Egal ob der urin rot braun oder stinkend ist. Das ist immer ein Grund zur Tierärztin zu gehen.
(c) Photo: Pezibaer auf Pixabay

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Was die Farbe des Hundeharns über mögliche Krankheiten aussagt.

Urinprobe, rot, braun, stinkend - news 26/11/20

  • Hundeharn ist dunkelgelb und klar
  • Bei Veränderungen der Urinfarbe steckt eine Krankheit dahinter.
  • Bei Farbveränderungen sollte der Hund immer von einer Tierärztin oder Tierarzt untersucht werden.
  • Den Harn stressfrei für eine Probe aufzufangen, kann man trainieren.

Der Urin von Hunden ist normalerweise klar und dunkelgelb. Der pH-Wert liegt bei liegt zwischen 5,5 und 7,5. Treten Veränderungen in der Farbe auf, ist meistens eine Erkrankung die Ursache.

1. Roter Harn

Meistens werden die rötlichen Verfärbungen durch Blut im Harn verursacht. Das Blut bildet rote Schlieren im Harn oder der gesamte Harn ist rot verfärbt.

Ursachen für Blut im Harn:

  1. Cystitis (Blasenentzündung)
  2. Nierenerkrankungen
  3. Blasentumor
  4. Harnsteine
  5. Erkrankungen der Prostata
  6. Vaginitis (Scheidenentzündung)
  7. Läufigkeit
  8. Vergiftungen mit Zwiebeln oder Knoblauch
  9. Vergiftung mit Paracetamol
  10. Muskelerkrankungen
  11. Das Futter enthält Gemüse mit roten Farbstoffen, zum Beispiel rote Rüben
  12. Giftpflanzen
  13. Blutungen

2. Dunkler bis brauner Harn

Die Farbe des Urins hängt von der Wasseraufnahme ab. Trinkt Ihr Hund zu wenig, wird dunkler, konzentrierter Harn ausgeschieden.

Ursachen für braunen Harn:

  1. Zu geringe Wasseraufnahme
  2. Muskelerkrankungen
  3. Pyometra (Gebärmutterentzündung)
  4. Exsikkose (Austrocknung durch Flüssigkeitsverlust)
  5. Cystitis
  6. Erkrankungen der Leber

3. Hellgelber Harn

Der Urin ist sehr hell. Es werden große Mengen abgesetzt.

Ursachen für hellgelben Harn:

  1. Der Harn ist nicht konzentriert
  2. Nierenschwäche
  3. Diabetes insipidus
  4. Diabetes mellitus
  5. Morbus Cushing
  6. Der Hund trinkt mehr durch hohe Umgebungstemperaturen

4. Trüber, stinkender Harn

Beim Absetzen des Urins ist ein deutlicher, unangenehmer Geruch wahrnehmbar. Der Urin wirkt trübe oder flockig. Teilweise sind Schleimbeimengungen zu erkennen.

Ursachen für stinkenden Harn:

  1. Eitrige Cystitis
  2. Eitrige Nierenentzündung
  3. Blasentumor

5. TIPP: Wie Sie stressfrei eine Urinprobe sammeln:

Manchmal werden Harnproben für eine Diagnostik einer Erkrankung dringend benötigt. Daher ist es wichtig, Ihren Hund rechtzeitig an diesen Vorgang zu gewöhnen.

  • Wenn Ihr Hund Urin absetzen will, schnüffelt er kurz und dreht sich.
  • Jetzt ist der richtige Zeitpunkt gekommen. Ziehen Sie nicht an der Leine, sondern nähern Sie sich langsam Ihrem Hund.
  • Halten Sie ein sauberes Gefäß zum Auffangen des Harns bereit. Sobald Ihr Hund Urin absetzt, fangen sie den Strahl auf und verschließen anschließend den Schraubverschluss des Gefäßes.

Dieser Vorgang sollte aber vorher geübt werden. Und so geht es: 

Damit Ihr Hund nicht durch die Annäherung irritiert ist und den Harnabsatz unterbricht, können Sie die Annäherung trainieren.

  • Gehen Sie nahe zu Ihrem Hund, wenn dieser Harn absetzt.
  • Belohnen Sie Ihren Vierbeiner nach diesem Vorgang immer mit einem Leckerchen.
  • Hat sich der Hund an die Annäherung gewöhnt, machen Sie den nächsten Schritt.
  • Führen Sie den Sammelbehälter immer näher an Ihren Hund heran, bis Sie ihn damit sogar berühren können.
  • Der Hund nimmt das Gefäß mit der Zeit als etwas Normales wahr und ist nicht mehr beunruhigt. 

6. Am besten Morgenharn:

Bringen Sie immer eine möglichst frische Urinprobe zu Ihrem Tierarzt. Am besten fangen Sie den Harn beim Morgenspaziergang auf. Wollen Sie den Harn vom Vortag untersuchen lassen, sollten Sie diesen immer im Kühlschrank aufbewahren.
Das Auffangen des Harns sollte sauber erfolgen, muss aber nicht steril sein. Durch die Haut des Hundes und das nicht sterilisierte Gefäß gelangen immer einige Bakterien in die Harnprobe. Benötigt der Tierarzt Harn, der nicht verunreinigt ist, wird er diesen mit einem Katheter direkt aus der Blase gewinnen.