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Das Immunsystem der Tiere

Wie der Körper Angriffe von außen abwehrt

 

Unsere Tiere sind durch ihr Immunsystem gegen äußere Einflüsse geschützt. Bakterien, Viren, UV- Strahlung, Umweltverschmutzung und Stress werden wie durch eine Sicherheitsmauer abgewehrt. Einige Abwehrkräfte sind angeboren, ein Teil muss im Laufe des Lebens erworben werden.

Das angeborene, natürliche Immunsystem

Die Haut Ihres Tieres verfügt über einen Säureschutzmantel, der das Eindringen von Krankheitserregern erschwert. Hinter der Hautbarriere sind Milliarden Abwehrzellen, die auf jeden Kontakt mit einem schädlichen Stoff reagieren. Die eindringenden Keime werden durch eine unspezifische Abwehrreaktion abgetötet. An dieser Reaktion sind vor allen Makrophagen (Fresszellen) beteiligt, die Eindringlinge einschließen und auflösen.

Eine weitere Barriere bildet die Tränenflüssigkeit, die verhindert, dass sich Krankheitserreger im Auge festsetzen. Eine gesunde Darmflora trägt dazu bei, dass Keime nicht über die Darmschleimhaut in die Blutbahn eindringen können. Parasiten und Einzeller können sich in einem gesunden Darmmilieu schwerer festsetzen und vermehren.

Das erworbene Immunsystem

Einigen Schadstoffen gelingt es, die Barriere des angeborenen Immunsystems zu überwinden, und in das Innere des Körpers zu gelangen. In diesem Fall wird das spezifische Immunsystem aktiviert. Lymphozyten (Blutkörperchen) bilden Antikörper, die die Eindringlinge angreifen und vernichten. Zusätzlich werden bei dem ersten Kontakt spezifische Gedächtniszellen gebildet. Bei einem zweiten Kontakt ist der Erreger dem Immunsystem bereits bekannt. Die notwendigen Antikörper können schneller gebildet werden. Erreger werden rasch abgetötet.

Wie sich das Immunsystem aufbaut

Das körpereigene Immunsystem entwickelt sich erst im Lauf der ersten Lebenswochen. Anfangs sind die Jungtiere durch Antikörper, die sie mit der Muttermilch in den ersten 24 Stunden erhalten, geschützt. Danach entstehen bei jedem Kontakt mit Krankheitserregern Antikörper und Gedächtniszellen. In dem Zeitraum der ersten zwölf Lebenswochen ist daher das Infektionsrisiko besonders hoch. Sobald das Tier in sein neues Zuhause zieht, wird sein Körper auch mit neuen Keimen konfrontiert. Durch Impfungen kann Ihr Tier eine zusätzliche Abwehr aufbauen. Die Zeit zwischen dem Schutz durch das Kolostrum der Mutter und dem Schutz durch eine Impfung wird auch als immunologische Lücke bezeichnet.

Welche Abwehrzellen es gibt

Die Leukozyten, weiße Blutkörperchen oder Abwehrzellen, werden aus Stammzellen im Knochenmark gebildet.

  • Fresszellen oder Makrophagen: Die Fresszellen spüren Antigene (Krankheitserreger) auf und setzen die Immunreaktion in Gang. Sie umschließen Eindringlinge, präsentieren diese den anderen Abwehrzellen und lösen die Antigene schließlich auf.
  • T- Helferzellen: identifizieren Antigene und aktivieren T- Killerzellen und B- Zellen.
  • T- Killerzellen: sobald diese Zellen aktiviert werden, zerstören sie Tumorzellen und Zellen, die mit Viren infiziert sind.
  • Natürliche Killerzellen: wirken unspezifisch auf alle mit Viren infizierten Zellen und Tumorzellen
  • B- Zellen: erzeugen Antikörper, die Krankheitserreger bekämpfen können.
  • Mastzellen: stellen eine wichtige Abwehr gegen Parasiten dar. Sie sind an allergischen Reaktionen beteiligt.

Jede Abwehrzelle ist für eine spezielle Aufgabe vorgesehen. Durch die Arbeitsteilung der Zellen können Krankheitserreger in allen Organen auf die unterschiedlichste Weise bekämpft werden.

