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Giftige Pflanzen für Hund und Katze in Zimmer und Garten

Vor allem Jungtiere sind gefährdet. Katzenbabys und Hundewelpen lieben es ihre Umgebung zu erforschen. Sie kauen an Blättern und Stielen, graben Planzen aus, nagen an Wurzeln. Vorbeugung ist möglich, aber wenn etwas passiert, ist rasches Handeln angesagt.

 

Hunde fressen bei Spaziergängen immer wieder gerne Gras oder knabbern an Pflanzenteilen. Auch in der Wohnung werden grüne oder blühende Pflanzen nicht verschmäht. Hunde fressen auch gerne Gras, das kann verschiedene Uraschen haben. Unter anderem dient es dem Stressabu und hilft bei Magenverstimmungen. 

Katzen schlingen nicht wie Hunde. Sie untersuchen die Nahrung zuerst über ihren Geruchssinn auf Verträglichkeit. Trotzdem sind grüne und blühende Pflanzen und Küchenkräuter für Katzen sehr anziehend und werden oft angeknabbert. Steht einer Wohnungskatze kein Katzengras zur Verfügung, wird sie die Zimmerpflanzen nutzen, um ihren Ballaststoffbedarf und ihr Kaubedürfnis zu befriedigen. 

 

Wie Hund & Katze Pflanzengift aufnehmen können: 

 

  1. Durch Kauen an Blättern, Stielen oder Wurzeln gelangt das Gift über die Mundschleimhaut in die Blutbahn. Abgeschluckte Pflanzenteile werden im Magen zerlegt, das freigesetzte Gift wird über die Schleimhaut des Magen- Darmtraktes aufgenommen.

  2. Einige Pflanzen (Großer Bärenklau) sondern Kontaktgifte über Stacheln und Nesseln ab, die bei Berührung unangenehme Hautentzündungen und schwere Verbrennungen und Verätzungen verursachen. 

  3. Wildwachsende Weihnachtssterne oder Flieder sondern Atemgifte und Halluzinogene ab, die das Bewusstsein ihres Vierbeiners beeinträchtigen können.


Wie sie eine Vergiftung erkennen: 

 

  1. Die Symptome sind abhängig von der Art und Menge des aufgenommenen Giftes. Hautrötungen, wunde Stellen in der Mundhöhle, Atemnot, Krämpfe, Erbrechen und schwere, blutige Durchfälle können auftreten. Einige Pflanzengift verursachen neurologische Krankheitssymptome, wie Bewegungsstörungen und Bewusstlosigkeit.
  2. Eine Vergiftung ist immer ein akuter Notfall. Ihr Vierbeiner sollte sofort von einem Tierarzt untersucht werden. Sollten sie noch Pflanzenreste finden, nehmen sie diese bitte zu der Untersuchung mit, um die Art des Giftes einfacher bestimmen zu können.
  3. Es gibt eine große Anzahl an Pflanzen, die für Hunde & Katzen giftig oder schädlich sind. Die folgende Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
  4. Im Internet und bei Giftzentralen können Listen giftiger Pflanzen abgerufen werden.


Giftige Zimmerpflanzen


In einer Wohnung achten wir normalerweise auf die sorgfältige Verwahrung von giftigen Stoffen. Doch wer denkt schon bei dem Anblick farbenprächtig blühender Blumen an tödliches Gift?


1. Zyklame- Alpenveilchen (Hund & Katze)

Die giftige Knolle verursacht Gasbildungen im Darm und schwere Darmkrämpfe. Koliken, Erbrechen, Atemnot und Störungen des Kreislaufs treten auf.


2. Amaryllis (Hund & Katze)

Bei der Amaryllis sind alle Pflanzenteile giftig, besonders giftig ist die Knolle. Sie sollte auch von Erwachsenen nur mit Handschuhen angefasst werden. Das Gift der Blumenzwiebel wird über Hautkontakt und die Mundschleimhaut aufgenommen. Hund und Katze  speichelen stark, erbrichen und leideen unter blutigem Durchfall. Zusätzlich treten Herzrhythmusstörungen und Muskelkrämpfe auf. Wird die Vergiftung nicht schnell behandelt, tritt der Tod durch Herzversagen ein.


3. Weihnachtsstern (Hund & Katze)

In den Blättern des Weihnachtssterns zirkuliert ein weißlicher Milchsaft, der bei Hautkontakt schwere Reizungen verursacht. Wird das Gift über den Magen- Darmtrakt resorbiert, sind Erbrechen, Bauchkrämpfe und Durchfall die Folge. Die wildwachsenden Formen geben zusätzlich ein gasförmiges Gift an die Luft der Umgebung ab, das neurologische Symptome verursacht.


