende Gewässer. Die Larven werden von Ruderfußkrebsen gefressen. Wird ein infizierter Krebs von einem Fisch erbeutet, durchbohren die Larven die Darmwand und wandern in die Muskulatur. Wird ein Hund mit rohem Fisch gefüttert, entwickeln sich in seinem Darm bis zu 20 Meter lange Bandwürmer.

Hakenwürmer- Ancylostoma caninum

Die Larven entwickeln sich in den ausgeschiedenen Eiern bei genügend Luftfeuchtigkeit. Die letzte Häutung findet im Dünndarm des Hundes statt. Einige Larven bohren sich über die Schweißdrüsen in die Haut und wandern über Blut- und Lymphgefäße in Lunge und Herz.

Hochgehustete Larven werden wieder geschluckt und entwickeln sich im Darm des Hundes zu geschlechtsreifen Würmern. In Muskulatur und Fettgewebe verkapselte Larven sind jahrelang inaktiv.

Peitschenwürmeer- Trichuris vulpis:

Peitschenwürmer parasitieren vor allem im Dickdarm des Hundes und verursachen Schleimhautreizungen.

Herzwürmer- Dirofilaria immitis:

Die Larven werden durch Stechmücken übertragen. Über Haut und Muskulatur wandern die Larven in die Blutgefäße. Nach 2 – 3 Monaten sind die großen Gefäße und die rechte Herzhälfte von Würmern besiedelt. Weibliche Würmer scheiden erneut Larven aus, die von Mücken beim Saugen von Blut aufgenommen werden.

Lungenwürmer- Angiostrongylos vasorum, Crenosoma vulpis:

Mit dem Kot ausgeschiedene Larven durchlaufen die weitere Entwicklung in Schnecken. Wird eine infizierte Schnecke von einem Hund gefressen, durchbohren die Larven die Darmwand und wandern in Leber und Lunge. In den Gefäßen der Lunge werden wieder Eier abgelegt, aus denen erneut Larven schlüpfen. Abgeschluckte Larven werden unverändert mit dem Kot ausgeschieden.

Speiseröhrenwürmer- Spirocerca lupi:

Die Larven wandern in die Aorta und verursachen eine Schädigung der Gefäßwand. Es bilden sich Aneurysmen. Erwachsene Würmer können sich im Darm zu Wurmknoten zusammenballen, die operativ entfernt werden müssen.

Fadenwürmer- Dirofilaria repens:

Die Übertragung erfolgt durch Mücken.  Die Larven entwickeln sich in der Unterhaut. Erwachsene Würmer können die gesamte Haut unterwandern.

3. Diagnose:

Eier und Larven werden über Kotproben nachgewiesen. Herz- und Lungenwürmer werden auf Röntgenbildern dargestellt. Die Mikrofilarien von Herzwürmern können auch direkt im Blut nachgewiesen werden.

4. Symptome:

  • Der Bauch des Hundes ist gebläht, chronischer Durchfall tritt auf. Teilweise ist im Kot Blut erkennbar. Durch den Nährstoffentzug verliert der Hund Gewicht und wird anämisch. Ihr Hund rutscht über den Boden, um den Juckreiz am After zu mildern.
  • Besteht ein hochgradiger Wurmbefall, kann ein Darmverschluss die Folge sein.
  • Lungenwürmer verursachen Atemnot und Husten. Der Hund wird schnell müde und bewegt sich nicht gerne.
  • Herzwürmer beeinträchtigen die Pumpleistung des Herzens. Die Schleimhäute sind bläulich verfärbt, die Atmung ist beschleunigt.

5. Therapie:

Breitband Anthelminthika können als Spot- on oder in Form von Tabletten und Injektionen verabreicht werden. Laut Empfehlung der Tierärztekammer sollte ein Hund alle 3 Monate entwurmt werden, um eine hohe Wahrscheinlichkeit zu erzielen, dass das Tier wurmfrei ist.

Entwurmungsschema:

Welpen: eine Entwurmung wird im Alter von 2, 4, 6 und 8 Wochen durchgeführt. Anschließend monatlich, bis der Hund 6 Monate alt ist.

Die Präparate wirken nicht vorbeugend, sie bekämpfen nur einen bereits bestehenden Wurmbefall.
Als Alternative für die regelmäßige Entwurmung können Kotuntersuchungen durchgeführt werden.

Homöopathie:

Calcium carbonicum D200 unterstützt die Wirkung des Wurmmittels.

Abronatum D3: gegen Spulwürmer einmal täglich 1 Woche lang

Cina D4: eine Woche lang bei Bandwurmbefall

Behandlung mit Kräutern:

Wermut, Petersilie und Thymian helfen, unter das Futter gemischt, das Risiko eines Wurmbefalls zu verringern. (Mehr über Therapiemöglichkeiten mit Kräutern: Phytotherapie) Geriebene Karotten oder Kokosflocken erzeugen ein Darmmilieu, in dem sich Würmer nicht ansiedeln können.

6. Vorbeugung

Vermeiden sie die Fütterung von rohen Schlachtabfällen. Tragen sie prophylaktisch einen Flohschutz auf. Verhindern sie, dass ihr Hund den Kot anderer Tiere frisst. Benutzen sie in Risikogebieten Protector- Halsbänder, die Mücken abwehren.

7. Warum ein Wurmbefall unbedingt behandelt werden sollte:

Durch den andauernden Nährstoffverlust wird der Hund geschwächt. Es können Organschäden entstehen. Für Welpen kann unbehandelter Wurmbefall tödlich enden, da die Würmer die Darmwand verletzen und eine Entzündung des Bauchfells verursachen. Lungenwürmer schädigen die großen Gefäße. Platzen die Aneurysmen, verblutet der Hund.

Sind Würmer in großer Anzahl im Körper vorhanden, können gesundheitliche Folgen auftreten. Verstopfung und Durchfall wechseln sich ab. Der Hund magert ab.

Die meisten Wurmarten sind auch auf den Menschen übertragbar.