THC verursacht Panik und Angstzustände bei Vierbeinern
(c) Foto: Cytis auf Pixabay

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Cannabis für Hunde und Katzen: wie sie auf CBD und THC reagieren.

CBD/Schmerzen/Angst/Übelkeit - update 21/04/20

  • FAQs in der Tierarztpraxis
  • Unterschied zwischen Wirkstoff CBD und Suchtmittel THC
  • CBD: bruhigende und schmerzstillende Wirkung
  • THC: berauschende Wirkung auch auf Hunde und Katzen
  • Studien zu CBD und Krebstherapie

1. Cannabis für Hunde und Katzen:

Was das Suchtmittel THC vom Wirkstoff CBD unterscheidet:

THC (Tetrahydrocannabinol) unterliegt dem Suchtmittelgesetzt, da auch psychische, berauschende Wirkungen auftreten. THC wird vor allem zur Behandlung starker Schmerzen eingesetzt.

CBD (Cannabidiol) wird aus Nutzhanf gewonnen, unterliegt nicht dem Suchtmittelgesetz. CBD-Produkte sind frei im Handel erhältlich. Sie enthalten kein THC.

2. THC löste Angstzustände bei Hunden und Katzen aus:

Hunde und Katzen besitzen, ebenso wie andere Säugetiere, ein Endocannabinoid-System. Dieser Teil des Nervensystems besteht aus zwei Rezeptoren. Den Cannabinoid-Rezeptor 1. Er befindet sich im Gehirn und in den peripheren Nerven. Den Cannabinoid-Rezeptor 2. Er kommt in Zellen des Immunsystems (B- und T-Lymphozyten und Mastzellen) und in Osteoblasten und Osteoklasten (Zellen, die für den Knochenumbau zuständig sind) vor.

2.1 Rauschzustände durch passives Rauchen

Nehmen Hunde und Katzen THC durch passives Rauchen auf, treten auch bei ihnen Rauschzustände auf. Hunde und Katzen besitzen keinen präfrontalen Kortex. Dieser ist im menschlichen Gehirn dafür zuständig, Dinge einzuordnen und nicht vollständig die Kontrolle zu verlieren. Bei den Tieren treten daher vor allem

    1. Angstzustände,
    2. Zittern 
    3. Bewegungsstörungen auf.
    4. Sie fühlen sich im Rausch nicht entspannt, sondern unwohl und verängstigt.

2.2 Überdosis mit gefährlichen Nebenwirkungen

Fressen Hunde und Katzen Hanfblätter, können bei einigen Pflanzen Überdosierungen auftreten:

    1. Der Blutdruck sinkt
    2. die Herzfrequenz steigt stark an.
    3. Übelkeit und Erbrechen treten auf
    4. Höhere Dosen verursachen epileptische Anfälle
    5. Eventuell fallen Katzen in ein Koma
    6. Meistens verschwinden die Symptome nach einiger Zeit wieder
    7. Bisher sind nur zwei Hunde in den USA an einer Cannabis-Überdosis verstorben.
    8. Der Mythos, dass Katzen nicht in der Lage sind, THC wieder abzubauen, ist heute bereits durch Studien widerlegt. 

3. CBD wirkt entspannend und schmerzlindernd bei Katzen und Hunden 

3.1 CBD ist KEIN Suchtmittel:

Das nicht psychisch wirksame Cannabinoid wird aus weiblichen Hanfpflanzen gewonnen. Es dockt an beide Rezeptoren an und wirkt entspannend, krampflösend und schmerzlindernd.

3.2 CBD hilft bei: 

CBD mildert Angstzustände und kann auch zur Bekämpfung von Übelkeit eingesetzt werden. Das Immunsystem wird gehemmt, Entzündungen werden verringert und das Nervengewebe wird geschützt.

    • Ergänzend zu Schmerztherapien
    • Behandlung von Angstzuständen
    • Chronische Darmerkrankungen
    • Chronische Hauterkrankungen
    • Epilepsie

4. CBD Dosierung bei Haustieren

Die Anfangsdosis sollte gering sein.

  1. Beginnen Sie mit einem 3 % oder 5 % CBD-Öl.
  2. Die Anfangsdosis beträgt einmal zwei Tropfen.
  3. Ab dem vierten Tag können Sie die Dosis auf zweimal zwei Tropfen erhöhen.

Warten Sie nach jeder Dosisänderung die Reaktion Ihres Tieres für einige Tage ab. Wenn die gewünschte Wirkung eingetreten ist, sollte die Dosierung beibehalten werden.

Die Reaktion auf Cannabidiol ist immer individuell. Daher gibt es keine allgemein gültigen Dosierungsvorschläge.