4. Christusdorn (Hund & Katze)

Der Milchsaft des Christusdorns reizt die Magenschleimhaut und führt zu Erbrechen. Bei Kontakt mit den lidbindehäuten der Augen entstehen hochgradige Entzündungen und zeitweiser Verlust des Sehvermögens.


5. Flamingoblume (Hund & Katze)

Das Gift der Flamingoblume ist vor allem in den Blättern und stielen enthalten. Kauten der Hunde oder Katzen an den Pflanzenteilen, beginnen sie zu Speicheln, Erbrechen und Durchfall folgen. Durch Schwellungen im Rachenbereich treten Schluckstörungen und Atemnot auf.


6. Gummibaum (Hund & Katze)

Sämtliche Pflanzenteile enthalten einen giftigen Milchsaft, der Erbrechen und Durchfall verursacht.


7. Wurmfarn und Palmfarn (Hund & Katze)

Blätter und Samen enthalten ein Gift, das schwere Koliken und Durchfälle verursacht. Früher wurde das Gift als „Naturmittel“ gegen Wurmbefall angewendet. Bereits geringste Überdosierungen führten zu schweren Krampfanfällen.


8. Azalee (Hund & Katze)

Alle Azalee-Sorten enthalten in den Blüten ein Gift, das Speicheln, Erbrechen, Bewusstseinstrübungen und neurologische Symptome verursacht. Wird die Vergiftung nicht schnell behandelt, fällt das Tier ins Koma und stirbt an Herz- und Leberversagen.


9. Calla (Hund & Katze)

Callas sind für Tiere besonders giftig. Das Gift verursacht Reizungen der Mundschleimhaut, Bewegungsstörungen und Muskelkrämpfe. Erfolgt keine Behandlung tritt der Tod durch Atemlähmung ein.


10. Chrysanthemen (Hund & Katze)

Die bunten Herbstblumen verursachen durch Kontakt Hautreizungen. Werden die Blüten gefressen, treten Erbrechen, Durchfall und Gleichgewichtsstörungen auf.


11. Lilien (Hund & Katze)

Alle Liliensorten sind giftig. Das Gift verursacht nicht nur Erbrechen und Durchfall. Durch irreversible Schädigung des Nierengewebes tritt der Tod durch Nierenversagen ein.


12. Einblatt- Aronstab (Hund & Katze)

Das mit dem Saft abgesonderte Gift verätzt bei Kontakt die Haut und die Schleimhäute.


13. Chili (Hund & Katze)

Chilipflanzen sind in, je schärfer, umso besser. Die Nachtschattengewächse enthalten Solanin, das bei Hunden und Katzen schwere neurologische Symptome, Erbrechen und blutigen Durchfall auslöst.


14.  Aloe vera (Hund & Katze)

Die oft als Heilmittel eingesetzte Pflanze hat auch nachteilige Wirkungen. Der unverarbeitete Saft aus den fleischigen Blättern verursacht Hautreizungen und schwere Verdauungsstörungen.


15. Philodendron (Hund & Katze)

In den Blättern und Stielen der Pflanze ist ein milchiger Saft enthalten, der Schleimhautreizungen, Übelkeit und Erbrechen auslöst.


16. Yucca Palme (Hund & Katze)

Bei Kontakt wird von den Blättern ein Zellgift abgesondert, das auf der Haut und der Cornea der Augen schlecht heilende Geschwüre entstehen lässt. Auch nach der Abheilung treten die Geschwüre in unregelmäßigen Abständen immer wieder auf. Bei Katzen verursacht das Gift der Yucca Palme darüber hinaus eine Zersetzung der roten Blutkörperchen.


17. Dieffenbachie (Hund & Katze)

In den Giftpfeilen der Pflanze sind Alkaloide und Saponine enthalten, die Schleimhautreizungen, Durchfall, Atemnot und Schluckbeschwerden verursachen. 

18. Palmkätzchen (Katze) 

In der Osterzeit werden Palmkätzchen gerne in der Wohnung aufgestellt und festlich geschmückt. Katzen spielen gerne mit den Zweigen. Kauen sie daran, nehmen sie die in der Rinde enthaltene Salicylsäure auf, werden Leber und Niere schwer geschädigt, eine Störung der Atemfunktion tritt auf.


