Es gibt viele Gründe für Erbrechen beim Hund
(c) Foto: congerdesign auf Pixabay

Teilen, verschicken oder drucken Sie diesen Artikel

17 Ursachen für Erbrechen bei Hunden: Symptome & Therapie

Vomitus/Erbrechen/Magen/Futter - News am 20. Juni 2020

  • Einmaliges Erbrechen ist eine Schutzfunktion des Hundes.
  • Erbrechen kann akut oder chronisch auftreten.
  • Erbrechen ist keine eigenständige Erkrankung, sondern tritt als Begleitsymptom bei Störungen des Verdauungstraktes auf.

 

Erbrechen kommt bei Hunden häufig vor. Auch wenn der Vorgang für den Besitzer oft erschreckend ist, kann es sich um einen rein physiologischen Vorgang handeln. Tritt Erbrechen allerdings häufig auf, muss die Ursache unbedingt abgeklärt werden.

1. Was man unter Erbrechen versteht

Der Mageninhalt (leicht verdautes Futter, Magensaft, Galle) wird herausgewürgt. Erbricht ein Hund spontan, liegt ein akuter Vomitus vor. Dauert das Erbrechen länger als zwei Wochen, ist das Erbrechen chronisch.

2. Welche  physiologische Funktion Erbrechen hat

Hunde testen ihr Futter vor allem mit dem Mund aus. Um zu überprüfen, ob etwas verdaut werden kann, wird das Futter einfach in den Mund genommen und geschluckt. Handelt es sich dabei um einen unverdaulichen oder unbekömmlichen Gegenstand, wird dieser schnell wieder erbrochen. Das Erbrechen hat also eine den Magen reinigende Funktion. Einige Hunde fressen das Erbrochene erneut, um auszutesten, ob nicht doch verdauliche Bestandteile enthalten sind.

3. Wodurch Erbrechen verursacht wird 

  1. Zu schnelles Fressen
  2. Stress
  3. Verdorbenes Futter
  4. Fressen von zu großen Mengen
  5. Fressen von Gras
  6. Fremdkörper
  7. Futterunverträglichkeiten
  8. Vergiftungen
  9. Reiseübelkeit
  10. Entzündungen im Magen-Darmtrakt
  11. Parasiten
  12. Verschluss des Magen-Darmtraktes
  13. Pankreatitis (Entzündung der Bauchspeicheldrüse)
  14. Erkrankungen der Leber
  15. Erkrankungen der Nieren
  16. Tumore
  17. Magengeschwüre

4. Welche Symptome bei Erbrechen auftreten und worauf Sie achten sollten

Ihrem Hund ist übel, er speichelt verstärkt. Die Atmung ist beschleunigt. Kurz bevor der Hund erbricht, senkt er den Kopf und beginnt zu würgen. Die Bauchmuskulatur zieht sich deutlich sichtbar zusammen. Ihr Hund senkt den Kopf und öffnet seinen Mund. Das Futter fließt heraus.

5. Worauf Sie bei Erbrechen Ihres Hundes achten sollten

Wie sieht das Erbrochene aus?

  • Weiß und schaumig: Mageninhalt
  • Bräunlich mit Bröckchen: unverdautes Futter
  • Gelb: Beimengung von Galle
  • Rötlich oder schwarz braun: Beimengung von Blut

Sind Fremdkörper zu erkennen?

  • Befinden sich in dem Erbrochenen Spielzeugteile, Knochen, Fäden oder Stofffransen?
  • Sind im Erbrochenen Würmer zu erkennen.

Wie oft erbricht Ihr Hund: nur einmal oder häufiger?

Einmal: entweder ein physiologisches Erbrechen oder eine Überlastung des Magens
Häufiger: hier muss die Ursache unbedingt von einem Tierarzt abgeklärt werden.

Können Sie noch andere Symptome beobachten?

  • Fieber
  • Beschleunigte Atmung
  • Veränderte Schleimhäute
  • Durchfall
  • Unruhe
  • Müdigkeit und verringerte Leistungsfähigkeit
  • Ständiges Reiben der Schnauze am Boden oder mit den Pfoten
  • Der Mund des Hundes ist ständig geöffnet.

Beim Auftreten zusätzlicher Symptome muss die Ursache des Vomitus immer durch einen Tierarzt abgeklärt werden.

6. Untersuchungen zur Diagnose

  • Röntgen, Ultraschall: bei Verdacht auf einen Fremdkörper
  • Blutuntersuchung: Stoffwechselstörungen, Futterunverträglichkeiten, Entzündungen
  • Magenspiegelung: Magengeschwür, Tumor, Fremdkörperverdacht

7. Therapie bei Vomitus

Die Behandlung richtet sich nach der vorliegenden Grunderkrankungen.
Ihr Hund erhält 24 Stunden lang kein Futter. Frisches Wasser sollte immer zur Verfügung stehen. Der Flüssigkeitsverlust wird mit Infusionen ausgeglichen.

  • Liegt eine bakterielle Infektion des Magen-Darmtraktes vor, erhält Ihr Hund Antibiotika. Parasiten werden mit Anthelmintika abgetötet. 
  • Bei häufig auftretendem Erbrechen verabreicht der Tierarzt Antiemetika, die lokal auf den Magen und systemisch auf das Brechzentrum im Gehirn wirken. 
  • Nach der Ausnüchterungsphase erhält Ihr Hund Schonkost.
  • Füttern Sie in den ersten Tagen eine Morosche Karottensuppe, damit sich die Magenschleimhaut beruhigen kann. Zusätzlich können Sie Ihrem Hund mageres Hühnerfleisch, gekochten Reis oder mageren Hüttenkäse füttern.

8. Wie Sie Erbrechen beim Hund vorbeugen können

  1. Lassen Sie keine Plastiktüten, Kleinteile oder Fäden herumliegen.
  2. Kontrollieren Sie das Spielzeug Ihres Hundes auf Kauschäden. Ist das Spielzeug beschädigt sollte es entfernt und durch ein neues ersetzt werden.
  3. Achten Sie darauf, dass Ihr Hund nicht während des Spaziergangs unkontrolliert verdorbenes Futter frisst.
  4. Schlingt Ihr Hund, können Sie einen speziellen Futternapf verwenden.
  5. Füttern Sie keine großen Portionen.
  6. Füttern Sie hochwertiges, tiergerechtes Futter.
  7. Vermeiden Sie Stress.

9. Fazit

Erbricht Ihr Hund nur selten, ist meistens kein Grund zur Besorgnis gegeben. Tritt der Vomitus häufiger auf, sollte immer eine Tierärztin oder ein Tierarzt aufgesucht werden, damit die Ursache für das Erbrechen abgeklärt werden kann.