Vitamine, Mineralstoffe und Öle: wie Futterergänzungsmittel Hunden helfen können [08|21]

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Ernährung, Futterergänzungsmittel, Nahrungsergänzungsmittel, Supplemente - news [13|08|21]

  • Beim Menschen liegen Nahrungsergänzungsmittel schon länger im Trend. 
  • Bei Tieren spricht man von Futterergänzungsmitteln
  • Bei Hunden kann es in manchen Fällen sinnvoll sein, dem Vierbeiner neben einer hochwertigen Ernährung auch Futterergänzungsmittel zu geben. 
  • In welchen Fällen dies notwendig ist und welche sich für Vierbeiner eignen lesen Sie hier

1. In welchen Fällen Futterergänzungsmittel bei Hunden sinnvoll sind:

Eine artgerechte Haltung ist für Hunde wichtig, damit diese lange bei guter Gesundheit bleiben. Meistens gelingt dies mit einem hochwertigen Alleinfuttermittel. Einschlägigen Studien zufolge verabreichen allerdings inzwischen gut sechs Prozent aller amerikanischen und australischen Tierhalter ihren Haustieren regelmäßig Supplemente.

Bei Hunden kann dies der Fall sein, wenn sie Rohfütterung oder Ergänzungsfutter erhalten und langfristig die Gefahr einer Mangelernährung besteht. Auch in anderen Situationen besteht ein Bedarf für zusätzliche Nahrungsergänzungen. Falls ein Hund infolge einer Krankheit oder einer Operation einen Mangel an Nährstoffen hat, helfen zusätzliche Präparate, diesen schnell auszugleichen.

Auch trächtige Hündinnen oder sportliche Vierbeiner profitieren vorübergehend oder dauerhaft von bestimmten Zusatzstoffen. Inwieweit Futterergänzungsmittel dabei helfen, den kognitiven Alterungsprozess zu verlangsamen, konnte die Forschung bislang noch nicht herausfinden. Neben therapeutischen Beweggründen können Futterergänzungsmittel bei Hunden auch prophylaktisch zum Einsatz kommen, um das Immunsystem zu stärken. Dies ist etwa dann der Fall, wenn die Haut- und Fellgesundheit oder die Bewegungsfähigkeit des Hundes verbessert werden sollen.

2. Welche Futterergänzungsmittel es für Hunde gibt:

Nahrungsergänzungsmittel können natürlichen oder synthetischen Ursprungs sein und werden in Tabletten- oder Pulverform sowie in mit Pulver oder Kügelchen gefüllten Kapseln angeboten.

Vitamine sind für essenzielle Aufgaben im Körper wichtig, unter anderem für den Stoffwechsel und die Blutgerinnung. Da der Hundekörper den Großteil der Vitamine nicht selbst produziert, muss er diese über die Nahrung aufnehmen. Es werden wasser- und fettlösliche Vitamine unterschieden. Fettlösliche Vitamine sollten jedoch nicht überdosiert werden. Nicht benötigte fettlösliche Vitamine werden in der Leber gespeichert und können Leberprobleme verursachen.

