Vorbeugen, vorbereitet sein und richtiges Reagieren kann Tierleben retten.
(c) Foto: Alexander Kliem auf Pixabay

Teilen, verschicken oder drucken Sie diesen Artikel

Erste Hilfe bei Vergiftungen: was, wie, wann ...

Vorbeugen ist die wichtigste Maßnahme!

  • Unsere Vierbeiner kommen oft unbeabsichtigt mit giftigen Substanzen, wie Reinigungs- und Pflanzenschutzmitteln in Kontakt
  • Sie nehmen mit Futterködern Rattengift auf 
  • oder fressen für sie giftige Lebensmittel oder kauen an giftigen Pflanzen
  • Tipps wie Sie bei einer Vergiftung schnell erste Hilfe leisten können.

1. Erste Hilfe Tipps:

  1. Bringen Sie Ihren Hund oder Ihre Katze sofort zu einem Tierarzt. 
  2. Ist die Quelle der Vergiftung bekannt, nehmen Sie diese mit oder machen sie ein Foto. 
  3. Bringen Sie Ihr Tier NICHT zum Erbrechen. Hat es sich mit einer ätzenden Substanz vergiftet, werden die Gewebeschäden noch größer. Durch Erbrechen können die Atemwege blockiert werden
  4. Legen Sie KEINE Maulschlinge an, ihr Hund könnte sonst an Erbrochenem ersticken.
  5. Handelt es sich um ein Kontaktgift, waschen sie die Haut gründlich ab.

Der Tierarzt wird Magen und Darm ihres Tieres entleeren. Aktivkohle und ein Antidot werden verabreicht. Durch Infusionen werden Giftstoffe im Blut verdünnt.

2. Wie Sie vorbeugen können:

  1. Bewahren Sie ätzende Substanzen und Medikamente unerreichbar für ihre Tiere (Hund, Katze, Kaninchen & Co) auf.
  2. Lassen Sie Lebensmittel, die für Tiere schädlich sind, nicht offen in der Küche liegen. Achten sie darauf was beim Kochen auf den Boden gefallen ist. 
  3. Wenn Sie giftige Zimmepflanzen im Haus haben, dann bitte außer Reichweite ihres Haustieres. Giftige Planzen im Garten mit Absperrungen schützen. Vor allem wenn ein Welpe ins Haus kommt!
  4. Führen Sie mit ihrem Hund ein Anti Giftköder-Training durch.
  5. Halten Sie in ihrer Hausapotheke Aktivkohletabletten vorrätig.
  6. Legen Sie die Telefonnummer der Giftnotrufzentrale in ihre Hausapotheke:

3. Die neun häufigsten Ursachen für Vergiftungen:

1. Ratten- und Mäusegift: Ihr Vierbeiner kann das Gift direkt aufnehmen, oder eine vergiftete Maus fressen. Die Cumarin- Derivate verursachen Blutungen aus Nase, Mund und Darm. Die Blutgerinnung ist gestört. Manche Gifte wirken bis zu 4 Wochen.

2. Mittel gegen Ektoparasiten: In Zeckenhalsbändern ist Amitraz enthalten. Kaut ihr Hund an dem Band reagiert er mit geweiteten Pupillen, Benommenheit und Schwäche. Die Herzfrequenz ist verringert. Für Katzen sind eigene Mittel gegen Zecken und Flöhe zugelassen. ACHTUNGWird eine Katze irrtümlich mit einem Präparat für Hunde behandelt, beginnt sie durch den Kontakt mit Permethrin zu speicheln. Starke Krämpfe der Muskulatur treten auf.

3. Frostschutzmittel: Frostschutzmittel schmecken süß. Bleiben beim Umfüllen Reste zurück, werden diese von ihrem Tier aufgeschleckt. Der Gang wird unsicher, ihr Tier ist benommen, Erbrechen, Durchfall und schwere Bauchkrämpfe treten auf.

4. Medikamente: Die meisten Schmerzmittel, die Paracetamol und Acetylsalicylsäure enthalten, sind für Hunde und Katzen giftig. Katzen reagieren auf die Aufnahme besonders empfindlich. Ihr Tier leidet an Durchfall, Erbrechen und inneren Blutungen. 

5. Giftpflanzen: Vergiftungen mit Pflanzen verursachen Schockzustände, Erbrechen, Durchfall und starken Speichelfluss.

6. Kontaktgifte: Haushaltsreiniger können die Schleimhäute verätzen und blutigen Durchfall und Erbrechen verursachen.

7. Algen: In stehenden Gewässern können Blaualgen zu schweren, tödlichen Vergiftungen führen.

8. Giftige TiereAber auch die Begegenung mit Tieren, wie beispielweise der Erdkröte oder dem Feuersalamander können zu schweren Vergiftungssymptomen führen.

9. Giftige LebensmittelEinige Lebensmittel enthalten Giftstoffe, die Leber-, Nieren- und Herzschäden verursachen. Ihr Vierbeiner zittert und ist desorientiert, der Gang ist unsicher, die Muskulatur krampft. Erbrechen, Durchfall und starkes Speicheln treten auf. Eventuell tritt Blut aus den Körperöffnungen aus.