Schmerztherapie bei Meerschweinchen und Kaninchen: Möglichkeiten & Eingabe [06|21]

Ein Beschwerdefreies Leben trotz Schmerzen für Meerschweinchen und Kaninchen
(c) Photo: Pezibaer auf Pixabay

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Therapie, Schmerzen, Periphere und zentrale Schmerzbekämpfung - News [28|06|21]

  • Schmerzen fühlt jedes Tier 
  • Meerschweinchen und Kaninchen zeigen Schmerz erst sehr spät. Erst dann, wenn diese bereits extrem sind 
  • Schmerzen müssen umgehend behandelt werden
  • Wie bei uns Menschen beeinträchtigen Schmerzen die Lebensqualität massiv
  • Kann die Ursache für die Schmerzen nicht beseitigt werden, müssen diese so weit gelindert werden, dass Ihr Tier möglichst ohne Beschwerden leben kann.

1. Wie Schmerzen bei Meerschweinchen und Kaninchen bekämpft werden können:

  • Periphär
  • Zentral

1.1  Die periphere Schmerzbekämpfung

Die Ausschüttung von chemischen Botenstoffen, die für eine Aktivierung der Schmerzrezeptoren sorgen, wird durch die Medikamente blockiert.

Dazu zählen:

  • Nichtsteroidale Antiphlogistika
  • Novalgin
  • Meloxikam

1.2  Die zentrale Schmerzbekämpfung

Die Verarbeitung der Schmerzsignale im zentralen Nervensystem wird beeinflusst.

  • Opioide

2. Gibt es eigene Schmerzmedikamente für Meerschweinchen und Kaninchen?

Die meisten Medikamente, mit denen Kaninchen und Meerschweinchen behandelt werden, sind eigentlich für andere Tierarten entwickelt worden, da für die Pharmaindustrie die Nische „Nager und andere Kleintiere“ nicht lukrativ genug ist.

3. Die Dosierung:

  • Meerschweinchen und Kaninchen sind im Verhältnis zu anderen Tieren eher klein und leicht. Es ist daher häufig schwierig, die Dosierung der Medikamente auf das Gewicht der Nager umzurechnen.
  • Dazu kommt noch der Umstand, dass die Medikamente von den Meerschweinchen und Kaninchen anders abgebaut werden als von Hunden und Katzen.
  • Oft benötigen Meerschweinchen bei Schmerzmitteln eine wesentlich höhere Dosierung als Katzen.
  • Daher kann es auch passieren, dass ein 1000 Gramm schweres Meerschweinchen eine gleich hohe Medikamentendosis benötigt wie eine Katze mit drei Kilogramm Körpergewicht.

Um die Eingabe zu erleichtern, sollte die Dosierung auch nicht in Anzahl der Tropfen, sondern in Milliliter umgerechnet werden. Kleine Einmalspritzen mit einem Volumen von einem Milliliter erleichtern die Eingabe der Medikamente.

4. Die Eingabe:

  • Oral
  • Lokal

4.1 Was bei der oralen Eingabe beachtet werden muss:

  • Guter Geschmack des Medikaments: Achtung bei Medikamenten, die Zucker zur Geschmacksverbesserung enthalten. Meerschweinchen vertragen Zucker nur sehr schlecht und können Verdauungsprobleme bekommen
  • Neutraler Geschmack: Die Medikamente können mit einer Spritze oder über die Nahrung eingegeben werden. Es muss aber unbedingt darauf geachtet werden, dass die Kaninchen und die Meerschweinchen die gesamte Dosis der Medikamente fressen und sich nicht auch andere Artgenossen über das spezielle Futter hermachen
  • Unschmatzige Medikamente: Diese Medikamente entsprechen nicht den Geschmacksvorlieben von Kaninchen und Meerschweinchen. Diese Medikamente können oft nur mit geruchs- und geschmacksintensivem Futter in die Nager geschmuggelt werden. Als Hilfsfutter kann zum Beispiel Basilikum verwendet werden.
  • Verabreichung mit Hilfe einer Spritze: Bei der Eingabe werden die Nager festgehalten. Die Spritze wird zwischen den Nagezähnen und den Backenzähnen zwischen die Lippen des Tieres geführt und das Medikament eingegeben. Achtung: Legen Sie Kaninchen und Meerschweinchen bei der Eingabe von Medikamenten nie auf den Rücken. Das Medikament könnte in die Lunge gelangen und eine tödliche Lungenentzündung verursachen. 
  • Bei langsamem Abdrücken der Spritze können die Nager ohne Probleme einen Milliliter des Medikaments auf einmal aufnehmen. 
  • Eingabe von Tablette, die nicht aufgelöst werden können: Wickeln Sie die Tabletten in ein Blatt Petersilie oder Basilikum und stopfen Sie dieses weit nach hinten in den Mund des Tieres. Die Kräuterpäckchen werden dann einfach geschluckt.

4.2 Was bei der lokalen Anwendung von Medikamenten beachtet werden muss:

Cremes und Salben werden direkt auf die Haut aufgetragen. Dazu muss meistens ein Teil des Fells rasiert werden. Ein Scheiteln der Haare ist oft nicht ausreichend.

5. Langfristige Schmerztherapie:

Die meisten Schmerzmedikamente können über einen langen Zeitraum eingegeben werden. Lassen Sie sich von Ihrer Tierärztin, Ihrem Tierarzt beraten, welches Medikament für Ihr Kaninchen oder Meerschweinchen am besten geeignet ist.

6. Wie Kaninchen und Meerschweinchen Schmerzen zeigen: