Besonders häufig betroffen sind Boxer, Dackel, Beagle, Pudel und Terrier
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2 Formen von Morbus Cushing beim Hund

Hormonstoffwechsel/Nebenniere/Kortisol/Tumor - news am 23. August 2020

  • Bei dem Cushing Syndrom produziert die Nebenniere zu große Mengen an Kortisol.
  • Meistens wird das Cushing Syndrom durch einen Tumor in der Hirnanhangdrüse ausgelöst.
  • Hündinnen erkranken öfter an Morbus Cushing als Rüden. 
  • Besonders oft von Morbus Cushing betroffen sind Dackel, Beagle, Pudel, Terrier und Boxer

Morbus Cushing ist eine bei Hunden sehr häufig auftretende Störung des Hormonstoffwechsels. Die Erkrankung wurde erstmals bei Menschen von Harvey William Cushing beschrieben. 


1. Über das Cushing Syndrom

Liegt ein Cushing Syndrom (Hyperadrenokortizismus) vor, geben die Nebennieren zu viel Kortison an das Blut ab. Die Symptome bei einzelnen Hunden können sehr unterschiedlich sein. Meistens erkranken ältere Hunde. Hündinnen sind häufiger betroffen als Rüden.

Es werden zwei Formen unterschieden:

  1. Endogenes Cushing Syndrom
  2. Exogenes Cushing Syndrom

2. Welche Rassen betroffen sind:

  • Dackel
  • Beagle
  • Pudel
  • Terrier
  • Boxer

3. Wodurch das Cushing Syndrom verursacht wird: 

Das endogene Cushing Syndrom wird bei 85 Prozent der Hunde durch einen Tumor in der Hirnanhangdrüse, der meistens gutartig ist, ausgelöst. Die Hypophyse produziert zu viel ACTH, ein Hormon, das mit dem Blut zu den Nebennieren gelangt. Die links und rechts an der Wirbelsäule in der Nähe der Nieren angeordneten Nebennieren haben normalerweise eine Größe von 2 x 1 cm. Befindet sich über einen längeren Zeitraum zu viel ACTH im Blut, vergrößern sich die Nebennieren und geben ständig zu viel Kortisol ab.

Bei 15 Prozent der Hunde befindet sich ein Tumor direkt in der Nebennierenrinde. Der Tumor regt die Produktion von Kortisol an.

Das exogene Cushing Syndrom wird durch Medikamente, zum Beispiel durch eine längere Verabreichung von Kortison, verursacht.

4. Welche Symptome bei Morbus Cushing auftreten:

  • Ihr Hund frisst viel. Er lagert das Fett vor allem im Bauchbereich ein. Ein Hängebauch entsteht. Dabei bleiben die Beine Ihres Hundes schlank. Die „Stammfettsucht“ ist ein typisches Anzeichen für ein Cushing Syndrom.
  • Erkrankte Hunde trinken große Mengen an Wasser und scheiden viel unkonzentrierten Harn aus. Eventuell wird der Hund unsauber, wenn er nicht häufig ins Freie geführt wird.
  • An Bauch, Flanken und Ohren beginnen die Haare auszufallen. Das Haarkleid ist stumpf, glanzlos und dünn. Wird die Erkrankung nicht behandelt, kann sich der Verlust der Haare auf den ganzen Körper ausbreiten. 
  • Die Haut wird immer dünner und neigt zu Entzündungen. Durch die Einlagerung von Pigment treten schwarze Verfärbungen auf. 
  • Weiße Punkte in der Haut entstehen durch Kalzium-Einlagerungen.
  • Hündinnen werden nicht mehr läufig.
  • Bei Rüden verkleinern sich die Hoden deutlich.
  • Durch eine Rückbildung der Muskulatur wird der Hund geschwächt. Das Gangbild ist gestört.
  • Eventuell kann als Folge des Cushing Syndroms ein Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) entstehen.

5. Wie die Diagnose erfolgt:

Da die klinischen Symptome nicht alle auftreten müssen, wird das Cushing Syndrom durch eine Untersuchung von Blut und Harn nachgewiesen. Zusätzlich wird noch eine Ultraschall-Untersuchung der Nebennieren durchgeführt.

Erhärtet sich der Verdacht, muss sich der Hund einem Dexamethason-Screening-Test unterziehen. Nach einer Blutentnahme wird der Kortisol-wert bestimmt. Ihrem Hund werden 0,02 mg Dexamethson pro Kilogramm Körpergewicht injiziert. Nach drei und acht Stunden wird eine neuerliche Blutabnahme durchgeführt, um die Veränderungen des Kortisol-Wertes zu bestimmen.

