Dunkle Flecken am Hundebauch: harmlos oder Anzeichen einer Erkrankung [06|22]

Hyperpigmentierung, Melanin, Altersflecken, Lentigo simplex, Pigmente, Verfärbungen am Bauch - Petdoctors  [17|06|22]
(c) Photo: Rebecca Scholz auf Pixabay
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Hyperpigmentierung, Melanin, Altersflecken, Lentigo simplex, Pigmente, Verfärbungen am Bauch - News [17|06|22]

  • Pigmente färben die Haut. Je umfassender die Pigmentierung desto dünkler die Haut.
  • Sonneneinstrahlung kann über längere Zeit zu Altersflecken führen
  • Bei älteren unkastrierten Rüden kann auch ein Hodentumor mögliche Ursache sein
  • Die Abklärung durch eine Tierarzt:in bringt Sicherheit

Pigmente sind Farbstoffe, die dafür verantwortlich sind, der Haut ihre Farbe zu verleihen. Wie dunkel oder hell diese ist, hängt allerdings mit der Menge an Melanin zusammen, die sich in den Zellen befindet. Melanin sind rötliche, braune oder schwarze Pigmente. Welche Farbe nun überwiegt, bestimmen andere Farbstoffe und die Hormone MSH (Melanin stimulierendes Hormon) und ACTH (adrenocorticotropes Hormon).

1. Ursachen für Hautverfärbungen:

  • Die Farbe der Haut des Hundes kann sich durch verschiedene Einflüsse verändern.
  • Besteht eine Hyperpigmentation, die auch als Überpigmentierung bezeichnet wird, können entweder genetische Faktoren
  • oder aber auch eine Erkrankung der Haut die Ursache sein.
  • Meistens sind vor allem cremefarbene, goldene und fuchsrote Tiere betroffen.

1.1 Angeborene Überpigmentierung:

Die Ausbildung von schwarzen Flecken kann bereits angeboren sein. Dies ist kein Grund zur Sorge. Ein Beispiel hierfür wären die Möpse. Bei Ihnen werden schwarze Flecken vererbt und heißen Lentigo simplex („Leberfleck“). Hierbei handelt es sich um mehrere Flecken vor allem am Bauch. Diese treten auch bei anderen Hunden im Erwachsenenalter auf.

1.2 Überpigmentierung bei Erkrankungen:

Eine Hyperpigmentation kann auch aufgrund von Erkrankungen auftreten.

So kommt es zum Beispiel während dem Abheilprozess einer Entzündung zu der Ausbildung von schwarzen Flecken. Diese entstehen, da es zu einer erhöhten Melaninproduktion kommt. Zu Beginn sind diese sogenannten „spots“ noch von einem roten Rand umgeben. Generell sollten diese nach einer Weile verschwinden.

  • Ursachen hierfür sind zum Beispiel Allergien oder hormonelle Störungen, wie die Hypothyreose (Schilddrüsenunterfunktion).
  • Eine wichtige Erkrankung, auf welche bei einer Hyperpigmentation nicht vergessen werden darf, ist Morbus Cushing.
  • Sowohl bei der Hypothyreose als auch bei Cushing ist die Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) beschädigt und produziert vermehrt das Hormon ACTH.
  • Dadurch wird dem Körper signalisiert, mehr Melanin in den Zellen einzulagern. So kommt es zur Verfärbung der Haut.
  • Weiters können auch durch Parasiten ausgelöste Entzündungen verantwortlich sein.
  • Eine weitere Ursache wären bestimmte Hodentumore. Als Frühsymptom treten hier schwarze Flecken (makuläre Melanose) im Bauch- und Genitalbereich auf. Davon betroffen sind vor allem ältere, unkastrierte Rüden. Neben Hodentumoren ist auch Hautkrebs möglich.
  • Außerdem können auch Glukoganome, also Tumore der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), zu einer Hyperpigmentation führen. Diese schütten Glukagon aus, welches hormonelle Abläufe stören kann. Solche Tumore kommen allerdings nur selten vor. Zusätzlich können Tumore und Ovarialzysten zu Hyperöstrogenismus führen.
  • Das heißt, dass das Sexualhormon Östrogen zunehmend produziert wird. Folge davon ist die Hyperpigmentierung. 

1.3 Altersflecken:

Neben den vererblichen Faktoren und Erkrankungen kann es sich auch um sogenannte „Altersflecken“ handeln. Diese entstehen durch das Sonnenlicht, welches über mehrere Jahre zu einer vermehrten Ansammlung an Melanin führt. Da es sich hierbei um einen längeren Prozess handelt, treten diese Flecken erst im Alter auf. Sie treten vor allem an haarlosen oder haararmen Stellen wie zum Beispiel am Bauch oder an den Ohren auf. Altersflecken sind hell- bis dunkelbraun und unterschiedlich groß.

2. Diagnose der Ursachen von Überpigmentierung:

Da so viele verschiedene Ursachen zu schwarzen Flecken am Bauch eines Hundes führen können, sollte eine Tierärzt:in konsultiert werden. So kann frühzeitig eine mögliche Erkrankung entdeckt werden.

Handelt es sich zum Beispiel um einen nicht erhabenen Fleck mit einem scharfen Rand, dann kann auch erstmal beobachtet werden, ob er sich verändert.

Mögliche Methoden zur Diagnose:

  • Abklärung möglicher Vorerkrankungen wie Entzündungen oder Verletzungen
  • Begutachtung der Flecken
  • Abtasten der betroffenen Region
  • Blutabnahme
  • Hautgeschabsel: eine Gewebeprobe wird von einer betroffenen Stelle entnommen und unter einem Mikroskop begutachtet. Befall von Parasiten, vor allem von Haarbalgmilben, kann so untersucht werden.
  • Anschließend an das Hautgeschabsel kann eine zytologische Untersuchung erfolgen. Hierbei wird mit Hilfe eines Mikroskops die Probe auf Bakterien untersucht.

3. Mögliche Therapien sind abhängig von der Ursache:

3.1 Altersflecken:

Bei Altersflecken oder Lentigo simplex, ist keine Behandlung notwendig. 

3.2 Entzündungsprozesses:

Ist eine Entzündung Ursache der Überpigmentierung, konzentriert sich die Behandlung darauf, zuerst die Entzündung zu heilen. Anschließend verschwinden die Flecken meist nach einer Weile von selbst.

3.3 Tumor:

Bei einem Tumor muß zuerst abgeklärt werden, ob es sich um einen gutartigen oder bösartigen handelt.

Therapiemöglichkeiten sind die vollständige Entfernung, wenn dies möglich ist, oder auch eine Bestrahlung. Darüber hinaus kann eine Chemotherapie, also eine Gabe von Medikamenten, die die Tumorzellen angreifen, erfolgen.

Als besondes schonende Methode wäre eine Immuntherapie möglich. Hierbei wird das Immunsystem des Hundes mit körpereigenen Zellen aufgebaut. Durch diesen Prozess soll der Hundekörper eigenständig gegen den Tumor ankämpfen.