Gestörter Geruchsinn: die 7 häufigsten Erkrankungen der Hundenase [10|21]

Wenn die Hundenase rinnt kann das verschiedene Ursachen haben.
(c) Photo: DevoKit auf Pixabay

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Erkrankung, Nase, Geruchsinn, Verhalten, Ausfluss, Niesen, Staupe - Update [04|10|21]

  • Wenn die Nase rinnt, ist das nicht automatisch ein Alarmzeichen.
  • Aber immer ein Grund zur Beobachtung.
  • Auch lang anhaltendes Niesen, Juckreiz (Reiben der Nase auf dem Boden)  ist ein Grund zur Sorge
  • Die Ursachen kranker Hundenasen sind vielfältig: Viren, Bakterien, Allergien, Fremdkörper ...
  • Bei gelblichem, grünlichem oder blutigem Ausfluss sofort zur Tierärzt*in

Der Verlust des Geruchssinnes stellt für den Hund eine extreme Behinderung dar. Seine sozialen Kontakte, die er sich aufgebaut hat, beruhen auf Informationen, die über die Nase aufgenommen werden. Die Nase ist sein wichtigstes Organ zur  Orientierung.
Ohne sie kann er essbare nicht von giftigen Nahrungsmitteln unterscheiden. Die Suche nach einem Geschlechtspartner wird unmöglich. Hier eine Übersicht zu den häufigsten Erkrankungen der Hundenase:

1. Reizung der Nase

Ursache: Kann durch Puder, Sprays oder Staub hervorgerufen werden.

Symptome:

  • klarer Nasenausfluss (klarer Nasenausfluss kann auch beim Toben in kalter Luft oder Schnee auftreten.)
  • Wenn der Ausfluss länger bestehen bleibt oder häufiges, anfallsartiges Niesen auftritt, kann auch eine Infektion mit Bakterien oder Viren vorliegen.

Vorsicht bei Welpen: Nasenausfluss kann auf eine beginnende Staupeinfektion hinweisen.

2. Allergie:

Unter Allergie versteht man eine gesteigerte Reaktion des Immunsystems auf Stoffe, die eigentlich für den Körper verträglich sind.

Ursachen: angeboren, häufiger Kontakt mit dem auslösenden Stoff ( Pollen, Futter,….)

Symptome: 

  • Allergisches Niesen tritt selten als alleiniges Symptom auf.
  • Meist ist der Nasenausfluss begleitet von Juckreiz im Gesichtsbereich. Die Hunde reiben Nase und Augen:  reiben Kopf und Ohren auf dem Boden, Teppichen, im Körbchen etc

Begleitsymptome können sein:

3. Schnupfen:

Ursachen: kann durch Viren, Bakterien, Pilze oder Nasenmilben ausgelöst werden. 

Symptome: 

  • eher wässriger  und durchsichtiger Nasenausfluss: das deutet auf eine Allergie oder Virusinfektion hin.
  • dicker und gelb- oder grünlicher Nasenausfluss, dautet auf Pilze oder Bakterien hin.

Hunde sollten bei anhaltenden Schnupfensymptomen einer Tieräzt*In vorgestellt werden,

  • um Komplikationen durch Ausbreitung der Erreger auf die Lunge zu vermeiden.
  • Atmet Ihr Hund durch den Mund ist das ebenfalls ein Grund sofort eine Tierärzt*in aufzusuchen
  • Gleiches gilt bei blutigem Ausfluss aus der Nase

Schnupfenviren von Hunden unterscheiden sich von Schnupfenviren der Menschen, so dass eine Übertragung eher unwahrscheinlich ist.

4. Rückwärtsniesen

Ursachen: Rückwärtsniesen tritt vor allem bei starker Erregung und nach dem Trinken und Fressen auf [Mehrwissen zum Rückwärtsniesen]

Ebenso können Parfüm, Raumspray, Deo und Reinigungsmittel einen Auslöser darstellen. Seltener wird Rückwärtsniesen durch Entzündungen des Rachens und Schwellungen der Schleimhäute verursacht.

