Hunde leiden ebenso unter Stress wie wir. Mit der Tellington Methodik kann ihnen geholfen werden.
(c) Foto: Bru-no auf Pixabay

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Wie man seinem Hund mit TTouches helfen kann, Stress abzubauen

petdoctors-Expertin Gudrun Thaller/Tellington Methodik/TTouches - News am 29. September 2020

  • Die Tellington Methode setzt sich zusammen aus:
  • der Körperarbeit den Tellington TTouches

  • der Bodenarbeit & Lernparcours mit unterschiedlichen Hindernissen
  • 
Hilfsmittel wie Körperbänder, T-Shirts und unterschiedliche Leinenführmöglichkeiten
  • Management - dem Tier einen passenden Rahmen geben.

In unserer schnelllebigen Zeit ist es oft schwierig, Hunden einen stressfreien Rahmen zu geben. Mithilfe der Tellington-Methode können  Spannungsmuster, Traumen und Ängste aufgelöst und Entspannung, Balance, Vertrauen und Veränderung geschaffen werden.

1. Was ist Stress und was verursacht Stress?

Beim Menschen ebenso wie beim Hund bedeutet Stress, dass man überfordert ist.  Oft kommt es durch unklare Anweisungen und Missverständnisse in der Kommunikation zu Unsicherheiten. Unsere Hunde müssen oft noch zusätzlich zu ihrem eigenen Stress mit dem Stress ihrer Menschen zurechtkommen.

Es sind dies meist Situationen, die nichts mit Ihnen zu tun haben, aber auch bei Ihnen zu Stress führen. Ist Frauchen oder Herrchen heute gut drauf und entspannt und hat Zeit (Wochenende oder abends z.B.) oder stehen Sie unter Zeitdruck, müssen dringend wohin und sind vielleicht geistig ganz woanders.

2. Hunde sind Konfliktvermeider und Beschwichtiger

Unsere Hunde möchten Konflikte vermeiden. Sie sind Profis im Beschwichtigen. Die Hundesprache verfügt über zahlreiche Calming Signals (Beschwichtigungs Signale) Das ist wichtig zu wissen, um das Verhalten unserer Vierbeiner richtig zu interpretieren. Ein Beispiel aus der Praxis: wenn wir Menschen im Stress sind, werden unsere Hunde langsamer und versuchen uns zu entschleunigen. Was meistens zum Gegenteil führt. In der Früh bei der Morgenrunde:  " Jetzt geh endlich Gassi!!! Geh jetzt weiter ...  " Wer kennt das nicht? Aus anfänglichem Stress wird noch mehr Stress für Zwei und Vierbeiner. Dabei hatte es unser Hund doch so gut gemeint. Kleine Ursache, große Wirkung: es entstehen klassische Spannungsmuster.

3. Spannungsmuster bei Zwei- und Vierbeinern

Der Mensch baut Spannungsmuster auf, wie zum Beispiel Migräne oder Kopfweh. Ganz ähnlich bauen auch unsere Hunde Spannungsmuster auf.

Ursachen dafür sind:

  • Unpassender Rahmen,
  • zu wenig Bewegung,
  • zu kurze Ruhephasen,
  • falsche Ernährung,
  • schlechte Erfahrungen,
  • wenig Sozialisierung,
  • falsche Kommunikation oder auch
  • schwache Genetik und rassespezifische Vorgaben.

4. TTouches entspannen: muskulär und mental

Die Tellington Methodik schafft Abhilfe. Sie sorgt für Veränderung und Entspannung. Sie basiert darauf, das Verhalten und Körper zusammenhängen. Der Tellington Touch wirkt nicht nur muskulär sondern auch mental, sogar bis in die Zellebene. Dadurch ist es möglich, Spannungsmuster, Traumen und Ängste aufzulösen und Entspannung, Balance, Vertrauen und Veränderung zu schaffen.

Eine Veränderung ist oft bereits nach wenigen Behandlungen sichtbar. Die Behandlungsdauer und Intensität bestimmt der Hund. Nur wenn er vertraut und mitmacht ist Veränderung möglich. Wenn unser Hund entspannt ist, dann ist auch eine Verhaltensänderung möglich, denn Balance führt zu mehr Gelassenheit und Sicherheit.

5. Zur Tellington-Methodik

Die Methodik ist sehr sanft und umfassend,  von der Feldenkrais Methodik abgeleitet. Zahlreiche TTouches und ungewohnte Bewegungen stimulieren das System und schaffen Veränderung.

Die Methodik hilft, alte Verhaltensmuster positiv zu verändern, neue Nervenbahnen zu aktivieren und die Funktionalität des gesamten Organismus zu verbessern. Es ist erwiesen, dass Tiere und Menschen Aufgaben, die in angenehmer Atmosphäre, ohne Stress und Angst in völliger Konzentration mit wenigen Wiederholungen erlernt werden können.

6. Zum TTouch

Beim TTouch wird die Haut in einem 1 1⁄4 Kreis gegen das darunter liegende Gewebe verschoben und hat eine positive Wirkung auf Muskulatur, Nervensystem und jede einzelne Körperzelle. Die Wirkungsweise ist durch verschiedene Tests wissenschaftlich belegt.

Mittlerweile gibt es über 30 verschiedene TTouches, diverse Druckstärken, unterschiedliche Geschwindigkeiten zur Aktivierung oder Beruhigung und bestimmte Körperzonen, die mit dem Verhalten und diversen Organen zusammenhängen. 

7. Zu Linda Tellington Jones

Auf der Suche nach einer sanften und harmonischen Verbindung zwischen Tier und Mensch wurde die Tellington TTouch Methode von Linda Tellington 1975 erschaffen. Basierend auf dem Prinzip, dass Körper und Verhalten zusammengehören, wird am Körper gearbeitet. Damit werden Muster und Verhalten geändert. Die Tellington-Arbeit mit Pferden, Hunden, Kleintieren, Vögeln und auch Wildtieren ist ähnlich aufgebaut. Es gibt jedoch bei den unterschiedlichen Tieren spezielle TTouches und Hilfsmittel. Mittlerweile wird die Tellington Methode in über 18 Ländern auf der ganzen Welt praktiziert.

Die Tellington TTouches können erlernt und gleich angewendet werden. Eine Möglichkeit: Unsere Expertin Gudrun Thaller zeigt Ihnen, wie Sie mit ihrem Hund arbeiten und zu einem Team werden können.

 www.gudrun-thaller.at