grauer und grüner Star, Bindehautentzündung, Tumore, Verletzungen
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Symptome und Ursachen der 9 häufigsten Erkrankungen der Hundeaugen

Bindehautentzündung/Grauer & Grüner Star/Infektionen/Verletzungen /Erbkrankheiten - Update: 23. Juni 2020

  • klarer oder blutig schleimiger oder gelblicher, eitriger Augenausfluss  
  • gerötete Augen
  • vermehrter Tränenfluss
  • trübe Hornhaut,
  • trübe, graue Linse, 
  • Linse scheint geweitet
  • Augapfel tritt hervor
  • enge Pupille,
  • Lichtscheue
  • Mit der Pfoten die Augen reiben, über die Augen wischen

 

Hunde können wie wir von Augenerkrankungen betroffen sein. Dazu zählen auch der Graue und der Grüne Star. Infektionen oder Verletzungen oder Erbkrankheiten. Viele können zur Erblindung führen. Daher ist es wichtig frühzeitig zur Tierärztin oder zum Tierarzt zu gehen. Hier finden Sie eine Übersicht zu den häufigsten Erkrankungen:

1. Epiphora

Symptom: Augenausfluss (Epiphora) beim Hund äußert sich durch einen vermehrten Tränenfluss des betroffenen Auges. Häufig finden sich auch schleimige oder eitrige Absonderungen im Augenbereich.

Ursache: Vermehrter oder veränderter Augenausfluss beim Hund deutet meistens auf eine entzündliche oder degenerative Augenerkrankung hin.

Bestimmte Hunderassen haben aufgrund von erblich bedingten Fehlstellungen des Lids dauerhaft Augenausfluss.

Warum zur TierärztIn: Wenn der Augenausfluss anhält oder er sich verfärbt, schleimige und eitrig wirkt, sollten die Ursache abgeklärt werden.

2. Conjunktivitis (Bindehaut-Entzündung)

Ursachen für Entzündung der Lidbindehaut können sein: 

  1. Verletzungen,
  2. Viren,
  3. Bakterien,
  4. Pilze,
  5. Fremdkörper,
  6. Zugluft,
  7. Staub,
  8. Haare oder
  9. allergische Reaktionen  
  10. bakterielle Entzündung des „dritten Augenlids“ (Nickhaut) - vor allem jungen Hunden

Symptome: Der Ausfluss kann klar, schleimig oder gelblich eitrig sein. Bei längerem Bestehen bildet sich durch Verfärbung und Verklebung des Fells eine Tränenstrasse.

Sonderformen der Conjunktivitis:

2.1 Conjunktivitis follicularis

Eine Sonderform der Bindehaut-Entzündung ist die  Conjunktivitis follicularis, ein chronischer Bindehaut-Katarrh, vor allem bei jungen Hunden.  Kleine Lymphknötchen auf der Rückseite der Nickhaut reizen die Bindehaut und lösen dadurch eine Entzündung aus.

Ursachen: 

  1. Falsche Reaktion des Immunsystems, die zu einer Anschwellung der Lymphknoten im Bereich des 3. Augenlides führt,
  2. Fehlstellungen des Lides

Symptome: Auge gerötet, vermehrter Tränenfluss, schleimig- eitrige Sekretbildung

2.2 Keratoconjunctivitis sicca

Ebenfalls eine Sonderform der Bindehaut-Entzündung ist die trockene Hornhaut-Bindehaut-Entzündung. Dabei produzieren die Tränendrüsen nicht mehr ausreichend Tränenflüssigkeit.

Erkrankung tritt vor allem bei

  • West Highland White Terrier,
  • Spaniel,
  • Pekinese,
  • Malteser,
  • Dackel,
  • Mops,
  • Lhasa Apso,
  • Shi Tzu,
  • Jack Russel Terrier auf.

Symptome: Rötung, schleimig- eitriger Ausfluss, trübe Hornhaut, Geschwüre auf der Hornhaut, Schmerzen.

Mögliche Ursachen: 

  1. Fehlregulation des Immunsystems, welche für die Entzündung der Tränendrüsen verantwortlich ist. 
  2. Systemische Erkrankungen (Schilddrüsenunterfunktion, Cushing, Diabetes mellitus, Staupevirusinfektion),
  3. fehlende nervale Stimulation der Drüsen, 
  4. Medikamente,
  5. Strahlentherapie im Kopfbereich,
  6. angeborene Unterentwicklung der Drüsen,
  7. operative Entfernung der Nickhautdrüse.

Vorbeugung: Zugluft vermeiden, Reinigung der Augenwinkel mit lauwarmen Wasser, Hyposensibilisierung bei Allergien, operative Korrektur von Lidfehlstellungen

Diagnose: Die Diagnose erfolgt über den Schirmer Tränentest: mit einem speziellen Teststreifen wird die Menge der Tränenflüssigkeit im Auge gemessen. Bei Nicht- Behandlung kann es zu einem Verlust der Sehfähigkeit kommen.

