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Die Zecke aus den Tropen

Protector-Halsbänder und Spot-on-Präparate schützen

Mit den zunehmenden Wärmeperioden und den trockenen Sommern gelingt es auch verschiedenen tropischen Zeckenarten in Mitteleuropa heimisch zu werden und die Wintermonate zu überdauern. Die weitere Ausbreitung bisher nicht heimischer Zeckenarten bringt verschiedene Gefahren für Tiere und Halter mit sich. Im Foto: Ixodes ricinus, der gemeine Holzbock.


Zeckenpopulation in Österreich


In Österreich kamen bisher ungefähr 18 Zeckenarten vor. Am weitesten verbreitet ist Ixodes ricinus, der gemeine Holzbock, mit 94,4 %. Die Reliktzecke, Haemaphysalis concinna, mit 5,2 %, gefolgt von der Auwaldzecke, Dermacentor reticulatus, mit 0,4 %. Zu Beginn der wärmeren Monate tritt vor allem die Auwaldzecke auf, die Kälte am besten toleriert. Sobald sich die Natur genügend erwärmt hat, wird vor allem der gemeine Holzbock aufgefunden. Während der heißen und trockenen Sommermonate befällt vor allem die Reliktzecke die Vierbeiner. Aus südlichen Urlaubsregionen wird häufig die braune Hundezecke eingeschleppt.


Entwicklung der Zecken


Eine Zecke legt 3000 – 5000 Eier. Die Entwicklung von der Nymphe zur adulten Zecke dauert, abhängig von Temperatur und Feuchtigkeit drei bis sechs Jahre. Larven, Nymphen und adulte Zecken saugen das Blut der Wirtstiere.


Welche Krankheiten übertragen werden


Die heimischen Zeckenarten sind in der Lage, verschiedene Erreger zu übertragen. FSME- Viren, Borrelien, Babesien, Anaplasmen, Rickettsien und Francisella tularensis lösen schwere Krankheiten, manchmal mit tödlichem Ausgang, bei Menschen und Tieren aus. Die braune Hundezecke befällt vor allem Hunde und überträgt durch ihren Stich Rickettsien.


Hyalomma marginatum


Die Schildzecke( Hyalomma marginatum) ist vor allem in Nordafrika, Asien und in Südeuropa beheimatet. Die bis zu 6 mm großen Spinnentiere übertragen nicht nur Rickettsien, sondern auch das gefährliche Krim-Kongo-Fieber-Virus. Seit 2018 wird Hyalomma marginatum auch in Deutschland und Österreich nachgewiesen. Die Einschleppung erfolgt über Zugvögel.


Krim-Kongo-Fieber


Die Zecken nehmen das Arbo-Virus mit dem Blut infizierter Tiere auf und übertragen es bei einem weiteren Stich auf Menschen. Eine Übertragung durch Kontakt mit dem Blut infizierter Tiere oder Tröpfcheninfektion ist möglich. Nach einer Inkubationszeit von 13 Tagen setzt Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Muskelschmerzen und eine typische Rötung der Gesichtshaut ein. Nach zwei Wochen tritt der Tod durch Multiorganversagen ein. Eine Impfung oder eine gesicherte Therapie sind derzeit noch nicht bekannt. Durch rechtzeitige Verabreichung von antiviralen Medikamenten wird der tödliche Verlauf meistens verhindert. Auch das West-Nil-Virus wird durch Hyalomma- Arten übertragen.


Die natürlichen Feinde


Verschiedene Pilzarten und Fadenwürmer können Zecken befallen und diese abtöten. Die Erzwespe nutzt die Zecken für die Ablage ihrer Eier. Die Larven der Wespenart ernähren sich nach dem Schlüpfen von der Zecke und fressen diese von innen heraus auf.


Wie können Sie Ihr Tier schützen?


Um Hunde oder Katzen vor Zeckenbefall zu schützen, sind Protector-Halsbänder bei Tierärzten erhältlich. Eine Alternative zu einem Halsband stellen rezeptpflichtige Spot-on Präparate dar. Durch die Verabreichung von Tabletten, die Fluralaner enthalten, kann ein Befall mit Zecken wirksam verhindert werden.


Fazit


Zecken sind Überträger vieler Krankheiten, die tödlich sein können oder schwere Folgeschäden nach sich ziehen. Schützen Sie Ihr Tier, schützen Sie auch sich selbst.