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Allergisch: Wenn das Futter Probleme macht

Symptome sind Hautentzündungen, Juckreiz und Durchfall

Futtermittelallergien gehören nach Flohspeichelallergien und der atopischen Dermatitis zu den am häufigsten auftretenden Allergien. Sowohl Katzen als auch Hunde können an einer Futtermittelallergie leiden. Bei den Hunden sind vor allem die Rassen Golden und Labrador Retriever, Cocker Spaniel, Deutscher Schäferhund, Shar Pei, Irish Setter und Boxer betroffen. Bei Katzen ist keine Rassedisposition bekannt.

Definition Futtermittelallergie

Das Tier reagiert auf bestimmte Inhaltsstoffe eines Futtermittels mit einer überschießenden Reaktion des Immunsystems. Verschiedene Moleküle werden als Fremdstoff erkannt und lösen die Bildung von Abwehrzellen aus. 12 % der Hunde reagieren mit Hautsymptomen. Aber auch Durchfall kann auftreten.

Was sind die häufigsten Allergene?

Meistens handelt es sich bei den Allergenen um Eiweißmoleküle, die häufig in Tierfutter enthalten sind. Rind, Huhn, Soja, Milch, Ei, Fisch oder Lamm können allergische Symptome auslösen. Aber auch Kohlenhydrate, die Klebereiweiß enthalten, können für Allergien verantwortlich sein. Dazu zählt vor allem der Weizen oder Reis. Künstliche Antioxidantien, Stabilisatoren und Konservierungsmittel können ebenfalls allergische Reaktionen verursachen.

Bei 80 % der Katzen lösen Rind, Fisch und Milchprodukte Futtermittelallergien aus.

Bei einer Laktose-Unverträglichkeit handelt es sich nicht um eine Futtermittelallergie, sondern um einen Mangel an dem Enzym Laktase. Milchzucker kann im Organismus nicht abgebaut werden.

Was passiert bei einer Futtermittelallergie?

Ein Futtermittel wird während der Verdauung aufgespalten. Die Moleküle passieren die Darmschranke und gelangen in das Blut. Das Abwehrsystem trifft eine Fehlentscheidung und erkennt die Moleküle als Fremdkörper. Bei dem ersten Kontakt erfolgt kaum eine Reaktion. Die sensibilisierte Abwehrzelle wandert in Lymphknoten und Milz und sensibilisiert andere Abwehrzellen. Bei einem weiteren Kontakt reagieren viele Abwehrzellen gegen die „fremden Moleküle“. Eine Entzündungsreaktion entsteht. Die ersten Symptome treten auf.

Ist die Darmschleimhaut und die Darmbarriere geschädigt, gelangen große Moleküle in das Blut. Diese werden von den Abwehrzellen immer als Fremdkörper erkannt. Allergien treten auf.

Eine geschädigte Bakterienflora im Darm begünstigt daher immer das Auftreten von Futtermittelallergien.

Symptome

Das Immunsystem löst eine Entzündungsreaktion aus. Die dabei gebildeten Entzündungsmediatoren verursachen Juckreiz. Durch das Kratzen wird die Hautbarriere noch mehr geschädigt. Rote, juckende Ausschläge treten auf. Durch die sekundäre Ansiedlung von Bakterien und Hefen (Malassezien) entstehen Ohrentzündungen und eitrige Phlegmonen. Von den Entzündungen sind vor allem Bauch, Ohren, Pfoten und Achseln betroffen. Die Haare brechen ab und fallen schließlich aus. Zusätzlich entsteht eine chronische Darmentzündung. Durchfall, Erbrechen und Blähungen führen mit der Zeit zu einem Gewichtsverlust.

Diagnose

Bei einer Blutuntersuchung wird eine Erhöhung der Entzündungswerte (Blutsenkung, Eosinophilie) festgestellt. Um die Allergene besser eingrenzen zu können, werden die Immunglobuline gemessen.

Eine weitere Diagnosemöglichkeit ist die Ausschlussdiät. Ihr Tier erhält für acht Wochen ausschließlich eine Fleischsorte. Dabei sollte es sich nicht um Huhn oder Rind handeln. Am besten füttern Sie Pferd mit Kartoffeln oder Kaninchen. Leckerchen sind in dieser Zeit nicht erlaubt. Nach acht Wochen wird eine weitere Fleischsorte zugesetzt. Treten allergische Reaktionen auf, ist Ihr Tier gegen diese Fleischsorte allergisch. Diese Diät wird so lange durchgeführt, bis alle Allergene ermittelt sind.

Alternativ kann die Allergie auch über einen Muskelspannungstest ermittelt werden. Kommt das Tier mit einem Allergen in Kontakt, wird die Muskelspannung der Surrogatperson geschwächt.

Therapie

Die beste Therapie ist die Vermeidung des Allergens. Bei starkem Juckreiz und Entzündungen der Haut verabreicht der Tierarzt Kortison und Antibiotika, um den Kreislauf zu unterbrechen. Eine Heilung ist aber nur nach Ausschaltung der Ursache möglich.

Betroffene Tiere benötigen lebenslang eine spezielle Ernährung. Dies kann durch selbst gekochtes Futter, das mit Supplementen aufgewertet wird, erfolgen. Ebenso ist die Fütterung von speziellem Diätfutter möglich. In diesem industriell hergestellten Futter wird die Größe der Moleküle während der Produktion so verändert, dass keine Allergien mehr ausgelöst werden können.

Calcium carbonicum D12 verringert die Durchlässigkeit der Gefäßwände und reduziert die Symptome bei Futtermittelallergien.

Wie können Sie Futtermittelallergien vorbeugen?

Von einer Futtermittelallergie sind meistens Tiere betroffen, die zu Entgleisungen des Immunsystems neigen. Ist die Allergie genetisch verursacht, sollte mit diesen Tieren nicht weiter gezüchtet werden. Bei Problemen des Magen-Darmtrakts sollten sie bei Hunden immer24 Stunden lang kein Futter verabreichen. Sobald sich die Darmschleimhaut repariert hat und wieder dicht ist, kann unbedenklich Futter gegeben werden. Dauert der Durchfall länger an, sollte Ihr Hund während dieser Zeit mit Futtermitteln gefüttert werden, die er im Alltag nicht erhält.

Bei Katzen ist eine längere Nahrungskarenz nicht möglich. Diese würde zu der Entstehung einer Fettleber führen.

Füttern Sie einem gesunden Tier nicht Strauß, Kamel, Känguru, Tapioka oder Süßkartoffeln. Sie verfügen sonst bei Auftreten von allergischen Erscheinungen über keine Ausweichmöglichkeiten mehr. Gesunde Tiere sollten auch kein hypoallergenes Diätfutter erhalten. Dieses sollte immer nur die letzte Möglichkeit darstellen, wenn Ihr Tier normales Futter nicht mehr verträgt.

Zusammenfassung

Chronische Durchfälle, Hautentzündungen und starker Juckreiz sind die Hauptsymptome. Aber nicht jeder Juckreiz wird von einer Futtermittelallergie verursacht. Ihr Tier kann auch unter Parasitenbefall oder einer Stoffwechselerkrankung leiden. Lassen Sie daher Ihr Tier von einem Tierarzt untersuchen, damit es die passende Behandlung erhält.