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Leben mit einem Senior-Hund

Ab wann ein Hund zu den Senioren zählt, ist abhängig von seiner Rasse und der Körpergröße. Die Lebenserwartung von kleinen Hunden kann doppelt so hoch sein, wie die Lebenszeit von Riesenrassen.

 

Waran man erkennt, dass der Hund das Seniorenalter erreicht hat:

Mit zunehmendem Alter lassen bei den meisten Hunden Energie und Bewegungsdrang langsam nach. Trotz unveränderter Fütterung kann es zu einer Gewichtszunahme kommen. Verschiedene Erkrankungen, wie Leber- und Nierenprobleme, Herzschwäche, Arthrosen und Zahnprobleme treten häufiger auf. Ihr Hund sieht und hört schlechter, auch der Geruchssinn lässt deutlich nach.

Welche besonderen Bedürfnisse hat ein Senior-Hund? 

Ein alter Hund benötigt eine andere Futterzusammensetzung als ein junger Hund. Der Energiebedarf sinkt um bis zu 20%. Gleichzeitig werden mehr Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente benötigt, um Knochen, Gelenke und Immunsystem möglichst lange gesund zu erhalten.

Die Futtermenge sollte der Größe und Aktivität des alten Hundes angepasst werden. Agile Hunde können mehr fressen als Hunde, die vorwiegend schlafen. Um die Verdauung nicht zu stark zu belasten, sollte das Futter mindestens auf zwei Portionen am Tag verteilt werden. Die Wasserschüssel sollte immer mit frischem Wasser gefüllt sein, damit der alte Hund ausreichend trinkt.

Solange der Hund bei Spaziergängen nicht schnell ermüdet, können diese in der gewohnten Länge beibehalten werden. Leidet er jedoch bereits unter Arthrosen, ist es besser, die Dauer der Spazierrunden zu verkürzen und dafür öfter Spaziergänge zu unternehmen.

Sozialkontakte sind wichtig

Sozialkontakte sind für alte Hunde sehr wichtig. Da sie sich häfiger unsicher und verletzlich fühlen, ist es wichtig, Treffen mit anderen, gut sozialisierten, rücksichtsvollen Hunden zu planen. Trainieren sie bei Spaziergängen bereits im jungen Alter Kommandos, die später wichtig werden: „Halt“ oder „Stufe“ können den alten Hund vor Hindernissen warnen.

Brustgeschirr statt Halsband

Ein alter Hund sollte locker an der Leine geführt werden, um die Halswirbelsäule und den Brustkorb nicht übermäßig zu belasten. Brustgeschirre schonen nicht nur den Kehlkopf, sie verursachen nicht, wie Halsbänder, einen Anstieg des Augendruckes, wenn der Hund an der Leine zieht.

Einstiegshilfe ins Auto

Für den Ein- und Ausstieg ins Auto werden oft Einstieghilfen, wie Treppen oder Rampen benötigt. Am besten ist es, schon in jungen Jahren mit dem Training zu beginnen, damit der Hund später ohne Angst über die Rampe einsteigt.

Wetter- und Ortswechsel belasten

Da alte Hunde leichter frieren, benötigen sie bei Kälte und Nässe einen schützenden Mantel. Veränderungen werden nicht mehr so leicht wie in jungen Jahren bewältigt. Beispielsweise auf Reisen in einer unbekannten Umgebung sollte der Hund bei der Umstellung unterstützt werden. In Ruhe die Umgebung mit positiven Impulsen erkunden. Mit dem Spielen wie „Leckerlis suchen“  die Anpassung und Orientierung erleichtern.

Lebensqualität in der Wohnung

Im Alter kann der Hund nicht mehr so gut Treppen steigen. Möglicherweise muss er getragen werden oder benötigt eine Unterstützung durch Hilfsmittel. Treppen sollten mit Tierschutzgittern gesichert werden, um den alten Hund vor Verletzungen zu bewahren.

Beginnt der Hund unsauber zu werden, sind beim Tierarzt Medikamente erhältlich, die die Kraft des Blasenschließmuskels unterstützen. Verliert der Hund zeitweise Harn während des Schlafens, sollte der Liegeplatz über einen leicht waschbaren Überzug oder eine Silberbeschichtung verfügen.

Das Ruhebedürfnis steigt im Alter. Auch Hunde Senioren bevorzugen erhöhte Schlafplätze. War es immer erlaubt, auf der Couch zu liegen, sollte diese Möglichkeit auch im Alter erhalten bleiben. Treppen helfen auch sehr kleinen Hunden, wieder den geliebten Ruheplatz zu erreichen.

Geistige Aktivität hält jung 

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten die geistige Aktivität zu fördern. Stellen sie in der Wohnung „taktile Bahnen“ aus verschiedenen Teppichen oder Matten zusammen. Durch die unterschiedlichen Bodenverhältnisse werden die Nervenenden in den Pfotenballen angeregt. Achten sie jedenfalls darauf, dass der Boden nicht rutschig ist.

Bei Wirbelsäulenproblemen helfen

Hat der Hund bereits Probleme mit der Wirbelsäule, hilft es ihm die Futter- und Wasserschüssel höher stellen, damit er sich nicht bis zum Boden beugen muss. Im Handel gibt es dafür verstellbare Futterständer oder Futterbars.

Sehschwäche berücksichtigen

Die Wohnung sollte übersichtlich gestaltet sein. Manchmal ist es auch notwendig scharfe Möbelecken und Türkanten zu polstern, damit sich der Hund nicht verletzen kann. Stolperfallen durch am Boden herumliegende Gegenstände unbedingt vermeiden.

Führen sie ihren Hund an neue Einrichtungsgegenstände vorsichtig heran, damit er das Hindernis kennenlernen und besser ausweichen kann. In der Nacht kann eingeschränktes Sehvermögen durch ein Nachtlicht verbessert werden, damit sich der betagte Vierbeiner besser orientieren kann.

Immer gut warm halten

Im Alter nimmt die Kälteempfindlichkeit zu. Bieten sie daher im Winter immer auch einen Liegeplatz in der Nähe eines Heizkörpers an. Benutzen sie Luftbefeuchter, die die Atmung erleichtern.

Lebensqualität bis ins hohe Alter

Vorsorgeuntersuchungen und Alters-Screenings bewahren die Lebensqualität bis ins hohe Alter. Krankheiten können rechtzeig erkannt und gegen gesteuert werden.

Hunde altern ebenso wie wir Menschen und sind gezwungen, sich an die veränderten Lebensumstände anzupassen. Helfen sie ihrem Senior-Hund mit Liebe und Geduld dabei.