Stehende Gewässer können Blaualgen enthalten. Sie sind  eine tödliche Gefahr für Hunde
(c) Marc Pascual auf Pixabay

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Wie Badespaß für Hunde tödlich ausgehen kann: Blaualgenvergiftung

Vergiftung/Blaualgen/Krämpfe/Tümpel - News am 13. August 2020

  • Blaualgen werden auch als Cyanobakterien bezeichnet
  • Die fadenförmigen Bakterien vermehren sich stark bei heißem Wetter
  • Nicht alle Blaualgen bilden Toxine
  • Die Vergiftung verläuft innerhalb weniger Stunden tödlich

Ein schöner, warmer Sommertag lockt Menschen und Vierbeiner ins Freie. Jetzt ist es Zeit, einen langen Spaziergang zu unternehmen. Die Tümpel und kleinen Gewässer am Rand der Wege versprechen herrliche Abkühlung. Der Hund stürzt sich in das Wasser und genießt es, ein paar Runden zu schwimmen oder die Pfoten zu kühlen. Kurz danach geht es ihm plötzlich schlecht. Er leidet unter Krämpfen und stirbt.

1. Blaualgen oder Cyanobakterien

Bei Blaualgen handelt es sich um Cyanobakterien, die in allen natürlichen Gewässern vorkommen. Sie erzeugen Sauerstoff, den die im Wasser lebenden Tiere für ihr Überleben benötigen. Bei hohen Lufttemperaturen und einer hohen Nährstoffdichte beginnen die Bakterien, sich stark zu vermehren. Vor allem zur Blütezeit der Blaualgen im August ist an der Oberfläche vieler natürlicher Gewässer ein Teppich aus Algen erkennbar. Sind viele Blaualgen im Wasser vorhanden, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass auch Toxin-bildende Blaualgen enthalten sind.

2. Wie  Cyanobakterien im Wasser nachgewiesen werden

Die Bakterien werden durch eine mikroskopische Untersuchung einer Wasserprobe nachgewiesen. Bei offiziellen Badeseen wird die Wasserqualität regelmäßig überprüft.

3. Ursachen für eine Blaualgenvergiftung

Die Vergiftungen treten bei Menschen und Tieren auf. Für Kinder und Hunde ist eine Vergiftung mit Cyanotoxinen lebensgefährlich. Bei Blaualgen handelt es sich um Cyanobakterien, die in allen natürlichen Gewässern vorkommen. Sie erzeugen Sauerstoff, den die im Wasser lebenden Tiere für ihr Überleben benötigen. Bei hohen Lufttemperaturen und einer hohen Nährstoffdichte beginnen die Bakterien, sich stark zu vermehren. Vor allem zur Blütezeit der Blaualgen im August ist an der Oberfläche vieler natürlicher Gewässer ein Teppich aus Algen erkennbar. Sind viele Blaualgen im Wasser vorhanden, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass auch Toxin-bildende Blaualgen enthalten sind.

4. Symptome einer Blaualgenvergiftung

Die ersten Symptome können Sie bereits 30 Minuten nach dem Bad beobachten. Ihr Hund speichelt, zittert, erbricht und hat Durchfall. Die Augen beginnen zu tränen, der Hund verliert die Orientierung. Krämpfe treten auf. Ihr Hund wird bewusstlos und stirbt.

Abhängig von den gebildeten Toxinen treten folgende Symptome auf:

  1. Microcystin: zerstört die Leber und führt innerhalb weniger Stunden zum Tod des Hundes. Die Schleimhäute sind gelb verfärbt.
  2. Anatoxin: greift das Nervensystem an und kann innerhalb weniger Minuten den Tod Ihres Hundes verursachen. Der Hund zittert, speichelt, Lähmungen treten auf. Die Schleimhäute sind durch den Sauerstoffmangel blau verfärbt.
  3. Aplysia, Lyngba und Debromoaplysia: verursachen Entzündungen der Haut mit starkem Juckreiz und der Bildung von Blasen. Diese Form der Vergiftung ist einfach zu behandeln.

Da kein spezielles Antidot (Gegenmittel) zur Verfügung steht, können nur die Symptome behandelt werden.

Um die Toxine zu binden erhält Ihr Hund Carbo medicinalis (Aktivkohle) in einer Dosierung von 5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht.

Sollten Sie den Verdacht haben, dass Ihr Hund an einer Blaualgenvergiftung leidet, bringen Sie Ihren Hund bitte immer sofort zu einem Tierarzt. Es besteht Lebensgefahr. 

5. Wie Sie Blaualgen im Wasser erkennen

In stehenden Gewässern finden Sie die Blaualgen vor allem im Uferbereich und an seichten Stellen. Die Cyanobakterien können sich aber auch in Wasserpfützen auf den Wegen, die von der Sonne aufgeheizt werden, vermehren. Durch den starken Befall mit Algen trübt sich das Wasser und ist grün verfärbt. An der Oberfläche bilden sich Schlieren und Schaum. Die Sichttiefe ist stark eingeschränkt. Die Algen lagern sich auch am Ufer und an Steinen, die vom Wasser umspült werden, ab. Da auch die Ablagerungen große Mengen an Toxinen enthalten können, ist Ihr Hund auch gefährdet, wenn er im Uferbereich schnüffelt und an Holz oder Steinen leckt und nagt.

6. Wann Gefahr für eine Blaualgenvergiftung besteht:    

  • Ihr Hund trinkt Wasser, das mit Blaualgen verseucht ist
  • Ihr Hund kaut an Blaualgenteilen, die am Ufer angeschwemmt werden
  • Ihr Hund kaut an Algenmatten an der Böschung des Gewässers
  • Ich Hund leckt an Steinen, die mit Algen bewachsen sind

7. Wie Sie einer Blaualgenvergiftung vorbeugen können.

  1. Nehmen Sie auf Spaziergängen immer frisches Trinkwasser für Ihren Hund mit. 
  2. Lassen Sie Ihren Hund nie in einem trüben, grünlichen Wasser schwimmen.
  3. Lenken Sie Ihren Hund mit Leckerchen oder einem Spiel von dem Uferbereich ab.
  4. Erkundigen Sie sich bei der Gemeinde oder einer Umweltbehörde nach der Wasserqualität.

8. Fazit

Blaualgenvergiftungen kommen im Sommer, vor allem im August, besonders häufig vor. Vermeiden Sie trübe, grünliche Tümpel.  Bringen Sie Ihren Hund immer sofort zu einem Tierarzt. Eine Blaualgenvergiftung verläuft fast immer tödlich.