Der juckende „heiße Punkt“: Hot Spot beim Hund [02|22]

Krankheit, Hautentzündung, akut nässende Dermatitis, Juckreiz, Golden Retriever, Berner Sennenhund, Neufundländer
(c) Photo: Henry Bell auf Pixabay
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Krankheit, Hautentzündung, akut nässende Dermatitis, Juckreiz, Golden Retriever, Berner Sennenhund, Neufundländer – News [24|02|22]

1. Was man unter einem Hot Spot versteht:

  • Punktuell auftretende, meist oberflächliche Hautentzündung
  • Zeigt sich als rundliche, gerötete und nässende Stelle auf der Hundehaut
  • Oft begleitet von Wundsekretproduktion
  • Tritt besonders häufig bei Hunden mit langem dichtem Fell wie Golden Retriever, Berner Sennenhund und Neufundländer, auf
  • Vermehrtes Auftreten in warmen Frühlings- und Sommermonaten
  • Meist im Bereich von Rumpf, Rücken, Ohren, Beinen sowie in der Halsregion

Oft werden die geröteten Stellen bei langem, dichtem Fell erst spät entdeckt. Die Ränder der Wunde sind gut von der umliegenden Haut abzugrenzen. Ist die Entzündung bereits fortgeschritten, kommt es zur Bildung von Wundsekret, das die angrenzenden Haarareale verklebt. 

2. Ursache von Hot Spots:

Die Hunde fügen sich die Hot Spots durch intensives Kratzen selbst zu. Die Ursachen für Juckreiz können jedoch vielfältig sein.

  1. Die häufigsten Ursachen für Juckreiz sind die Flohspeichel-Allergie, Ohrenentzündungen, Pilz- oder Ohrmilbeninfektionen
  2. Die Hunde beginnen sich vermehrt, oft intensiv zu kratzen und lecken die betroffene Stellen ab.
  3. Durch das Kratzen und Lecken entstehen kleine Hautverletzungen, in die Bakterien und Pilze eindringen können. Diese verursachen eine lokale Entzündung, einen "Hot Spot", einen heißen, roten Punkt auf der Haut, aus.
  4. Die entstandene Entzündung kann oberflächlich sein, sich aber unbehandelt auch zu einem tiefen Hot Spot entwickeln.

3. Diagnose von Hot Spots:

  • Die behandelnde Tierärzt:in erkennt meist, bereits am äußeren Erscheinungsbild, einen Hot Spot.
  • Ähnliche Hauterkrankungen sollen an dieser Stelle jedoch ausgeschlossen werden können.

4. Behandlung eines Hot Spots:

  • Die betroffene Hautstelle wird ausgeschoren und desinfiziert
  • Medikamente, um die Wunde auszutrocknen, werden eingesetzt
  • Wenn es sich um eine tiefe, mit Bakterien infizierte Wunde handelt, werden Antibiotika verabreicht
  • Die wunde Stelle muss trocken bleiben. Sie sollte keinesfalls mit fettigen Cremes oder Verbänden bedeckt werden.

Wichtig ist es, den Hund am weiteren Kratzen und Lecken zu hindern. Das Anlegen einer Halskrause kann deshalb notwendig sein. [MehrWissen zum Schutz von Wunden: Trichter und Alternativen] Ansonsten kann es trotz beginnender Heilung zu einem erneuten Aufflammen der Entzündung kommen.

ACHTUNG: Hot Spots können nur verhindert werden, wenn die Ursache für den starken Juckreiz gefunden und behandelt wird.  Zu den häufigsten Ursachen für Juckreiz zählen: Floh Befall & Flohspeichel-Allergie, Ohrenentzündungen sowie Pilz- und Ohrmilbeninfektionen.

5. Hausmittel und vorbeugende Maßnahmen:

  • Johanniskrautöl sowie eine Calendula-Tinktur können bis zum Termin bei der Tierärzt:in auf die gerötete Stelle gegeben werden
  • Gründliche Fellpflege und ein ausreichender Ungezieferschutz wirken vorbeugend

Je früher der Hot Spot entdeckt wird, desto rascher kann man der Entzündung entgegenwirken und so ein weiteres Eindringen von Pilzen und Bakterien verhindern. Vermehrtes, intensives Kratzen ist immer ein erstes Warnsignal, das nie ignoriert werden sollte.