Chinaseuche bei Kaninchen : Rabbit Haemorrhagic Disease - RHD [05|22]

RHD, RHDV2, Viruserkrankung, blutiger Nasenausfluss, blutiger Kot, blutiger Harn, Impfung - Petdoctors [13|05|22]
(c) Photo: sueden auf Pixabay
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RHD, RHDV2, Viruserkrankung, blutiger Nasenausfluss, blutiger Kot, blutiger Harn, Impfung - News [13|05|22]

RHD verläuft schnell tödlich. RHD wird durch ein Calicivirus verursacht, das aus China nach Europa eingeschleppt wurde. Seit einigen Jahren tritt in Frankreich und anderen europäischen Ländern auch eine weitere Variante RHD2 auf.

Ohne Wirt kann das Virus bis zu sieben Monate überleben. Da es gegen Außentemperaturen unempfindlich ist, können sich Kaninchen das ganze Jahr über anstecken.

1. Wir die Ansteckung erfolgt:

Betroffen sind vor allem Wildkaninchen und Zuchtkaninchen. Aber auch Hauskaninchen können sich mit RHD infizieren. Jungtiere erkranken häufiger. Überleben Kaninchen die Chinaseuche, sind sie Dauerausscheider und können das Virus an andere Tiere weitergeben.

  • Das Virus wird durch Kontakt von Tier zu Tier übertragen.
  • Eine Ansteckung ist aber auch über Fliegen, Mücken oder Parasiten (Flöhe) möglich.
  • Das Calicivirus kann auch durch verseuchte Gegenstände, kontaminiertes Heu oder Gemüse aus dem Supermarkt übertragen werden. 
  • Der Ausbruch der Erkrankung erfolgt drei Tage nach der Infektion,
  • nach drei Wochen sterben die meisten Kaninchen.

2. Symptom von RHD:

Meistens sterben die Kaninchen, bevor erste, sichtbare Symptome auftreten. Das Virus verursacht eine Entzündung der Leber und ein Absterben von Lebergewebe.

  1. Blutiger Nasenausfluss, blutiger Harn und Kot, Fieber können auftreten.
  2. Durch Schädigung der Leber wird Gallenfarbstoff in das Gewebe eingelagert, Haut und Schleimhäute sind gelb gefärbt.
  3. Junge Kaninchen mit 8 - 10 Wochen erkranken nicht sichtbar an RHD. Sie bleiben aber Dauerausscheider.
  4. RHDV2 verursacht auch bei Jungkaninchen und Feldhasen Erkrankungen mit tödlichem Verlauf.

3. Diagnose & Therapie:

Durch den raschen Verlauf kann eine Diagnose oft erst nach dem Tod des Kaninchens gestellt werden. Eine symptomatische Therapie zur Unterstützung des Kreislaufs durch Infusionen mit Elektrolyten wird durchgeführt. Erkrankte Kaninchen müssen getrennt werden, eine Desinfektion des Käfigs ist erforderlich. Einstreu, Futter und Heu müssen gewechselt werden.

4. Welche Desinfektionsmittel wirken:

  • Für die Desinfektion müssen Desinfektionsmittel verwendet werden, die auch Viren abtöten. Normale, im Handel erhältliche Desinfektionsmittel, sind dazu nicht geeignet.
  • Geeignet sind zum Beispiel: Aniplus Top Desinfektion 3%, Halamid 3%, Rhodasept 2%, Intercid 1%. 
  • Reinigen Sie die zu desinfizierenden Flächen und Gegenstände zuerst und tragen Sie dann das Desinfektionsmittel auf. Achten sie auf die von Hersteller angegeben Einwirkzeit. 
  • Holzhäuschen oder Holzspielzeug sollten komplett entsorgt werden. 
  • Muss ein erkranktes Kaninchen gepflegt werden, kann eine Handdesinfektion mit Sterilium erfolgen.

5. Wie Sie vorbeugen können:

  1. Ist die Erkrankung erst einmal ausgebrochen, ist es nicht möglich, das Virus zu bekämpfen. Ungeimpfte Kaninchen sterben innerhalb weniger Wochen.
  2. Vermeiden Sie Insektenstiche durch Anbringung von Fenstergittern.
  3. Lassen Sie keinen Kontakt mit Wildkaninchen zu.
  4. Lagern Sie Grünfutter so, dass es durch Wildkaninchen nicht kontaminiert werden kann.
  5. Begraben Sie verstorbene Kaninchen nicht im Garten, das Virus überlebt viele Monate und kann andere Kaninchen infizieren.
  6. Nehmen Sie trotz Desinfektion mindestens acht Wochen keine neuen Kaninchen auf.

Impfung:

Das Kaninchen sollte bereits in jungem Alter geimpft werden. Die Impfung muss bei einer Grundimmunisierung nach drei Wochen wiederholt werden. Zirka eine Woche nach der Impfung ist ein Impfschutz vorhanden.
Alle sechs Monate muss die Impfung aufgefrischt werden.

6. Was tun, wenn ein Kaninchen erkrankt ist?

  • Bei Erkrankung: meistens stirbt das Kaninchen vor dem Auftreten der ersten Symptome.
  • Bei Krankheitsverdacht: Sie sollten jedenfalls eine Tiertärzt:in aufsuchen, damit die Krankheitserscheinungen gelindert werden können und andere Kaninchen nicht angesteckt werden.
  • RHD ist eine hochansteckende Viruserkrankung bei Kaninchen: Der beste Schutz ist eine rechtzeitige und regelmäßige Impfung. Lassen sie sich in Bezug auf einen Impfschutz von ihrer Tierärzt:in beraten.

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