19.  Christ-/Weihnachtsbäume (Katze)

Nadelbäume enthalten Tannine und ätherische Öle, die den Magen- Darmtrakt reizen und Erbrechen und Durchfall auslösen. Diese Stoffe, die durch Klettern im Baum und Knabbern an den Nadeln aufgenommen werden, sind auch im Harz des Baumes enthalten. Ist die Katze den giftigen Stoffen über mehrere Tage ausgesetzt, können schwere Schädigungen von Niere und Leber die Folge sein.

 

Achtung Küchenkräuter (Katze)

Kräuterbeete mit Lavendel, Thymian, Rosmarin, Minze und Oregano locken mit ihrem Duft Katzen an. Die Kräuter enthalten keine Giftstoffe, sind aber reich an ätherischen Ölen. Frisst die Katze diese Kräuter in sehr großen Mengen, kann bei empfindlichen Katzen Juckreiz und eine Entzündung der Haut auftreten.


Petersilie ist reich an Oxalsäure. Oxalat kann im Harn ausfallen und Blasensteine verursachen. Zusätzlich ist Apiol, das eine harntreibende Wirkung besitzt, in hohen Anteilen enthalten. Bei eingeschränkter Nierenfunktion wird die Niere weiter geschädigt.


Schnittlauch und Bärlauch enthalten S- methylcystein- Sulfoxid. Die Magenschleimhaut wird gereizt, Erbrechen tritt auf. In hohen Dosen wird die Zellmembran der roten Blutkörperchen zerstört, der Harn ist rot gefärbt, die Katze wird anämisch.

Die tödliche Dosis der giftigen Kräuter liegt bei 15 – 30 g/ kg Körpergewicht.


Giftige Gartenpflanzen


1. Blauer Eisenhut (Hund & Katze)

Der blaue Eisenhut ist eine der giftigsten Pflanzen, die in Europa beheimatet sind. Die Knollen enthalten Aconitin, das Speichelfluss und eine Vergrößerung der Pupillen verursacht. Wird die Vergiftung nicht sofort behandelt, treten Herzrhythmusstörungen, Lähmungen und starke Schmerzen auf. Das Knabbern an der Wurzel ist für Hunde tödlich.


2. Tollkirsche (Hund & Katze)

Tollkirschen sind für Hund und Katze tödlich, da sie Atropin und Scopolamin enthalten. Die Pupillen sind erweitert, die Schleimhäute trocken. Die Körpertemperatur steigt rasch an. Schwere Vergiftungen mit Krämpfen sind immer tödlich.


3. Efeu (Hund & Katze)

Efeu rankt sich an Hausmauern empor und beeinflusst das Raumklima positiv. Die giftigen Beeren enthalten jrdoch Saponine, die Durchfall, Erbrechen und Übelkeit durch Reizungen der Schleimhaut des Verdauungstraktes auslösen.


4. Eibe (Hund & Katze)

Nadeln und Samen der Eibe enthalten Taxin. Das für Hunde und Katzen immer tödliche Gift verursacht Durchfall, Erbrechen und Atemlähmung. Die Beeren der Eibe sind ungiftig.


5. Thuja (Hund & Katze)

Alle Thuja-arten enthalten Thujon in den Zweigen, ein Gift, das Durchfall und schwere Leberschäden auslöst. Durch Beeinträchtigung der Nierenfunktion setzen Hunde und Katzen unkonzentrierten Harn ab, die Schadstoffe werden von der Niere nicht mehr aus dem Blut gefiltert.


6. Narzisse (Hund & Katze)

Alle Pflanzenteile sind giftig. Vor allem in der Narzissenzwiebel ist in großer Menge Lycorin enthalten, das Durchfall, Erbrechen, Muskelkrämpfe und Herzrhythmusstörungen auslöst. Werden Narzissen in einer Blumenvase aufbewahrt, werden die Giftstoffe an das Wasser abgegeben. Dieses muss sorgfältig entsorgt werden, da es für Tiere tödlich ist.


7. Ritterstern (Hund & Katze)

Rittersterne enthalten ebenso wie Narzissen Lycorin.


8. Maiglöckchen (Hund & Katze)

In den Blättern der Maiglöckchen befinden sich Glykoside, die Durchfall, Erbrechen, Muskelkrämpfe und eine Verlangsamung des Herzschlags verursachen. Sind nur die Blätter der Pflanze sichtbar, kann diese leicht mit Bärlauch verwechselt werden. Trotz ihres guten Geruchssinnes können Hunde und Katzen nicht zwischen Bärlauch und Maiglöckchen unterscheiden.


