Das Hundeauge: scharf sehen Hunde erst in einer Entfernung von 6 Metern [07|22]

Organe, Sehsinn, Funktion, Anatomie  -  Petdoctors [07|07/22]
(c) Photo: Romuald Gałęcki auf Pixabay
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Organe, Sehsinn, Wahrnehmung, Funktion, Anatomie - Update [07|07/22]

  • Hunde sehen hervorragend in der Dämmerung und sind uns dabei weit überlegen
  • Die Sehschärfe und das Farbsehen der Hunde sind jedoch eingeschränkt.
  • Rasche Bewegungen werden von Hunden gut wahrgenommen,
  • Ruhende Objekte werden ignoriert

1. Die Wahrnehmung:

Das Gesichtsfeld des Hundes beträgt 250°, bewegte Gegenstände können auch am Horizont noch gut wahrgenommen werden. Ruhende Objekte werden automatisch ignoriert.

1.1 Was Hunde in unterschiedlicher Entfernung sehen:

  1. Da die Hornhaut verkrümmt ist, wird die Umgebung leicht verzerrt wahrgenommen.
  2. Objekte, die sich näher als 30 cm vor dem Auge befinden, werden noch unscharf wahrgenommen. 
  3. Erst in einer Entfernung von 6 Metern können Hunde scharf sehen. Davor und danach sehen sie nur unscharf.
  4. Still stehende Gegenstände werden von Hunden ignoriert. Das hat Auswirkungen auf die Kommunikation mit Ihrem Hund.
  5. Stehen Sie still und rufen Ihren Hund, kann er Sie nur mit Hilfe seiner anderen Sinne wahrnehmen

1.2 Welche Farben Hunde sehen:

Hunde besitzen vor allem im Bereich der mittleren Wellenlängen eine eingeschränkte Farbwahrnehmung:

  • Orange, gelb und grün können nicht unterschieden werden.
  • Grautöne können Hunde viel differenzierter wahrnehmen als wir Menschen.
  • Helligkeit: Blindenhunde sind in der Lage, Ampelsignale aufgrund ihrer unterschiedlichen Helligkeit wahrzunehmen.

2. Die Anatomie:

Die fast kugelförmigen Augen des Hundes liegen geschützt von Fett und Bindegewebe in der knöchernen Augenhöhle. Die Position und das Gesichtsfeld sind abhängig von der Hunderasse. Geschützt werden die Augen durch ein bewegliches Oberlid, ein unbewegliches Unterlid und die Nickhaut, das dritte Augenlid im inneren Augenwinkel, das passiv über den Augapfel gezogen werden kann.

Nach außen werden die Augen durch ein mehrschichtiges Epithel, die Cornea oder Hornhaut begrenzt. Die innere Begrenzung wird von der Lederhaut gebildet. Netzhaut, Glaskörper und Muskeln werden über die Aderhaut mit Blutgefäßen versorgt.

Am Übergang von der Hornhaut zur Sklera befindet sich die pigmentierte Iris, die den Augen ihre charakteristische Farbe verleiht. In der Mitte der Iris ist eine Öffnung für die Pupille ausgespart. Die Pupille kann sich je nach Lichteinfall erweitern (Miose), oder verengen (Mydriase). Die unterschiedlichen Einstellungen verhindern, dass zu viel Licht auf die Netzhaut fällt und der Hund geblendet wird.

An der Lidrandkante befinden sich Meibom´sche Drüsen, die die Tränenflüssigkeit mit Fett anreichern. Um die Feuchtigkeit über den Augapfel zu verteilen sind ungefähr 10 Lidschläge nötig. Im mittleren Augenwinkel befinden sich die Tränenkanäle, die die Tränenflüssigkeit im Tränensack sammeln und durch den Tränengang in den Nasen- Rachenraum leiten.

4. Die Funktion:

Fällt Licht durch die Pupille, werden die Lichtstrahlen von der Linse gebündelt auf die Netzhaut geworfen. Die klare Linse enthält keine Blutgefäße, sie wird über die Kammerflüssigkeit ernährt. Durch die Zonulafasern und den Ziliarmuskel kann die Linse auf verschiedene Entfernungen eingestellt werden (Akkomodation). Scharfes sehen Hunde erst ab einer Entfernung von sechs Metern.

Zwischen Linse und Netzhaut, Retina, liegt der Glaskörper, eine gallertige Masse, die dem Auge seine Form gibt.

In der Netzhaut befinden sich Sinneszellen, Stäbchen und Zapfen, die das empfangene Bild aufbereiten und über den Sehnerv an das Gehirn weiterleiten. Jedes Auge sendet ein Einzelbild, das erst im Gehirn zusammengesetzt wird. Das hinter der Netzhaut liegende Tapetum lucidum wirft schwache Lichtstrahlen auf die Rezeptoren zurück. Die doppelt genutzten Lichtstrahlen ermöglichen gutes Sehen auch bei Dämmerung.