Mit natürlichem Neurotransmitter GABA Angst und Stress bewältigen

petdoctors Experte TA Dr. Stefan Reischl über die Wirkung von GABA
(c) Photo: David Mark auf Pixabay

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Gewitter, Feuerwerk, Verspannungen, TA Dr. Reischl - News 31/01/21

  • petdoctors Experte TA Dr. Stefan Reischl
  • über GABA für Hunde und Katzen in Stresssituationen
  • Angst-Attacken von Vierbeinern sind ein Alptraum auch für ihre zweibeinigen Familienmitglieder: nichts hilft, keine beruhigenden Worte, keine Leckerlis, vor lauter Angst sind die Augen weit aufgerissen, der ganze Köper bebt und zittert, die Zunge wird blau.
  • GABA,t γ-Aminobuttersäure, hilft Unruhe, Angst, Stress, Muskelverpannungen und hohen Blutdruck zu bekämpfen.

Stress und Angst bei Hunden und Katzen sind für ihre zweibeingen Familienmitgleider nicht immer sofort zu erkennen. Fremde Artgenossen, Gerüche, Menschen, laute Geräusche, Angst kann viele Gesichter haben. Ob unsichtbare  oder sichtbare Anzeichen, die Tiere benötigen die Hilfe ihrer Bezugsperson, um die Angst und den Stress besser bewältigen zu können.

1. GABA hilft bei der Bewältigung von Stress und Angst:

  • GABA ist eine nicht proteinogene Aminosäure (die Aminosäure wird nicht für den Aufbau von Eiweiß eingesetzt)
  • GABA ist ein Neurotransmitter
  • GABA wirkt im zentralen Nervensystem
  • GABA wirkt beruhigend

2.  GABA, Gamma-Aminobuttersäure, ist ein natürlicher Neurotransmitter:

  1. Gamma-Aminobuttersäure wird im Körper aus Ammoniak und der Aminosäure Glutamin im Gehirn und in der Bauchspeicheldrüse gebildet.
  2. Für den Prozess wird das Vitamin B6 benötigt. Sobald GABA die Gliazellen erreicht hat, wird es zu Glutamin oder Glutamat umgebaut.
  3. Bei einem gut funktionierenden Nervensystem befinden sich Glutamat und GABA in einem Gleichgewicht. 
  4. Bei Stress oder Erkrankungen erhöht sich der Glutamat-Spiegel: die Konzentrationsfähigkeit ist verringert und Angst entsteht.

3. Zur Funktion von GABA im zentralen Nervensystem:

Für die Weiterleitung von Signalen im Gehirn werden Neurotransmitter benötigt: Adrenalin, Noradrenalin, Glutamat, GABA

  • Während Adrenalin, Noradrenalin und Glutamat anregend wirken, blockiert GABA diese Signale. Die Aktivität des Nervensystems wird verringert.
  • Anregende Reize werden langsamer weitergeleitet.Der Hund und die Katze entspannen sich.
  • Damit GABA seine Wirkung entfalten kann, muss es an den Rezeptoren GABA A und B andocken. Die Rezeptoren befinden sich in den Transmembranproteinen der Nervenzellen.
  • Sobald GABA an die Rezeptoren gebunden ist, ist die Erregungsfähigkeit der Nervenzelle verringert.

Neben seiner beruhigenden Funktion verstärkt GABA die Produktion und Ausschüttung von Wachstumshormonen. Der Fettstoffwechsel wird gesteigert. In der Bauchspeicheldrüse beeinflusst GABA die Ausschüttung von Glukagon. GABA wirkt also auch auf den Blutzuckerspiegel.

4. Symptome bei einem Mangel an GABA:

  • Diabetische Neuropathien
  • Gestörtes Allgemeinbefinden
  • Unruhe
  • Angst
  • Stress
  • Eventuell Aggression
  • Muskelverspannungen
  • Erhöhter Blutdruck

5. Wann Tiere GABA benötigen:

Ist eine Situation, die bei Ihrem Vierbeiner Stress auslöst, vorhersehbar, kann GABA zwei Stunden vorher vorbeugend verabreicht werden. Nach sechs Stunden erfolgt eine neuerliche Eingabe.

Um eine Störung des Schlafs zu verhindern, sollte GABA immer abends eingenommen werden. Streuen Sie den Inhalt der Kapsel über das Futter.

  • Silvester
  • Feuerwerk
  • Gewitter
  • Besuch in der Tierarztpraxis
  • Besuch beim Hundefrisör
  • Autofahrten
  • Partys

6. Zur Dosierung von GABA:

Die Dosierung erfolgt individuell nach den Bedürfnissen Ihres Vierbeiners. Lassen Sie sich vor der Anwendung von GABA von Ihrer Tierärztin, Ihrem Tierarzt beraten.

7. Nebenwirkungen

  • Müdigkeit
  • Leichte Schwäche der Muskulatur
  • Achtung: Bei einer Überdosierung sind die Herzfrequenz und die Atmung beschleunigt. Die Angst verstärkt sich.

8. Wechselwirkungen

Derzeit sind keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bekannt.

9. Fazit:

GABA ist ein Neurotransmitter, der entspannend wirkt und Stress löst. Vor der Anwendung sollte immer eine Tierärzt*in konsultiert werden, damit die Dosierung individuell auf den Hund und die Katze abgestimmt ist.

 

Zu petdoctors Experte Dr. Stefan Reischl

Dr. Reischl ist mit Herz und Seele Tierarzt. Geboren in der Steiermark, auf einem kleinen Bauernhof aufgewachsen, wusste er schon sehr früh, dass er Tierarzt werden wollte. 2001 eröffnete er seine Ordination in Wien Währing und begann sich schon sehr früh sich mit Methoden der Komplementärmedizin insbesonders Phytotherapie auseinander zu setzen.

Sein umfangreiches Wissen aus Theorie und Praxis teilt Tierarzt Dr. Reischl mit den Userinnen und Usern auf petdoctors.at. www.tierarzt-reischl.at