Zusätzlich zu diesem Test muss der Morgenharn an zwei aufeinanderfolgenden Tagen gesammelt werden. Am zweiten Tag erhält Ihr Hund dreimal täglich 0,1 mg Dexamethason pro Kilogramm Körpergewicht. Am dritten Tag wird wieder der Morgenurin aufgefangen.

Durch die Bestimmung des Kortisol/Kreatinin Quotienten kann das hypophysäre und das adrenale Cushing Syndrom unterschieden werden.

6. Therapie

Durch Medikamente wird der Kortisol-Spiegel im Blut verringert. Da eine zu geringe Ausschüttung von Kortisol schwere gesundheitliche Störungen, wie Lähmungen und Blindheit, verursachen kann, müssen die Blutwerte regelmäßig kontrolliert werden. Eine Entfernung der Nebenniere kann in der Folge problematisch werden. Die von der Nebenniere erzeugten Glucocorticoide müssen lebenslang substituiert werden.

Bei einem hypophysären Cushing Syndrom kann die erhöhte Wasseraufnahme mit Minirin Tabletten oder Tropfen verringert werden.  

Ein exogenes Cushing Syndrom muss nicht therapiert werden. Nach Rücksprache mit dem Tierarzt wird die Kortison-Dosis so weit wie möglich verringert.

Achtung: Setzen Sie das Kortison NIE selbstständig und plötzlich ab. Durch abruptes Absetzen des Medikamentes können lebensbedrohliche Zustände auftreten.

7. Alternative Therapien:

Da es sich bei dem Cushing Syndrom um eine besonders schwere Erkrankung handelt, sollten Sie immer eine TierärztIn konsultieren.

Eine begleitende Therapie mit Kräutern unterstützt den Stoffwechsel Ihres Hundes.

Verwendet werden können:

  • Mariendistel
  • Schafgarbe
  • Löwenzahn
  • Goldrute
  • Gänseblümchen
  • Pfefferminze 
  • Fenchel
  • Artischocke

Vor allem Mariendistel spielt in der alternativen Therapie des Cushing Syndroms eine große Rolle. Die Pflanze fördert die Funktion der Leber und unterstützt eine Neubildung von Leberzellen.

Achtung: Mischen Sie die Kräuter nicht wahllos zusammen, sondern lassen Sie sich von einem Experten eine für Ihren Hund passende Mischung zusammenstellen.

Das richtige Futter beim Cushing Syndrom:
Ihr Hund benötigt viel Bewegung und positive, soziale Kontakte mit Artgenossen, damit er so wenig wie möglich unter Stress leidet. Das Futter sollte nur geringe Mengen an Zucker und Stärke enthalten, damit die Verfettung nicht unterstützt wird.

8. Wie die Prognose lautet:

Ist die Ursache ein bösartiger Tumor, ist auch die Prognose sehr schlecht. Bei einem gutartigen Tumor oder anderen Ursachen kann Ihr Hund mit der richtigen Behandlung und entsprechendem Futter noch viele Jahre ein glückliches Hundeleben führen.

Ohne Behandlung verschlechtert sich die Lebensqualität immer mehr bis das Syndrom tödlich endet.

9. Können Sie dem  Cushing Syndrom vorbeugen?

Sie können leider keine vorbeugenden Maßnahmen ergreifen, damit die Erkrankung nicht ausbricht. Sollte Ihr Hund mit Kortison behandelt werden, stellen Sie diesen bitte regelmäßig einem Tierarzt zu einer Kontrolle vor, damit bereits erste Anzeichen des Cushing Syndroms erkannt werden.

Wenn Ihr Hund bereits an dem Cushing Syndrom erkrankt ist, sollten Sie immer darum bemüht sein, Stress zu vermeiden. Jede stressbelastete Situation führt zu einer verstärkten Produktion von Kortisol und zu einer Verschlimmerung der Symptome.

10. Fazit

Morbus Cushing ist eine schwere Stoffwechselerkrankung, die ohne Behandlung zum Tod des Hundes führt. Eine Heilung ist auch durch eine Therapie nicht möglich. Trotzdem kann Ihr Hund mit der richtigen Behandlung noch viele schöne Hundejahre vor sich haben.