Wenn ein Hund zuviel trinkt, kann das ein Anzeichen für eine Krankheit sein

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Wasserbedarf: was tun wenn Ihr Hund zuviel oder zu wenig trinkt.

Der Wasserbedarf Ihres Hundes hängt von verschiedenen Faktoren ab - update: 31. August 2020

  1. Wird Trockenfutter oder Nassfutter gefüttert
  2. Wieviel Futter ihr Hund bekommt
  3. Wieviel Salz das Hundefutter enthält
  4. Wie hoch die Umgebungstemperatur ist
  5. Wie schwer Ihr Hund ist
  6. Wie der Gesundheitszustand Ihres Hundes ist
  7. Ob Ihr Hund gerade trächtig ist oder stillt
  8. Wie aktiv Ihr Hund ist

Der Wasserbedarf eines Hundes liegt zwischen 35 – 60 ml/kg Körpergewicht pro Tag: Siehe dazu Tabelle unten stehend zum Trinkwasserbedarf  aus Meyer/Zentek "Ernährung des Hundes", 6. Auflage 

1. Warum Wasser für Ihren Hund so wichtig ist:

  • Die Futterbestandteile werden in Wasser gelöst. Dadurch kann der Geruch des Futters von Ihrem Hund besser wahrgenommen werden. Die Speichelproduktion setzt schon vor der Aufnahme des Futters ein. Die Zähne werden von Speichel umspült und von Futterresten gereinigt, Die Aufspaltung der Kohlenhydrate erfolgt teilweise bereits in der Mundhöhle.
  • Die Flüssigkeit im Verdauungstrakt hilft, die Nährstoffe durch die Darmschleimhaut in das Blut zu transportieren.
  • Genügend Flüssigkeit im Körper hält das Kreislaufsystem aufrecht und sorgt für eine gute Fließgeschwindigkeit des Blutes.
  • Die Schadstoffe können besser über die Nieren ausgeschieden werden. Die innere Körpertemperatur wird durch einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt aufrechterhalten. Der Zellstoffwechsel kann ungestört ablaufen.

2. Welche Qualität  das Trinkwasser Ihres Hundes haben sollte:

  • Das Trinkwasser in der Wasserschüssel sollte immer Zimmertemperatur haben. Zu kaltes Wasser reizt den Magen und führt zu Erbrechen und Durchfall.
  • Trinkt Ihr Hund nach körperlichen Aktivitäten zu schnell kaltes Wasser, beginnt er zu husten. Eine chronische Entzündung des Rachenraums, der Mandeln und der Trachea sind die Folge.
  • Das Wasser muss immer frisch und sauber sein. Steht Ihnen kein sauberes Wasser zur Verfügung, können Sie auch stilles Mineralwasser verwenden.
  • Steht Ihrem Hund auf einem Spaziergang nicht genügend frisches Trinkwasser zur Verfügung, wird er Wasser aus Lacken trinken. Dieses kann mit Bakterien und Viren verunreinigt werden. Nehmen Sie deshalb immer Wasser in Hundetrinkflaschen auf den Spaziergängen mit.
  • Wasserschüsseln sollten regelmäßig gesäubert und desinfiziert werden. Für die Desinfektion eignen sich Haushalts-Essig oder Zitronensaft. Nachher muss der Napf immer gründlich mit klarem Wasser gespült werden.

3. Was Sie tun können, wenn Ihr Hund zu wenig trinkt:

  • Füttern Sie einen höheren Anteil an Nassfutter
  • Weichen Sie das Trockenfutter vor der Fütterung in Wasser ein. 
  • Stellen Sie mehrere Wasserschüsseln in der Wohnung und im Garten auf
  • Bieten Sie Ihrem Hund immer wieder Wasser an
  •  Mischen Sie kleine Mengen Karottensaft oder Fleischbrühe unter das Wasser
  • Vermeiden Sie Futter mit einem zu hohen Salzgehalt

4. Was Sie tun können, wenn Ihr Hund zu viel trinkt:

Physiologisch tritt eine erhöhte Wasseraufnahme bei hohen Temperaturen oder nach körperlichen Aktivitäten auf. Auch nach der Aufnahme von Trockenfutter wird Ihr Hund eine größere Menge an Wasser trinken, um die Futterbrocken im Magen zu lösen.

Hält die vermehrte Wasseraufnahme über einen längeren Zeitraum an, kann auch eine ernsthafte Erkrankung die Ursache sein:

Lassen Sie in diesem Fall Ihren Hund unbedingt von einem Tierarzt untersuchen, um frühzeitig mit einer adäquaten Behandlung zu beginnen.

5. Trinkwasserbedarf eines Hundes in ml/kg /Tag:

Quelle: Tabelle aus Meyer/ Zentek "Ernährung des Hundes", 6. Auflage

Körperliche Aktivität

Umgebungs Temperatur 

Trocken  Futter

Nass Futter 

normal

 bei weniger als 20 °C

40 - 50 5 - 10
normal

bei mehr als  20 °C

50 - 100 20 - 50

erhöht

 

bei weniger als 20 °C

bis 100 bis 50
erhöht

bei mehr als  20 °C

bis 150  bis 100