5. Besondere Vorsicht ist ABER bei Katzen geboten:

CBD-Öl enthält auch Terpene und ätherische Öle, auf die Katzen allergisch reagieren. Katzen können aufgrund eines fehlenden Enzyms CBD-Öl nicht richtig abbauen. Die Katze vergiftet sich mit jeder Dosis etwas mehr. Leberversagen tritt ein.

VORSICHT: Katzen dürfen nur spezielles CBD-Öl für Katzen erhalten, das frei von Terpenen und ätherischen Ölen ist.

6. Der Unterschied zwischen Hanf-Öl und CBD-Öl:

Hanföl ist ein Nahrungsmittel, das durch Pressen von Hanfsamen gewonnen wird. Es kann aufgrund seiner wertvollen Inhaltsstoffe unter BARF-Rationen gemischt werden. Wird Hanföl regelmäßig verfüttert, bessern sich chronische Hautentzündungen und Verdauungsstörungen.

CBD-Öl enthält Extrakte aus Blüten und Blättern der Hanfpflanze.

Da der Übergang zwischen Hanföl und CBD-Öl fließend ist, sollten Sie Präparate nur nach Rücksprache mit Ihrem Tierarzt anwenden.

7. Ist CBD ein Wunderheilmittel?

Heute belegen zahlreiche Studien, dass mit Hilfe von CBD-Öl zahlreiche Symptome gemildert werden können. Eine Heilung von der Erkrankung ist aber nicht zu erwarten.

Die Wirkung des Öls ist abhängig von der Hanfpflanzenart, der Aufzucht, dem Aufzuchtort und der Herstellung. Sollten Sie bei der Verabreichung eines CBD-Öls keine Wirkung beobachten, ist es also durchaus sinnvoll, das Öl eines anderen Herstellers auszuprobieren. Informieren Sie sich bei Ihrem Tierarzt vor der Verabreichung von CBD-Öl. Es könnten sonst unerwünschte Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auftreten.

8. Neue Studien über die Abtötung von Krebszellen

Durch die Erforschung des Endocannabinoidsystems konnten neue Erkenntnisse über die Entwicklung und Verbreitung von Tumoren gewonnen werden. Da sich Krebszellen in allen Teilen des Körpers ausbreiten, müssen viele unterschiedliche Wege zur Bekämpfung der Tumoren eingeschlagen werden. Derzeit werden viele Studien an Menschen durchgeführt, die nachweisen sollen, dass Cannabis dazu geeignet ist, Krebszellen abzutöten. Einige dieser Studien sind vielversprechend, das endgültige Ergebnis muss allerdings noch abgewartet werden.

Die wichtigste Wirkung von Cannabis in der Krebstherapie ist die anti-angiogene Wirkung. Angiogenese ist ein Vorgang, bei dem im Körper neue Blutgefäße gebildet werden. Durch diesen Prozess können Wunden heilen, Körpergewebe kann wachsen und das Kreislaufsystem wird optimiert.

Krebs beeinflusst die genetische Struktur der Zellen, die Teilung und das Wachstum erfolgen ohne Kontrolle. Neue Gefäße, die das Tumorgewebe ernähren, entstehen. Durch die Anti-Angiogenese wird die Bildung dieser Blutgefäße verhindert.

Die Bildung neuer Blutgefäße wird durch das körpereigene Endocannabinoidsystem gesteuert. Cannabinoide besetzen die Protein-Rezeptoren und verlangsamen dadurch das Wachstum der Tumoren. Zellen können nicht aus dem Tumor auswandern. Es bilden sich keine Metastasen.

Krebszellen gaukeln dem Körper vor, gute Zellen zu sein. Sie sterben daher nicht bei der Apoptose (Selbstzerstörung der Zelle) ab. CBD (Cannabidiol) greift in die Selbstzerstörungssequenz ein. Der Körper erhält die Erlaubnis, die Tumorzelle abzutöten. Gesunde Zellen werden durch CBD nicht beeinflusst oder abgetötet.

Bei Mäusen konnten Gliome (Tumoren im Gehirn und Nervensystem) durch eine Behandlung mit CBD innerhalb von 18 Tagen um 70 % reduziert werden. Derzeit wird vermutet, dass die Antitumoraktivität von CBD auch auf andere Tumoren angewendet werden kann.

 

Studien zur Krebsbehandlung beim Menschen

https://www.rxleaf.com/yes-cannabis-does-fight-cancer/

https://www.rxleaf.com/chemo-kills-healthy-cells-cannabis-only-kills-cancer/

https://www.rxleaf.com/cbd-stops-breast-cancer-back-from-achieving-metastasis-in-recent-study/