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Unliebsame Begleiter

Parasiten und Krankheiten aus den Tropen

 

Die Veränderung des Klimas hat großen Einfluss auf die Verbreitung von Insekten und Infektionskrankheiten. Nicht nur unsere Haustiere, auch wir Menschen sind verstärkt gefährdet.

 

Waren mache Erreger früher nur in südlichen, subtropischen oder tropischen Ländern heimisch, treten diese nun vermehrt in Mitteleuropa auf. Reisen und Tiertransporte begünstigen diese Entwicklung. Leishmaniose, Mittelmeerfleckfieber, Q- Fieber, Pappataci Fieber und Rickettsien sind in Deutschland und Österreich keine Seltenheit mehr. 

  1. Schildzecke

Durch die trockenen Sommer und relativ warmen Winter ist in den letzten beiden Jahren eine subtropische Zeckenart in Deutschland und Österreich heimisch geworden. Hyalomma marginatum, eine Schildzecke, hat es geschafft, die europäischen Winter zu überleben und sich auch bei uns fortzupflanzen. Diese in Asien und Nordafrika vorkommenden Zecken übertragen nicht nur Rickettsien. Sie können das Krim-Kongo-Fieber-Virus (Arbo-Virus) weitergeben. Eingeschleppt wurde die Zecke wahrscheinlich 2018 durch Zugvögel.

Nimmt die Zecke das Arbo-Virus über den Biss infizierter Tiere auf, ist auch eine Übertragung auf den Menschen nicht ausgeschlossen. Eine zusätzliche Ansteckung kann über das Blut infizierter Tiere erfolgen. Nach einer 13-tägigen Inkubationszeit treten Fieber, Übelkeit und Muskelschmerzen auf. Der Tod tritt durch Versagen aller Organe ein. Hyalomma marginatum kann, ebenso wie Stechmücken, das tödliche West- Nil- Virus übertragen. Bei Hunden und Katzen verläuft eine Infektion mit dem West-Nil-Virus symptomlos. Pferde zeigen schwere neurologische Symptome und müssen meistens euthanasiert werden. Die befallenen Tiere stellen als Reservoir für das Virus eine Gefahr für Menschen dar.

  1. Orientalischer Augenwurm

Der Fadenwurm aus dem Fernen Osten verbreitet sich durch die Wanderung von Wildtieren. Seit 1989 hat durch die Öffnung der Grenzen die Verbreitung des Parasiten in Mitteleuropa ständig zugenommen. Wurden ursprünglich nur Wildtiere über Fruchtfliegen infiziert, treten jetzt vermehrt auch Infektionen bei Hunden und Katzen auf, die sich noch nie im Ausland aufgehalten haben. Der Augenwurm wurde heuer im April in Deutschlandsberg bei einer Katze diagnostiziert. Es liegt daher der Schluss nahe, dass der warme Winter dem Wurm und seinen Entwicklungsstadien das Überleben in Österreich ermöglicht. Wird der Parasit nicht rasch mechanisch aus dem Auge entfernt, sind schwere Augenschäden die Folge. Auch Menschen können betroffen sein.

  1. Hirschlausfliegen

Die sechs Millimeter große Hirschlausfliege saugt Blut an Wildtieren. Heuer sind die Fliegen bereits um Wochen früher aktiv und befallen auch Hunde und Menschen. Das Opfer wird aggressiv verfolgt, bis die Fliege sich festsetzen kann. Sobald diese die Haut erreicht hat, brechen die Flügel ab und das Tier läuft schnell über die Haut. Der Stich verursacht schmerzende Schwellungen, die erst nach mehreren Tagen wieder abklingen. Hirschlausfliegen übertragen das Bakterium Bartonella schoenbuchensis, das bei Tieren und Menschen Fieber und Herzmuskelentzündungen hervorruft.  Hat sich die Hirschlausfliege festgesetzt, kann sie oft nur mit Wasser aus dem Fell gespritzt werden. Kämme bringen nur wenig Erfolg, da die Tiere schneller laufen als Flöhe. Die beste Vorbeugung ist es, befallene Waldgebiete zu meiden.

  1. Herzwurm und Hundehautwurm

Der Herzwurm war ursprünglich in Afrika und dem südlichsten Europa beheimatet. Der durch Stechmücken übertragene Parasit verursacht schwere Herz- und Gefäßschäden mit tödlichem Verlauf, oder eine Unterminierung der Haut mit Entzündungen. Beide Parasiten haben sich bereits bis Deutschland ausgebreitet und können in dem warmen Klima ihren vollständigen Vermehrungszyklus durchlaufen.

  1. Leishmaniose

Die durch Schmetterlingsmücken übertragene Leishmaniose beschränkte sich früher auf südliche Mittelmeerländer. Heute sind die Mücken auch in Deutschland und Österreich verbreitet und können Leishmanien an Hunde übertragen. Eine Übertragung auf den Menschen mit tödlichen Folgen ist ebenfalls möglich.

  1. Stechmücken

Durch die Klimaerwärmung können auch Malaria, Rifftal-Fieber und das Usutu-Virus in Mitteleuropa auftreten. Die Tigermücke ist eine hoch invasive Art, die sich bereits bis Südeuropa verbreitet hat. Einzelne Sichtungen in Österreich und Deutschland sind bereits erfolgt. Sie gilt als Überträger des Dengue-Virus, der Arbo-Viren und von Herzwürmern. Hohe Temperaturen beschleunigen den Entwicklungszyklus der Mücken in ihren Brutgewässern. Zur Bekämpfung müssen im Rahmen eines Monitoring Programms biologische Bekämpfungsmittel, wie Bti, eingesetzt werden.

  1. Orbiviren

Orbiviren verursachen bei Wiederkäuern die Blauzungenkrankheit, bei Pferden die Afrikanische Pferdepest. Die Viren haben sich bereits weit in den Mittelmeerraum hinein ausgebreitet. Die anzeigepflichtige Erkrankung ist auch in Deutschland und Österreich aufgetreten.

Fazit

Der Klimawandel führt zu einer verstärkten Ausbreitung gefährlicher Erreger und zum Auftreten tropischer Erkrankungen im Mittelmeerraum. Unsere Tiere sollten daher möglichst gut durch Impfungen oder Repellents gegen Mücken und Parasiten geschützt werden.