Wenn wir Stress haben, versuchen unsere Hunde uns zu beschwichtigen.
(c) Photo: Alois Grundner auf Pixabay

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Dauerstress macht krank: das gilt für Zwei- und für Vierbeiner

Stress/Verhaltensprobleme/gestörtes Immunsystem - news 09/12/20

  • Bei Stress mobilisiert der Körper seine Energiereserven 
  • In lebensbedrohlichen Situationen ist das hilfreich, um zu fliehen oder zu kämpfen  
  • Dauerstress powert jedoch den Körper aus und macht krank.
  • Umso wichtiger ist es, die Ursachen und Syptome rechtzeitig zu erkennen. 

Stress ist heute allgegenwärtig. Menschen hetzen zur Arbeit, zum Freizeit-Vergnügen oder anderen Unternehmungen. Der hektische Alltag hat aber auch auf unsere Fellnasen gravierende Auswirkungen:

  1. Sie reagieren auf den hektischen Lebensstil ihrer HalterInnen mit Stress. 
  2. Sie haben aber auch noch ihre eigene Stresserlebnisse, z.B. auf der Hunderunde oder Schmerzen, 
  3. die von ihren Menschen oft nicht als wahrgenommen werden.
  4. Damit sind sie diesen hilflos ausgeliefert und Stress wird zum Dauerzustand.

1. Was man unter einer Stressreaktion versteht:

Stress ist eine Reaktion des Körpers, die für einige Zeit alle Energiereserven mobilisiert. Es ist ein Vorgang, der in lebensbedrohlichen Situationen das Überleben eines Tieres sichert. Alle Kräfte werden ausgeschöpft, um zu fliehen oder gegen einen Gegner zu kämpfen.

2. Warum Dauerstress krank macht:

Normalerweise wird der Stress nach einiger Zeit neutralisiert, weil die Ursache wegfällt.
Bleibt aber die Ursache dauerhaft bestehen, dann hält der Stress über einen längeren Zeitraum an. Die Folge sind negative Auswirkungen auf die Gesundheit Ihres Hundes.

3. Beispiele für Situationen, die unsere Vierbeiner stressen:

4. Auch wir machen oft Stress:

Meist sind es unklare Anweisungen und Missverständnisse in der Kommunikation.
Oft sind es alltägliche Situationen, die unsere Vierbeiner enorm stressen:

  • Wir stehen unter Zeitdruck, der nächste Termin wartet, wir müssen dringend wohin. Die Gassirunde sollte schnell erledigt werden.
  • Unsere Hunde spüren wir sind im Stress, sie kennen aber den Grund nicht. Also versuchen sie uns zu beschwichtigen: Geh reg Dich doch nicht so auf, beruhige Dich ...
  • Sie setzen Calming Signals ein, um uns zu beruhigen: sie werden langsamer, schnuppern hier und da, beginnen vielleicht in der Wiese zu graben, bleiben stehn und schauen weg.
  • Leider führt das oft genau zum Gegenteil, wie erhöhen den Druck, werden ärgerlich.
  • Für den Hund ein Alptraum. Er tur alles in seiner Macht stehende uns zu beruhigen und wir "flippen aus".

Weitere Beispiele: Hunde brauchen 17 Stunden Schlaf am Tag. Wenn sie ständig dabei gestört werden stresst das. Auch zu viele Aktivitäten oder das sogenannte und leider sehr beliebte Auspowern stresst. 

5. Was passiert, wenn Stress über einen langen Zeitraum anhält:

  1. Im Körper steigt die Zahl der Oxidantien. Der Zellmembran wird geschädigt und der Zellstoffwechsel kann nicht mehr richtig ablaufen. Chronische Entzündungen entstehen. Die Zelle altert schneller und stirbt. (Lesen Sie hier weiter über "Oxidativen Stress")
  2. Das Immunsystem wird geschwächt
  3. Krankheiten treten häufiger auf.
  4. Verhaltensänderungen treten auf: Die Hunde sind nervös und reagieren aggressiv.
  5. Schlafprobleme stören die Erholungsphasen.
  6. Die Futteraufnahme ist gestört, das Tier magert ab.
  7. Durch die verstärkte Ausschüttung von Kortisol tritt Durchfall auf. Die Nährstoffe können nicht mehr aufgenommen werden.
  8. Der Körper produziert vermehrt Magensäure und der Hund erbricht immer wieder.
  9. Magengeschwüre können entstehen.

6. Zuerst muss immer die Ursache abgeklärt werden:

Eine Veränderung des Verhaltens kann auf Schmerzen oder eine Krankheit oder aber auf eine Veränderung im Umfeld Ihres Vierbeiners zurückzuführen sein.

Lassen Sie Ihre Fellnase von Ihrer Tierärztin, Ihrem Tierarzt untersuchen, um körperliche Ursachen für den Stress ausschließen zu können. 

7. Therapieformen:

7.1 Verhaltentherapie:

Holen Sie sich Unterstützung von einer Tiertrainerin, um Ursachen für die Verhaltensänderung zu finden.

Ihre TiertrainerIn erstellt gemeinsam mit Ihnen einen Trainingsplan und unterstützt Sie bei der Umsetzung. (Expertinnen auf petdoctors.at und Hundetrainerverzeichnis Österreich auf petdoctors.at)  So kann Ihr Hund lernen mit den stressigen Situationen besser umzugehen.

7.2. Tellington Methode:

Die Tellington Methodik basiert darauf, dass Verhalten und Körper zusammenhängen. Mittels spezieller Grifftechniken wird   Entspannung möglich:

  • Der Tellington Touch wirkt muskulär und mental bis in die Zellebene. Dadurch ist es möglich, Spannungsmuster, Traumen und Ängste aufzulösen.  Entspannung, Balance, Vertrauen wieder herzustelen und damit Veränderung zu schaffen.
  • Oft ist eine Veränderung bereits nach 1 – 2 Behandlungen sichtbar. Die Behandlungsdauer und Intensität bestimmt der Hund. Nur wenn er vertraut und mitmacht, ist Veränderung möglich.
  • Die Tellington Touch Methode ist sehr sanft und umfassend. Zahlreiche Touches und ungewohnte Bewegungen stimulieren das System und schaffen Veränderung.
  • Die TTouches sind einfach zu erlernen und können gleich angewendet werden.
  • Wenn unser Hund entspannt ist, dann ist auch eine Verhaltensänderung möglich, denn Balance führt zu mehr Gelassenheit und Sicherheit.

Mehr dazu bei pettrainers Expertin Gudrun Thaller auf petdoctors.at und auf www.gudrun-thaller.at.

7.3. Unterstützende Therapeutika:

  • Zylkene
  • Grüner Hafer
  • Pflanzliche Nerventropfen
  • CBD
  • Magnesium
  • Selen
  • Pheromonstecker oder Pheromonspray
  • Bachblütentherapie
  • Farblichttherapie
  • Kristalltherapie mit Bergkristall und Rosenquarz
  • Diätfutter mit einem Milchprotein, dass für Entspannung sorgt
  • Beruhigungsmittel und angstlösende Medikamente sind nur als letzter Ausweg gedacht. Diese Medikamente müssen immer unter tierärztlicher Aufsicht verabreicht werden.