Katzen mit Freigang müsse per Gesetz kastriert werden.

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Kastration: im Alter von 5-9 Monaten können Katzen trächtig werden.

Kastration/Katze/Kater/Rolligkeit - update am 16. Mai 2020

  • Katzen sind sehr fruchtbare Tiere,
  • Sie sind mehrmals im Jahr zur Paarung bereit.
  • Katzen sind im Alter von 5 bis 9 Monaten geschlechtsreif
  • Kater sind im Alter von 6 bis 10 Monaten zur Fortpflanznung fähig
  • Innerhalb von fünf Jahren können so von einer einzigen Katze ca. 13000 Nachkommen (einschließlich Enkel und Urenkel) entstehen.

Es gibt aber auch früh reife Rassen. Sie sind mit 4 bis 6 Monaten geschlechtsreif. Beispielsweise sind das 

  • Siam,
  • Birma und 
  • Abessinier

und spät reifen Rassen, die erst nach 12 Monaten soweit sind. Zu ihnen zählen beispielsweise

  • Main Coon und
  • Perser

Abhängig von der Tageslichtlänge und der Temperatur können Katzen drei bis vier mal pro Jahr rollig werden. Werden Katzen bei gleich bleibendem Licht und Temperatur in Wohnungen gehalten, fällt die Ruhephase aus und die Katzen werden „dauerrollig“, das heißt es gibt keine Ruhephase mehr.

1. Wie ich erkenne, ob meine Katze rollig ist:

  1. Die Katze gibt gurrende Geräusche von sich,
  2. reagiert empfindlich auf Berührungen und
  3. knickt den Schwanz zur Seite.
  4. Sie rollt und reibt sich am Boden.
  5. Der Harn riecht stärker, da die Katze Duftstoffe absondert, die Partner anlocken sollen. 
  6. Oft werden auch Gegenstände mit Harn markiert – die Katze wird „unsauber“

2. Möglichkeit die Rolligkeit/Fortpflanzung zu unterdrücken:

1.  Mit Medikamenten: der Katze werden Hormone gespritzt oder in Tablettenform verabreicht.
Dadurch kann das Risiko von Tumoren und Entzündungen der Gebärmutter, sowie von Stoffwechselerkrankungen, z.B. Zuckerkrankheit, steigen.

Vorsicht: Katzen sind sehr erfinderisch bei der Tabletteneinnahme. Oft werden diese nach kurzer Zeit wieder ausgespuckt.

2. Sterilisation: die Eileiter bzw. Samenleiter werden abgebunden. Die Katze kann sich zwar nicht mehr vermehren, aber alle unangenehmen Begleiterscheinungen, wie Harnmarkieren, Rolligkeit, bleiben bestehen. Deshalb wird die Sterilisation nicht mehr durchgeführt.

3. Kastration: Unter Narkose werden die Keimdrüsen (Eierstöcke bei der weiblichen Tieren, Hoden und Nebenhoden bei männlichen Tieren) entfernt. Diese Methode ist die sicherste Fortpflanzungskontrolle, da der Sexualzyklus nicht mehr stattfindet.

3. Warum man Katze oder Kater kastrieren sollte: 

1. Geringere Gefährdung der Katze: Auf der Suche nach Partnern durchwandern Katzen ein mehrere Kilometer großes Territorium. Dabei sind sie einem erhöhten Risiko für Verletzungen, Autounfälle oder Ansteckung mit Infektionskrankheiten ( Leukose, FIP) ausgesetzt.

2. Geschlechtsreife Katzen und Kater bespritzen Gegenstände in ihrem Territorium mit Harn, der einen unangenehmen, starken Geruch verströmt

3. Stressfreieres Leben in der Katzenfamilie, da keine unerwünschte Trächtigkeit mehr auftreten kann.

4. Auch kastrierte Katzen können noch Mäuse fangen. Das Jagdverhalten ist nicht mit der Fortpflanzungsfähigkeit verknüpft.

4. Wann Katzen, Kater kastriert werden sollten: 

1. Die Frühkastration: erfolgt vor der Geschlechtsreife. Risiken für die Gesundheit sind hierbei eine eventuell zu eng ausgebildete Harnröhre. Dies kann bei einem späteren Auftreten von Blasensteinen zu Problemen führen. Oft sind früh kastrierte Tiere anhänglicher und stärker an den Menschen angepasst.

2. Kastration nach der ersten Rolligkeit im Alter von 6 – 10 Monaten

5. Wie ich mich und mein Tier auf die Operation vorbereite:

1.  Geeignete Transportbox: Eine Transportbox sollte sicher zu verschließen und mit einer ausreichend großen Öffnung für das Herausnehmen der Katze ausgestattet sein. Durch eine frühe Gewöhnung der Katze an die Transportbox vermeidet man Angst und Stressituationen. Bei der Fahrt im Auto sollte die Transportbox ausreichend befestigt sein.

