Teilen, verschicken oder drucken Sie diesen Artikel

Werfen, zerren, hetzen, ganz ohne Stress

Wie man den Hund beim Spielen nicht überfordert

Von Irene Husczawa

 

Wurf-, Zerr- und Hetzspiele werden oft sehr kontrovers diskutiert. Die einen lieben sie, die anderen verteufeln sie. Nun haben diese Spiele tatsächlich Vor- und Nachteile, die man sich anschauen sollte, bevor man startet.

Wenn der Hund sehr aufgedreht und aktiv ist, hat man oft den Eindruck, der Hund sei nicht genügend ausgelastet. Hört man sich dann um, bekommt man häufig den pauschalen Rat, dass der Hund durch Hetz- und Zerrspiele perfekt müde zu machen ist.

 

Die Endlosschleife

 

So sieht man teilweise HundehalterInnen, die in der Endlosschleife den Ball, das Stöckchen oder das Frisbee querfeldein werfen. Gleichzeitig sieht man scheinbar total motivierte Hunde, die dem Objekt der Begierde hinterher hetzen und nicht genug bekommen können.

Meist ist hier jedoch das Gegenteil der Fall. Durch zu wenig Schlaf und zu viel Action schaffen viele Hunde es nicht mehr sich gut entspannen zu können und haben dann ihre wilden Minuten, wenn sie eigentlich schlafen sollten.

Durch immer mehr Beschäftigung befindet man sich hier schnell in einem Teufelskreis. Der Hund wird immer schneller, immer fitter und braucht immer mehr an körperlicher Auslastung. Wir Menschen kommen da meist nicht mehr mit. Und ganz ehrlich, wer möchte schon einen Hund, den er täglich stundenlang auspowern muss, damit er auch mal ruhig in seinem Körbchen liegt?

 

Spielen kann süchtig machen

 

Zeitgleich kann eine Art „Sucht“ entstehen, sodass der Hund ohne sein Spielzeug nicht mehr entspannt unterwegs sein kann. Es entsteht viel Stress, den der Hund schlecht wieder abbauen kann.

Wenn dieser Zustand lange anhält, kann es auch zu gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen.

Natürlich brauchen Hunde Bewegung und Beschäftigung, diese sollte allerdings immer auf den individuellen Hund (Rasse, Alter, Gesundheit) angepasst sein und nicht übertrieben werden.

Ein paar Mal den Ball werfen oder eine kurze Zergel-Einheit können Hund und Mensch großen Spaß bringen, wenn der Hund auch gelernt hat, dass es hier ein Ende gibt und man danach auch gut wieder zur Ruhe kommen kann.

 

Zusammenfassung

 

Eine ausgewogene Beschäftigung durch eine Mischung aus körperlicher und geistiger Auslastung ist in der Regel der optimale Weg zu einem glücklichen und ausgeglichenen Begleiter. Zerr- und Hetzspiele können eine schöne gemeinsame Beschäftigung sein, solange sie mit Maß und Ziel und auf den Hund angepasst gemacht werden.

 

 

Irene Husczawa ist Tierschutzqualifizierte Hundetrainerinund Verhaltensberaterin. Sie betreibt in Wien die Hundeschule kynolearn.