Die Kaninchenpest wurde durch die künstliche Freisetzung eines Virus verursacht.
(c) Photo: David Mark auf Pixabay

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Myxomatose befällt Wild- und Heimkaninchen. Andere Nager erkranken nicht daran.

Pockenviren/Stechmücken/Flöhe/Futter/Impfung - News am 18. Oktober 2020

  • Die Kaninchenpest wurde durch die künstliche Freisetzung eines Pockenvirus durch den Menschen in Europa verbreitet.
  • In seltenen Ausnahmen können auch Feldhasen erkranken.
  • Auch andere Nagetiere und Meerschweinchen können sich mit dem Virus infizieren, erkranken aber nicht.
  • Das Virus kann viele Monate in der Umgebung überleben.

Die Myxomatose ist bei Wildkaninchen in Europa weit verbreitet. Auch bei als Heimtieren gehaltenen Kaninchen kann die Viruserkrankung auftreten.

1952 wurde das Virus auch in Frankreich freigesetzt, um die Bestände der wilden Kaninchen zu reduzieren. Es verbreitete sich von dort aus in Europa. In Deutschland trat der erste Fall 1953 auf. Durch den künstlichen Eingriff des Menschen in die Natur war es dem Virus möglich, sich besonders schnell zu verbreiten.

1. Symptome der Erkrankung

  • Die Augenlider sind entzündet, gerötet und geschwollen
  • Die Augen können kaum geöffnet werden
  • Augenausfluss
  • Teigartige Schwellungen an Ohren, Nase, Mund und Pfoten
  • Hautknoten, die aufbrechen und unter Narbenbildung abheilen
  • Der After ist geschwollen
  • Die Hoden sind entzündet
  • Apathie
  • Atemnot
  • Schluckbeschwerden
  • Futter- und Wasseraufnahme ist verringert
  • Wandern Bakterien ein, bilden sich Abszesse

Meistens treten die Symptome von Juni bis August auf. Obwohl eine Spontanheilung möglich ist, verläuft die Erkrankung meistens tödlich.

2. Ursache der Kaninchenpest

Die Ursache der Myxomatose ist ein Pockenvirus, Leporipoxvirus myxomatosis. 

Die Übertragung erfolgt durch:

  • Direkten Kontakt von Kaninchen zu Kaninchen
  • Stechmücken
  • Kaninchenflöhe
  • Verunreinigtes Futter

Folgende Faktoren begünstigen eine Infektion:

  • Ausstellungen
  • Enge Käfige
  • Reisen
  • Mit dem Virus verunreinigtes Grünfutter
  • Kontakt mit kranken Kaninchen
  • Durch fehlende Impfungen kann sich das Virus schneller verbreiten
  • Durch die Impfung kann selten eine leichte Myxomatose verursacht werden

3. Diagnose

Die klinischen Symptome, vor allem die Schwellungen im Kopfbereich, sind typisch für die Myxomatose. Durch einen Abstrich und eine Blutuntersuchung werden andere Erkrankungen ausgeschlossen. Bei der Untersuchung wird auch immer kontrolliert, ob das Kaninchen einen Impfschutz besitzt.

4. Therapie

Eine Behandlung kann nur symptomatisch erfolgen.

  • Bei zusätzlichen bakteriellen Infektionen erhält das Kaninchen Antibiotika.
  • Paramunitätsinducer fördern die Aktivität des Immunsystems.
  • Ist das Kaninchen stark geschwächt, erhält es Infusionen und muss zwangsernährt werden.
  • Echinacea, Propolis und Zistrosentee regen das Immunsystem an.
  • Kokosöl
  • Kolloidales Silber
  • Ingwer

Desinfektion des Geheges

  1. Hitze über 60 ° Celsius (Dampfreiniger, abflammen)
  2. Essigsäure
  3. Ameisensäure
  4. Zitronensäure
  5. Einrichtungsgegenstände und Schutzhäuschen, die nicht desinfiziert werden können, müssen ausgetauscht werden
  6. Abtragen des Bodens im Außengehege, 30 Zentimeter abtragen, Platten einlegen und Loch mit heißem Wasser füllen. Nach dem Abgießen muss der Bereich mindestens drei bis vier Wochen leer stehen.

5. Prognose

Die Prognose ist ungünstig, da die Kaninchenpest meistens tödlich verläuft.

  1. Bei einem perakuten Verlauf sterben die Kaninchen, bevor Symptome auftreten.
  2. Bei einem leichten Verlauf kann sich das Kaninchen auch wieder erholen.
  3. Bei geimpften Kaninchen verläuft die Myxomatose grundsätzlich mild. 

6. Wie Sie vorbeugen können:

Sie können Ihr Kaninchen durch eine Impfung mit abgeschwächten Viren schützen. Die erste Impfung erfolgt im Alter von wenigen Wochen. Danach sind regelmäßige Auffrischungsimpfungen erforderlich. Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt bezüglich eines individuellen Impfschemas beraten.

Darüber hinaus gehende Schutzmaßnahmen:

  • Vermeiden Sie Grünfutter aus Risikogebieten
  • Insektengitter schützen das Kaninchen vor Stechmücken
  • Verwahren Sie das Futter sorgfältig, damit es nicht von Wildkaninchen verunreinigt wird
  • Kein Kontakt zu wilden Kaninchen
  • Reinigen Sie das Gehege regelmäßig. In Außengehegen verhindert eine trockene Einstreu die Vermehrung der Stechmücken.

Mögliche Nebenwirkungen der Impfung:

Selten tritt als Nebenwirkung nach der Impfung eine Impf-Myxomatose auf. An der Impfstelle bildet sich ein kleiner Knoten, der unter Bildung einer Narbe abheilt.
Das Risiko für das Auftreten der Impf-Myxomatose kann verringert werden durch:

  1. Lassen Sie vor der Impfung den Kot des Kaninchens auf Parasiten untersuchen
  2. Bei Hitze oder starken Minusgraden sollte die Impfung nicht durchgeführt werden
  3. Vermeiden Sie Stress
  4. Alte oder chronisch kranke Kaninchen sollten nicht geimpft werden

7. Warum ein Kaninchen mit Myxomatose zum Tierarzt muss:

Die Myxomatose ist eine schwere Erkrankung. Oft muss das Kaninchen euthanasiert werden, damit ihm längeres Leiden erspart wird. Lassen Sie sich von Ihrer Tierärztin, Ihrem Tierarzt beraten, ob eine Behandlung sinnvoll und möglich ist.

8. Gesetzliche Bestimmungen

  • In Österreich ist die Kaninchenpest meldepflichtig.
  • In Deutschland besteht keine Meldepflicht.

9. Zusammenfassung

Die Myxomatose, Kaninchenpest, ist eine meistens tödlich verlaufende Viruserkrankung bei Kaninchen, die durch Stechmücken oder direkten Kontakt übertragen wird