Teilen, verschicken oder drucken Sie diesen Artikel

Was tun, wenn die Katze zuckerkrank ist

Gut eingestellt, ist ein langes beschwerdefreies Leben möglich


Ihre Katze trinkt viel und setzt mehr Harn ab? Der Stubentiger frisst ständig und verliert trotzdem Gewicht? Diese Symptome können ein Hinweis auf eine Zuckerkrankheit sein.


Diabetes mellitus

Die Zuckerkrankheit ist die häufigste bei Katzen auftretende Stoffwechselerkrankung. In der Bauchspeicheldrüse, Pankreas, wird Insulin erzeugt. Dieses Hormon ist dafür zuständig, dass die im Futter enthaltene Glukose aufgenommen und zu den Zellen transportiert wird. Wird in den Langerhansschen Inselzellen des Pankreas zu wenig Insulin erzeugt, oder reagieren die Zellen nicht auf das Insulin, liegt ein Diabetes mellitus vor. Der Glukosespiegel im Blut steigt an, die Zellen können den Zucker aber nicht für ihren Energiestoffwechsel verwerten.


Diabetes Typ I

Die hormonbildenden Zellen der Bauchspeicheldrüse sind durch eine Verletzung, Entzündung oder einen Tumor zerstört worden. Es kann kein Insulin mehr gebildet werden. Die Zellen sind nicht in der Lage, Glukose zu verwerten. Die Energiegewinnung erfolgt ausschließlich über den Fettstoffwechsel.


Diabetes Typ II

Diese Form der Zuckerkrankheit liegt bei 85 bis 90 Prozent der an Diabetes erkrankten Katzen vor. In der Bauchspeicheldrüse wird Insulin ausgeschüttet. Das Hormon ist aber nicht in der Lage, an der Zellwand anzudocken. Die Zellen besitzen eine „Insulinresistenz“. Der Blutzuckerspiegel steigt an. Die Beta- Zellen des Pankreas schütten mehr Insulin aus, bis sie vollständig erschöpft sind.


Ursachen

  • Genetisch: Bei einigen Katzenrassen, vor allem der Burma-Katze, Maine Coon und Siamkatzen, tritt häufiger Diabetes mellitus auf
  • ÜbergewichtAmyloidose der Bauchspeicheldrüse
  • Verletzungen der Bauchspeicheldrüse
  • Kastrierte Kater erkranken häufiger als nicht kastrierte
  • Medikamente: Glukokortikoide können für einige Zeit einen Diabetes Typ II verursachen
  • Zuckerhaltige Futtermittel


Symptome

Anfangs treten nur leichte Veränderungen bei der Aufnahme von Futter und Wasser auf. Ihre Katze beginnt, mehr Wasser zu trinken und setzt häufiger Harn ab. Das Fell wird stumpf und struppig. Da die Zellen die Glukose nicht mehr zur Energiegewinnung nutzen können, ermüdet Ihre Katze rasch und spielt nicht mehr gerne. Die Katze ist ständig hungrig und frisst mehr. Trotzdem magert sie ab.


Ein plantigrader Gang tritt auf, die Katze tritt infolge einer Schwäche der Hinterbeine auf den Sprunggelenken und nicht auf den Pfoten auf. Durch den hohen Zuckergehalt im Harn können sich Bakterien besser vermehren, Harnwegsinfektionen treten häufiger auf. Durch eine Schädigung der Gefäße entstehen Durchblutungsstörungen. Kratzer und Wunden heilen schlechter. Chronische Hautekzeme entstehen.


Diabetische Ketoazidose

Die Katze ist ausgetrocknet und erbricht ständig. Die Atmung ist beschleunigt, aus dem Mund strömt ein fruchtiger Geruch. Sie wirkt teilnahmslos, das Bewusstsein ist gestört. Es liegt ein absoluter Notfall vor. Wird Ihre Katze nicht sofort von einem Tierarzt behandelt, fällt sie in ein Koma und stirbt.


Die Diagnose

Eine Diagnose wird durch mehrmalige Bestimmung des Glukosewertes im Blut gestellt. Am besten wird ein Nüchternblutzucker am frühen Morgen gemessen.
Achtung: Stress durch den Tierarztbesuch oder die Blutabnahme kann einen erhöhten Glukosewert verursachen.
Da die Bestimmung des Glukosegehalts im Blut nicht für eine Diagnose ausreicht, muss auch das Fruktosamin gemessen werden. Der Wert wird nicht durch Stress beeinflusst und kann auch für die Kontrollmessungen während der Therapie eingesetzt werden.
Zusätzlich kann der Zuckergehalt im Morgenharn bestimmt werden.


Die Therapie

Die Erkrankung ist nicht heilbar. Mit einer auf sie abgestimmten Therapie kann ihre Katze aber ein vollständig normales, langes Katzenleben führen.


1. Therapie mit Insulin

Katzen sollten mit einem lang oder mittellang wirkenden Insulin behandelt werden, um den Blutzuckerspiegel möglichst konstant zu halten. Das Insulin kann nur über Injektionen verabreicht werden. Tabletten sind nicht wirksam.
Das Insulin wird zweimal täglich kurz vor der Mahlzeit unter die Haut gespritzt. Ihr Tierarzt schult Sie bezüglich der Lagerung, Anwendung und Verabreichung des Insulins sorgfältig ein. Verweigert die Katze nach der Injektion das Futter, kann der Blutzuckerspiegel gefährlich absinken. Gehört Ihre Katze zu den mäkeligen Essern, sollte die Injektion immer erst nach der Mahlzeit verabreicht werden.


2. Umstellung der Ernährung

Das Futter sollte viel Eiweiß, Fett und Ballaststoffe, aber wenig Kohlenhydrate enthalten. Meistens kann mit einer Diät, die reich an Eiweiß ist und wenig Stärke enthält, mit der Zeit die Insulindosis gesenkt werden. Um die Insulindosis gut auf die Mahlzeiten abstimmen zu können, sollte der Energiegehalt des Futters nicht zu stark schwanken.
Eine ausschließliche Umstellung der Ernährung bringt meistens nicht den gewünschten Erfolg.


3. Reduktion von Übergewicht

Leidet Ihre Katze unter Übergewicht, sollte die Diät auch für eine Reduktion des Körpergewichtes sorgen.


4. Vermeidung von Stress

Ein geregelter Tagesablauf verhindert starke Schwankungen des Blutzuckerspiegels.


5. Blutuntersuchungen

Eine regelmäßige Kontrolle der Blutwerte Glukose und Fruktosamin helfen, die Therapie immer genau auf die Bedürfnisse Ihrer Katze abzustimmen.


Was können Sie zur Vorbeugung tun?

Füttern Sie Ihren Stubentiger nur mit hochwertigem, tiergerechtem Futter. Vermeiden Sie zuckerhaltige Futtermittel. Achten Sie auf das Gewicht Ihrer Katze und sorgen Sie für ausreichend Bewegung.
 
Katzen, die gut eingestellt sind, können mit einer entsprechenden Therapie ein langes, beschwerdefreies Katzenleben führen.