Symptome: 

  • Ihr Hund hebt den Kopf und saugt unter keuchenden Geräuschen Luft ein.
  • Die Ellbogen sind vom Körper abgespreizt.
  • Ihr Hund macht den Eindruck, als würde er mühsam nach Luft ringen.
  • Nach einigen Sekunden hört der Anfall wieder auf.
  • Ist das Rückwärtsniesen mit einer
  • erschwerten Atmung, blutigem Husten oder Fieber verbunden, muss das Tier immer von einer TierÄruzt*in untersucht werden.

5. Fremdkörper:

Fremdkörper führen zu einer chronischen Reizung der Nasenschleimhaut. Hierbei kann es sich um Grannen der Mäusegerste, oder andere Gräser oder Körner handeln, die beim Stöbern in die Nase gelangen. [Mehrwissen: Schliafhansel & Co] 

Symptome: 

  • eitriger, blutiger Nasenausfluss, entsteht durch zusätzliche Infektion mit Bakterien.
  • der je nach Position des Fremdkörpers kann er auch einseitig sein.

6. Tumoren:

Tumoren in der Nase treten bei Hunden meist ab dem mittleren Alter auf. Meist handelt es sich um bösartige Sarkome oder Plattenepithelkarzinome. Gutartige Tumoren sind leider eher selten.

Symptome:

  • einseitiger Nasenausfluss,
  • Niesen,
  • schweres Nasenbluten,
  • bei fortgeschrittener Krankheit kommt es zu Verformungen der Schädelknochen.

7. Staupe: Junghunde 8 Wochen bis 6 Monate

Eine hochansteckende Viruserkrankung des Hundes. Das Morbillivirus ist eng mit dem Masernvirus des Menschen verwandt. Von der Erkrankung sind vor allem junge Hunde im Alterszeitraum von acht Wochen bis sechs Monaten betroffen.

  • Die Inkubationszeit (Ansteckung bis zum Zeitpunkt des Auftretens von Symptomen) beträgt in der Regel zwischen drei und sieben Tagen.
  • Das Virus wird  über die Maul- oder Nasenschleimhaut aufgenommen
  • vermehrt es sich zunächst in den Mandeln oder den Bronchiallymphknoten.
  • Vier Tage nach der Infektion kommt es zur Virämie (Virusvermehrung) in deren Folge vor allem Milz, Thymus, Knochenmark, Lymphknoten  besiedelt werden.

Kann der Körper innerhalb der ersten neun Tage ausreichend Antikörper zur Abwehr  bilden, entstehen keine Krankheitssymptome. Unterbleibt die Bildung von Antikörpern, befällt der Erreger neben dem Verdauungs- und dem Nervensystem auch die Atmungsorgane und den Harntrakt. Da ab diesem Zeitpunkt alle Sekrete und Exkrete des Hundes Virusmaterial enthalten, kann sich die Krankheit  weiterverbreiten.

Symptome:

  • hohes Fieber (über 41˚Celsius), Appetitlosigkeit, Mattigkeit, Durchfall, Erbrechen, eitriger Ausfluss aus Nase und Augen, Husten und Atemnot.
  • Bei Befall des zentralen Nervensystems kommt es zu Lähmungen, Blindheit, Schiefhaltung des Kopfes, Gleichgewichtsstörungen.
  • An Nasenspiegel und Ballen treten bei schweren Erkrankungen Verhornungen auf.
  • Durch Infektionen im Welpenalter wird auch der Zahnschmelz der bleibenden Zähne geschädigt.(Staupegebiss)
  • Als Spätfolge der Infektion kann sich eine fortschreitende Encephalitis ( Entzündung des Gehirns) entwickeln.

Vorbeugung: die wichtigste Vorbeugung stellt eine ausreichende Impfung dar. (Grundimmunisierung und Wiederauffrischungsimpfungen) 

8. Wegener Granulomatose:

Ist eine seltene, entzündliche Erkrankung der Blutgefäße, die zu blutigem Nasenausfluss führt.