Oxidativer Stress macht krank: wie er im Körper entsteht

Wenn die Oxidantien in der Überzahl sind.
(c) Photo: Mary Pahlke auf Pixabay

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Oxidantien, Antioxidantien, Entzündungen - news 08/12/20

  • Unser Stoffwechsel produziert laufend Oxidantien 
  • Auch bei der Arbeit der weißen Blutkörperchen entstehen Oxidantien.
  • Ihre Gegenspieler sind Antioxidantien.
  • Sind mehr Oxidantien als Antioxidantien vorhanden, entsteht ein Ungleichgewicht.
  • Die Oxidantien beginnen gesunde Zellen, gesundes Gewebe, zu zerstören.
  • Es entsteht oxidativer Stress.

1. Für oxidativen Stress sind im Wesentlichen zwei Molekülformen verantwortlich:

  1. ROS (reactive oxygen Species): In diese Gruppe fallen alle freien Radikale.
  2. RNS (reactive nitrogen Species)

2. Sie entstehen bei der Energiegewinnung und Arbeit der weißen Blutkörperchen:

ROS und RNS werden von den Zellen laufend beim Abbau von Zuckermolekülen aus der Nahrung und der Energiegewinnung gebildet. Außerdem entstehen sie bei der Arbeit der weißen Blutkörperchen. Die weißen Blutkörperchen sind die Polizei in unserem Kürper, sie erkennen und zerstören Krankheitserreger. Der dabei entstandene Abfall wird als freie Radikale, Oxidantien  bezeichnet. 

3. Oxidantien, freie Radikale, werden von Antioxidantien in Schach gehalten:

Die Oxidantien müssen schnell abtransportiert werden, da sie mit Sauerstoff reagieren und die Zellen dadurch schädigen. Die Zellmembran wird durchlässig, die Zelle altert schneller, wuchert (teilt sich schneller) oder stirbt ab.

Damit die Zellen vor den schädlichen Einwirkungen der Oxidantien geschützt sind, hat die Natur die Antioxidantien erfunden. Diese Stoffe sind in der Lage, ROS und RNS zu binden und zu zerstören.

Antioxidantien werden teilweise vom Körper selbst produziert, teilweise müssen sie mit der Nahrung zugeführt werden.

  • Endogene Antioxidantien: werden direkt von Körper hergestellt. Zu den endogenen Antioxidantien zählen Proteine, wie Albumin, die Aminosäure Glutathion und viele Enzyme.
  • Exogene Antioxidantien: werden mit den Lebensmitteln aufgenommen. Zu den exogenen Antioxidantien zählen die Spurenelemente Selen, Mangan, Kupfer und Zink und Vitamin E. Pflanzen enthalten zahlreiche sekundäre Pflanzenstoffe (Flavonoide, Anthocyane, Carotinoide), die ebenfalls als Antioxidantien wirken.

Im Körper werden ständig Oxidantien und Antioxidantien gebildet. Da die Menge der produzierten Antioxidantien nicht ausreicht, müssen diese zusätzlich mit der Nahrung aufgenommen werden. Eine Zelle kann nur dann gesund bleiben, wenn sich Oxidantien und Antioxidantien in einem Gleichgewicht befinden. Sind zu viele ROS und RNS vorhanden, können nicht mehr alle Oxidantien neutralisiert werden:

  1. Die Zellen werden krank. Ihre Zellmembran wird durchlässig.
  2. Die schädlichen Stoffe können bis zum Zellkern vordringen und die Erbsubstanz schädigen.
  3. Die Zellen beginnt zu wuchern. Ein Tumor bildet sich.
  4. Außerdem kann durch die geschädigte Zellmembran der Zellstoffwechsel nicht mehr geordnet ablaufen.
  5. Ein ständiger Energieverlust ist die Folge. Die Zelle altert und stirbt.

4. Chronische Entzündungen produzieren laufend Oxidantien

Chronische Entzündungen führen zu einer starken Anhäufung von Oxidantien. Durch den ständigen Einsatz der weißen Blutkörperchen werden laufend freie radikale produziert. Es entsteht ein Ungleichgewicht zwischen Oxidantien und Antioxidantien. Zu wenig Oxidantien, freie Radikale, können abgebaut und abtransportiert werden können. Daher tritt schon nach kurzer Zeit eine Schädigung der Zellen ein. Daher sollten Sie immer auf erste Anzeichen für chronische Entzündungen bei Ihrem Vierbeiner achten. 

5. Zusammenfassung

Normalerweise schützen Oxidantien den Körper vor Zellen, die einen falschen genetischen Code enthalten. Wenn aber zu viele Oxidantien vorhanden sind, entsteht ein Ungleichgewicht. Sie können sie nicht mehr von ihren Gegenspielern, den Antioxidantien in Schach gehalten werden. Gibt es zu viele Oxidantien beginnen diese gesunden Zellen, gesundes Gewebe, zu zerstören.