3. Grauer Star

Oder Katarakt ist eine krankhafte Veränderung der Augenlinse des Hundes. Die Linse trübt sich, das Auge des Hundes erscheint dadurch grau. Je nachdem, wie stark die Linse getrübt ist, kann der Hund schlechter sehen oder ganz erblinden.

Mögliche Ursachen: 

1. Angeboren: z.B. bei Golden Retriever, Afghane, Labrador Retriever, Zwergschnauzer, Husky. 

2. Primärer Katarakt bei älteren Hunden ohne andere Grunderkrankung 

3. Sekundärer Katarakt als Folge einer anderen Grunderkrankung:

Rückbildung der Netzhaut (progressiver Retinaatrophie)

Entzündungen innerhalb des Auges ( Uveitis)

Diabetes Mellitus ( Zuckerkrankheit): der im Körper in hohem Maß vorhanden Zucker lagert sich in der Linse ab und trübt sie.

Symptome: Linse erscheint grau, durch die schlechte Sehfähigkeit kann der Hund orientierungslos wirken.

Warum zur Tierärztin: Abklärung der Ursache und möglicher Therapiemethoden.  Eine weiter fortschreitende Schädigung des Auges zu verhindern.

4. Grüner Star

Ein Glaukom geht einher mit einer starken Erhöhung des Augendruckes und führt innerhalb kurzer Zeit zu einer vollständigen Erblindung durch Schädigung von Netzhaut (Retina) und Sehnerv.

Mögliche Ursachen: 

  1. Angeborene Störung beim Abfluss des Kammerwassers. Häufig betroffene Rassen:Dackel, Pudel, Spaniel, Chi hua hua.
  2. Entzündung des Augeninneren ( Uveitis) 
  3. Tumore 
  4. Grauer Star

Symptome: Auge gerötet, Hund reibt mit der Pfote am Aug, die Linse scheint geweitet, die Hornhaut ist getrübt. Bei längerer Dauer ist der Augapfel vergrößert und tritt aus der Lidspalte.

Vorbeugung: Bei den oft betroffenen Rassen verstärkt auf Symptome des Grünen Stars  achten. Sind die Augen gerötet und schmerzhaft, ist es empfehlenswert, den Hund schnellstmöglich einem Tierarzt – nach Möglichkeit direkt einem Augenspezialisten – vorzustellen.

Warum zum Tierärztin: Je schneller das Glaukom beim Hund behardelt wird, desto besser ist die Prognose für den Erhalt des Augenlichts.

5. Verletzungen

5.1 Fremdkörper

Ursachen: Granen der Mäusegerste (Schliafhansel) können beim Spazierengehen in das Auge eindringen und hinter das 3. Augenlid wandern.

Symptome: Durch die Reizung bildet sich blutig schleimiger Ausfluss, schmerzhaft, Reiben mit der Pfote an den Augen.

5.2 Hornhautverletzungen

Ursache: Stichverletzungen durch Pflanzenteile (Dornen). Diese sind äußerst schmerzhaft.

Symptome: Der Hund zeigt starken Juckreiz, reibt mit der Pfote über das Auge. Bei perforierenden (durchdringenden) Verletzungen kann es zu Einblutungen in das Auge kommen.

Warum zur Tierärztin: Wird die Verletzung nicht behandelt, kann es durch Einwanderung von Blutgefäßen zu Trübungen und zu einer eingeschränkten Sehfähigkeit kommen. Tiefe Verletzungen müssen oft operativ versorgt werden, da sonst der Verlust des Auges droht.

ACHTUNG!

Bitte verabreichen sie nie ohne Rücksprache mit dem Tierarzt cortisonhaltige Augensalben oder Tropfen, da dies zu einer starken Verschlimmerung der Erkrankung bis hin zum Verlust der Sehfähigkeit führen kann!

6. Uveitis

Entzündung der mittleren Augenhaut ( Iris, Cilliarkörper, Aderhaut)

Mögliche Ursachen: 

  1. Trauma
  2. Infektionskrankheiten: Hepatitis contagiosa canis, Staupe, Tollwut, Herpesviren, Leishmaniose, Dirofilarien, Borreliose,
  3. Immunbedingt (z.B. Katarakt, Vakzination gegen Hepatitis contagiosa canis)
  4. Tumor
  5. Stoffwechselerkrankungen
  6. Entzündliche Erkrankung der Augenumgebung

Symptome: Auge rot, getrübt, enge Pupille, Lichtscheue, Schmerzen, Tränenfluss

Warum zum Tierarzt: Ihr Hund hat Schmerzen und sollte umgehend untersucht und behandelt werden. 

7. Tumore

Die meisten Tumoren innerhalb des Auges sind gutartig. Melanome, Adenome, selten: Adenokarzinome

Symptome: Vergrößerung des Augapfels, Trübung des Auges

8. Progressive Retinaatrophie

Ein langsam fortschreitendes Absterben der Netzhaut. Es handelt sich hierbei um eine erbliche, progressive (stufenweise fortschreitende) und letztlich zur Erblindung beider Augen führende Erkrankung.

Ursache: Gendefekt

Symptome: Pupillen weit, reagieren nicht auf Licht, Linsentrübung, Erblindung

Eine Therapie ist nicht möglich.