  • Auch fermentierte Kräuterextrakte für Haustiere lassen sich als Futterergänzungsmittel einsetzen. Ins Futter gemischt, sorgen FKE für eine bessere Nahrungsaufnahme, da sie den Appetit anregen. Ein beliebtes Extrakt ist beispielsweise das der Grünlippenmuschel. Das aus Neuseeland stammende Nahrungsergänzungsmittel beinhaltet viele wertvolle Proteine und Aminosäuren. Diese wirken sich positiv auf die Gesundheit der Gelenke aus, sodass die Grünlippenmuschel hier sinnvoll erscheint. Die wirksamen Inhaltsstoffe der Grünlippenmuschel sind die GAG (Glukosaminoglykane), die gemeinsam mit hydrolysiertem Chondroitinsulfat den Stoffwechsel des Gelenkknorpels unterstützen. Wissenschaftliche Studien, die eine Wirksamkeit belegen, stehen derzeit jedoch noch nicht zur Verfügung.
  • Mineralische Nahrungsergänzungsmittel wie Magnesium, Kalzium und Natrium regulieren den Wasserhaushalt und halten Zähne und Knochen gesund. Die Ernährungsmethode „Barfen“ kann den Bedarf nicht ausreichend decken, weshalb zusätzliche Mineralstoffe verabreicht werden müssen. Dies gilt auch bei Nierenbeschwerden, bei denen Kalzium oder Kalium unterstützend zur Therapie helfen. Um einen gesundheitlichen Schaden zu vermeiden, sollten die Präparate nur in Absprache mit dem behandelnden Tierarzt verabreicht werden.
  • Für ältere Hunde empfiehlt es sich unter Umständen, Futterergänzungsmittel in Form von Antioxidantien einzunehmen. Dazu gehören Präparate mit Zink, Selen oder der Alge Spirulina, die die Zellen vor oxidativem Stress schützen.
  • Trächtige Hündinnen weisen einen erhöhten Bedarf an Nährstoffen auf und benötigen folglich oft Supplemente. Da sich viele Hündinnen fortan sehr wählerisch beim Futtermittel zeigen, kann es sinnvoll sein, zusätzliche Präparate zu verabreichen. Bei einem Nährstoffmangel ist es ratsam, die Hündin mit Kräuter- und Pflanzenextrakten sowie Omega-3-Fettsäuren zu versorgen. In jedem Fall sollte vor der Kräutergabe eine Absprache mit einer Tierärztin, einem Tierarzt erfolgen, da viele Kräuter einen Abortus auslösen können.

3. Welche Futtergänzungsmittel häufig gegeben werden und was dabei beachtet werden sollte:

  • Bierhefe soll als natürliches Hausmittel gegen Hauterkrankungen und Ausschläge helfen. Dank der hohen Anzahl an Aminosäuren, Vitaminen und Spurenelementen empfiehlt es sich insbesondere nach einer falschen Ernährung, bei Krankheiten und für Hundesenioren. 
  • Fischöl soll mit seinen wichtigen Omega-3-Fettsäuren entzündliche Prozesse beim Hund hemmen sowie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken. Beim Fellwechsel benötigt ein Hund ebenfalls hochwertige ungesättigte Fettsäuren, wie sie beispielsweise in Lachsöl enthalten sind. 
  • Hagebuttenpulver findet sich als Zusatz häufig im Futter wieder. Dabei unterstützt der hohe Gehalt an Vitamin C vor allem Hunde mit Gelenkerkrankungen. (ACHTUNG: Hunde stellen selbst täglich bis zu 20 000 mg Vitamin C (Ascorbinsäure) bei dem Abbau von Glukose her. Ein Überschuss an Vitamin C macht krank, wenn es nicht schnell genug mit dem Harn ausgeschieden wird) 
  • Kohlenhydratreiche Flocken wie Gemüse-, Hafer- oder Kartoffelflocken stärken sportliche Vierbeiner, die einen erhöhten Energiebedarf haben. Da die Flocken mit dem Hauptfutter gemischt werden, sollten sie idealerweise eingeweicht dem Nassfutter beigegeben werden. 
  • Zu den beliebten Futterergänzungsmittel zählt auch Schwarzkümmel- und Kokosöl. Dabei ist zu beachten, dass Schwarzkümmelöl bei der innerlichen Anwendung auch das Immunsystem beeinflusst. Es treten oft Allergien nach der Verabreichung auf. Schwarzkümmelöl soll vor Parasiten schützen, da es den Eigengeruch verändert. Zecken, Würmer oder Flöhe sollen dadurch ferngehalten werden. Kokos- und Schwarzkümmelöl sind indes auch zur äußeren Anwendung geeignet. In beiden Fällen ist die Wirkung wissenschaftlich nicht nachgewiesen.