Der Stubentiger muss abnehmen: 7 Tipps aus der Praxis

Setzen Sie Ihre Katze auf Diät, aber lassen Sie Ihre Katze niemals hungern
(c) Foto: adriankh00 auf Pixabay

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Übergewicht, Diät, Futterumstellung, Bewegung - Update 17/10/20

  • Schritt 1: Besuch in der Tierarztpraxis
  • Schritt 2: Aufzeichungen führen, wieviel, wenn und was Ihre Katze frisst
  • Schritt 3: Änderung der Futtermenge und Futterzeiten
  • Schritt 4: mehr Bewegung
  • Und dann: Geduld, Geduld und noch mehr Geduld

Wenn die Katze Übergewicht hat, ist das ein ernstes Problem für ihre Gesundheit. Eine Diät ist angesagt. Bei Katzen leichter gesagt als getan. 

1. Vorbereitung und genaue Planung:

  1. Lassen Sie Ihre Katze vor dem Beginn der Diät in der Tierarztpraxis untersuchen, um Stoffwechselstörungen und Erkrankungen auszuschließen.
  2. Notieren Sie das Anfangsgewicht Ihrer Katze und beginnen Sie eine Dokumentation über die Erfolge. 
  3. Erstellen Sie mit ihrer TierärztIn, Ihrem Tierarzt einen Ernährungsplan.

2. Reduzieren Sie die Futtermenge:

  • Passen sie die Futtermenge an die Aktivität Ihrer Katze an. Wohnungskatzen dösen oft den ganzen Tag und bewegen sich zu wenig. Sie benötigen weniger Energiezufuhr mit dem Futter.
  • Füttern sie hochwertiges Futter, damit alle notwendigen Nährstoffe, vor allem Eiweiß und Vitamine, enthalten sind. Mengen Sie Ballaststoffe unter das Futter. 5–10 g Futterzellulose pro Tag erzeugt ein schnelleres Sättigungsgefühl und reguliert die Darmtätigkeit. Mischen Sie zuerst eine kleine Menge Futterzellulose (ca. 1 Teelöffel) unter das Futter und steigern sie die Menge langsam. ACHTUNG: Ihre Katze sollte Sie bei dem Mischen des Futters nicht beobachten, damit sie nicht misstrauisch wird und das Futter gleich ablehnt.
  • Bei TierärztInnen erhalten Sie spezielles, kalorienreduziertes Diätfutter. Die zu fütternde Menge sollte sich nach den Empfehlungen ihrer Tierarztin richten. Auch eine zu große Menge Diätfutter macht dick. (5 Tipps wie die Futterumstellung gelingt: hier weiter lesen ...)  
  • Ist Ihre Katze ein Freigänger, überprüfen sie, ob Sie nicht noch an anderen Stellen frisst.

3. Führen Sie Aufzeichnungen über Leckerchen:

Schreiben sie auf, wie viele Leckerchen Sie Ihrer Katze geben und rechnen sie die Kalorienmenge in die Tagesration ein. Stellen TIPP: Sie selbst gesunde Leckerchen her, indem sie kleine Fleischwürfel mit etwas Olivenöl im Backrohr braten.

Ersetzen Sie Leckerchen durch

  • Spiel,
  • Zuwendung und Streicheleinheiten. 
  • Bürsten und Schmusen fördern die Vertrauensbasis und stärken die Bindung.

4. Umstellung von Trockenfutter auf Nassfutter

Nassfutter enthält mehr Wasser als Trockenfutter, es sättigt daher schneller. Wenn Ihre Katze nach dem  Fressen von Trockenfutter, zu wenig trinkt, wird sie schnell wieder hungrig

(Tipps damit Ihre Katze mehr trinkt: lesen Sie hier). 

5.  Getrennte Futterplätze in Haushalten mit zwei und mehr Katzen

Haben Sie mehrere Katzen und nur eine soll abnehmen, können Sie allen Katzen, das von Ihrer TierärztIn empfohlene Diätfutter, füttern. Geben Sie der normalgewichtigen Katze zusätzliches Futter in einem gesonderten Raum.

6.  Bewegung, Bewegung, Bewegung

Auch für Katzen gilt: eine dauerhafte Gewichtsabnahme kann nur mit Bewegung erreicht werden.

Tipps dazu:

  • Veranstalten Sie regelmäßige Spiele mit Katzenangeln.
  • Verwenden Sie Futterbälle, damit Ihre Katze die Leckerchen erst erobern muss. 
  • Simulieren Sie Jagdspiele mit einem Laserpointer. Lassen sie die Katze den sich bewegenden Lichtpunkt jagen. Am Ende des Spiels bleibt der Punkt auf einem Stück Futter, das Ihre Katze erbeuten kann. 
  • Stellen sie die Futterschüssel versteckt auf, zum Beispiel hinter Vorhängen oder Möbelstücken. Wie in der Natur muss Ihre Katze die Beute suchen.

7.  Geduld und noch mehr Geduld

Ihre Katze sollte pro Woche nur 1–3 % des Gesamtgewichts verlieren, das entspricht 50–150 g bei einer 5 kg schweren Katze. Es dauert eben einige Zeit, bis das erste Kilogramm weg ist.

Ihre Katze muss kein Garfield sein. Langsamer Verlust von Übergewicht fördert die Gesundheit.

ACHTUNG! Führen sie keine Radikaldiäten durch, da sonst die Leber Ihrer Katze stark geschädigt wird und bei Versagen der Leberfunktion der Tod eintritt. 

8. Wie der FBMI der Katze berechnet wird:

Messen sie den Umfang des Brustkorbs ihrer Katze. Ertasten sie für die Messung die 13. Rippe und gehen sie mit den Fingern nach vorne bis zur 9. Rippe. Legen sie das Maßband locker an. Ist ihre Katze langhaarig, müssen 2 cm abgezogen werden. Der zweite Wert wird bei der stehenden Katze vom Fersenbeinhöcker bis zur Kniescheibe gemessen.

Formel zur Berechnung des Körperfettanteils:
 
Beispiel: Katze mit einem Brustumfang von 50 cm und einer Unterschenkellänge von 16 cm:

50 : 0,7062 = 70,80
70,80 – 16 = 54,80
54,80 : 0,9165 = 59,79
59,79 – 15 = 44,79 % Körperfett

Über 30 % FBMI liegt Übergewicht vor, unter 10 % Untergewicht.

 

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