9. Kirschlorbeer (Hund & Katze)

Kirschlorbeer wird gerne als pflegeleichte Hecke angepflanzt. In den Früchten und Blättern ist Prunasin, ein Glykosid, enthalten, das starke Übelkeit und Lähmungen auslösen kann. Schwere Vergiftungen sind tödlich.


10. Hortensien (Hund & Katze)

In den Blüten und Blättern der Hortensien sind Blausäureverbindungen und Saponine enthalten. Werden die Pflanzenteile gefressen, verursacht das Gift blutige Durchfälle und Kreislaufstörungen.


11. Ficus (Hund & Katze)

Der Milchsaft aller Ficus- Sorten enthält Cumarine und Flavonoide. Werden Pflanzenteile gefressen, treten Durchfall und Erbrechen auf.


12. Hyazinthen (Hund & Katze)

Die in den Blüten und Knollen der Hyazinthen enthaltenen Giftstoffe lösen Erbrechen und Durchfall aus.


13. Tulpen (Hund & Katze)

Tulpenzwiebeln enthalten Tulipanin, ein Gift, das bei Hund und Katze zu vermehrtem Speicheln, Erbrechen und Durchfall führt.


14. Hibiskus (Hund & Katze)

Hibiskus enthält keine Giftstoffe. Die Pflanze findet häufig in der Naturheilkunde Verwendung. JEDOCH: Frisst ihr Vierbeiner über einen längeren Zeitraum Pflanzenteile, reizen die enthaltenen Saponine und Säuren die Schleimhaut des Magen- Darmtraktes.


15. Flieder (Hund & Katze)

Fliederblüten duften betörend. Das enthaltene Glykosid Syringin wirkt entzündungshemmend und fiebersenkend. Die ätherischen Öle lösen aber auch Atembeschwerden aus. Daher darf Fliedertee nicht mehr verwendet werden. Bei empfindlichen Hunden & Katzen kann der Kontakt mit Flieder zu Hautekzemen führen.


16. Stechapfel (Hund & Katze)

Im Stechapfel sind Atropin und Scopolamin enthalten. Die Vergiftungserscheinungen ähneln Vergiftungen mit Tollkirschen.


Tödliche Giftpflanzen
 
Ob eine Vergiftung tödlich verläuft, ist abhängig von der Menge des aufgenommenen Giftes und der sofortigen Behandlung ihres Tieres!

 

Bereits bei Aufnahme kleiner Giftmengen tödlich sind:

Vergiftungen mit Blauem Eisenhut, Christrose, Eibe, Stechapfel, Maiglöckchen, Tollkirsche und Herbstzeitlose verlaufen bereits bei Aufnahme kleiner Giftmengen tödlich.

 


Ungiftige Pflanzen


Fuchsien, Hibiskus, Astern, Bambus, Dahlien, Erika, Geranien, Lavendel, Salbei, Stiefmütterchen, Rosen, Vergissmeinicht, Bartnelken, Ringelblumen und Lampionblumen sind absolut ungiftig.

Diese Pflanzen werden auch vielfach in der Naturheilkunde eingesetzt.


Wie sie Vergiftungen verhindern können:


Stellen sie keine giftigen Pflanzen in unmittelbarer Reichweite ihres Tieres in der Wohnung auf. Bieten sie Wohnungskatzen immer frisches Katzengras an. 

Sichern sie Giftpflanzen im Garten mit einem Zaun.

Trainieren sie ihren Hund, Giftpflanzen zu meiden.

Achten sie bei Spaziergängen in der freien Natur immer auf giftige Pflanzen und rufen sie ihren Hund rechtzeitig zurück.

Da Katzen sehr wählerisch sind, ist es bei Freigängern eher unwahrscheinlich, dass sie giftige Pflanzen fressen.


Erste Hilfe bei Vergiftungen


Spülen sie die gereizte Hautstelle mit Wasser und geben sie ihrem Tier Wasser zu trinken.

Suchen sie immer sofort einen Tierarzt auf, damit ihr Vierbeiner mit dem entsprechenden Gegengift behandelt werden kann.

Nehmen sie übrige Pflanzenteile, die ihr Vierbeiner noch nicht gefressen hat zum Tierarzt mit und/oder fotografieren sie die Pflanze.

Speichern sie vorsorglich die Telefonnummer der Vergiftungszentrale in ihr Mobiltelefon ein. Dann können sie sich überall vorab vergewissern, ob die gfressene Pflanze giftig ist:

Vergiftungszentrale Österreich: 01 4064343 (0-24 Uhr)

Tierinfo Giftnotruf Deutschland: 06131 19240