Die Immunglobuline

Immunglobuline, oder Antikörper, werden bei einem Kontakt des Körpers mit Antigenen (Fremdeiweiß) gebildet. Antikörper besitzen Rezeptoren, die genau zu dem jeweiligen Antigen passen. Sie docken an das Antigen an und zerstören es.

  • Immunglobulin G: ist mit 75 % der häufigste Antikörper. Die Bildung erfolgt drei Wochen nach dem ersten Kontakt mit einem Antigen. Erfolgt eine zweite Infektion mit dem gleichen Erreger kann Immunglobulin G sofort in großen Mengen produziert werden.
  • Immunglobulin A: wirkt vor allem gegen Antigene, die sich auf der Oberfläche einer Schleimhaut befinden (Darm, Atemwege).
  • Immunglobulin M: entsteht als erstes bei dem Kontakt mit einem Antigen. Es wird deshalb auch als Frühantikörper bezeichnet.
  • Immunglobulin D: befindet sich an der Oberfläche der B- Zellen und aktiviert diese im Bedarfsfall.
  • Immunglobulin E: wird vor allem für die Bekämpfung von Infektionen mit Parasiten benötigt. Es spielt eine wesentliche Rolle bei allergischen Reaktionen. Normalerweise ist Immunglobulin E nur in geringen Mengen im Blut enthalten.

Die Belastung des Immunsystems 

Die Immunabwehr wird jeden Tag belastet. Dadurch entstehen freie Radikale, die die Körperzellen schädigen. Während des Wachstums, im Alter oder bei Stress und körperlichen Belastungen ist das Immunsystem besonders gefordert.

Eine Schwächung der Abwehr kann durch folgende Faktoren verursacht werden:

  • Alter: das Immunsystem altert ebenso wie die Körperzellen. Die Regenerationsprozesse laufen langsamer ab, es werden weniger Abwehrzellen gebildet.
  • Starke körperliche Anforderungen: bei körperlichen Höchstleistungen wird das Immunsystem überfordert, die Abwehr gegen Keime funktioniert nicht mehr.
  • Verletzungen, Operationen, Stress
  • Impfungen: auch Impfungen können das Immunsystem belasten. Ist Ihr Tier bei einer Impfung nicht gesund, werden nicht ausreichend Abwehrzellen gebildet.
  • Zu kalte oder zu heiße Temperaturen

Wie man das Immunsystem stärkt

Durch eine gesunde und ausgewogene Ernährung werden die Zellen besser vor den Schäden durch freie Radikale geschützt. Vitamin E trägt wesentlich zur Stabilität der Zellmembranen bei und verhindert das Eindringen von schädlichen Stoffen in das Zellinnere. Vitamin C schützt die Zellen vor der Oxidation durch freie Radikale. Natürliche Antioxidantien und essenzielle Fettsäuren unterstützen das Immunsystem bei der Abwehr. Durch Kuren mit Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen kann die Abwehr durch Förderung einer gesunden Darmflora gestärkt werden. Regelmäßige Reinigung der Darmschleimhaut von Stoffwechselschlacken unterstützt das Wachstum gesunder Bakterien.

Durch Bewegung an der frischen Luft werden die Durchblutung gestärkt und das Immunsystem unterstützt.

Ausreichen Schlaf und die Vermeidung von Stress fördern das Wohlbefinden Ihres Tieres.

Das Immunsystem kann auch durch Homöopathie gestärkt werden. Echinacea oder andere Immunstimulantien stärken das Abwehrsystem.

Durch spezifische Nährstoffe, wie Beta-Glukane, kann das Immunsystem trainiert werden. Die Substanz wird aus den Zellwänden der Hefe gewonnen.

Impfungen stellen einen unentbehrlichen Schutz vor Infektionskrankheiten dar.

Durch Unterstützung der Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) mit Mikronährstoffen steht dem Immunsystem genügend Energie zur Verfügung, um den Körper zu schützen.

Zusammenfassung

Ein belastbares Immunsystem ist für die Gesundheit Ihres Tieres wichtig. Lassen Sie sich von Ihrem Tierarzt über Impfungen und eventuell notwendige Präparate zur Unterstützung des Immunsystems beraten.