2.  Keine Futteraufnahme vor der Operation: Katzen und Kater sollten vor der Narkose für 10 – 12 Stunden nicht gefüttert werden. Wasser kann zur Verfügung gestellt werden.

6. Wie die TierärztIn Katze und Kater auf die Operation vorbereitet:

1. Untersuchung mit Ermittlung des genauen Gewichtes der Katze
2. Verabreichung der Narkose
3. Einbringen von Augensalbe in den Bindehautsack, um die Augen vor Austrocknung zu schützen
4. Entfernung der Haare
5. Desinfektion des Operationsfeldes

7. Die Operation beim Kater:

  1. Nach Anheben und Eröffnung des Hodensackes werden die Hoden und Nebenhoden freigelegt, der Samenstrang wird abgebunden und durchtrennt.
  2. Die Reste des Samenstranges werden zurückverlagert und die Wundränder aneinandergelegt. Normalerweise kommt es innerhalb von kürzester Zeit durch Verklebung zu einem natürlichen Wundverschluss. Eventuell kann auch eine Naht mit resorbierbarem Faden angelegt werden.
  3. Die Narkose kann nun durch Verabreichung eines „ Antidots“ (Gegenmittel) aufgehoben werden.
  4. Wenige Wochen nach dem Eingriff hat sich der Hodensack zurückgebildet.

8. Die Operation bei der Katze:

  1. Hinter dem Nabel der Katze wird ein 1-2 cm großer Schnitt gemacht und dabei die Haut durchtrennt.
  2. Nach Eröffnung der Bauchhöhle durch Durchtrennen der Bauchmuskulatur werden die Eierstöcke mit einem Haken vorverlagert, fixiert, abgebunden und entfernt.
  3. Bauchmuskulatur und Haut werden durch Nähte verschlossen.
  4. Werden für die Naht der Haut nicht resorbierbare Fäden verwendet, müssen diese nach 10 – 14 Tagen entfernt werden.
  5. Die Narkose kann nun durch Verabreichung eines „ Antidots“ (Gegenmittel) aufgehoben werden.

9. Wie Katze und Kater nach der Operation versogt werden sollten: 

1. Ruhe: Tiere können nach Narkosen geräuschempfindlicher sein

2. Ausreichende Wärme: da die natürliche Regulierung der Körpertemperatur nach einer Narkose noch nicht funktioniert, sollte das Tier in einem ausreichen warmen Raum aufwachen

3. Nicht springen: Die Katze sollte nicht sofort nach der Narkose auf höher gelegene Liegeflächen springen

4. Erst füttern, wenn, wenn die Katze ausreichend wach ist. Hierbei ist es besser, öfter kleine Mengen zu füttern

5. Trinkwasser sollte die ganze Zeit zur Verfügung stehen

6. Nach der Operation sollten Katzen keinen Freigang haben, damit es nicht zu einer Infektion der Wunde kommen kann.

6. Kommt Ihnen irgendetwas seltsam vor (Nachblutungen, unklares Verhalten), kontaktieren Sie Ihre Tierärztin oder ihren Tierarzt

Lieber einmal zu viel anrufen, als einmal zu wenig!

10. Worauf man nach der Kastration achten sollte: 

1. Änderungen des Verhaltens: kastrierte Tiere halten sich öfter in der Nähe des Menschen auf

2. Übergewicht: durch die hormonellen Veränderungen fressen kastrierte Tiere mehr. Die zu viel aufgenommene Energie wird als Fettgewebe gespeichert. Dadurch erhöht sich das Risiko für Gelenkerkrankungen, Zuckerkrankheit oder Blasensteine. Übergewicht kann durch angepasste Ernährung vermieden werden

3. Harnsteine: Harnsteine sind eine Zusammenlagerung von Mineralstoffen in der Blase oder der Harnröhre.  Durch die geringere Bewegung und die verminderte Wasseraufnahme verbleiben die Mineralstoffe länger in der Blase und können sich zu größeren Gebilden zusammenballen.

4. Diabetes mellitus. Zuckerkrankheit 

5. Verdauungsstörungen: durch den trägen und ruhigen Lebensstil kann auch die Darmtätigkeit eingeschränkt werden.

 

Wie ich den körperlichen Veränderungen nach der Kastration vorbeugen kann:

1. Sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über eine entsprechende Ernährung.

2. Sorgen Sie für ausreichende Bewegung und Beschäftigung Ihrer Katze