Katzen & Menschen: vom Zusammenleben mit einer Seniorin [10|21]

Alter, Körperveränderung, Verhalten, Krankheiten, Zusammenleben
(c) Photo: Jenna Tamara auf Pexels

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Alter, Körperveränderung, Verhalten, Krankheiten, Zusammenleben - Update [03|10|21]

  • Katzen werden schnell erwachsen, altern aber langsam.
  • Mit acht Jahren muss eine Katze noch lange kein Senior sein.
  • Ab 11 Jahren sprechen Expert*innen vom Seniorenalter
  • Wie auch bei den Menschen gilt: Man ist immer so alt, wie man sich fühlt. 
  • Aber auch bei Katzen ändern sich mit zunehmendem Lebensalter die Bedürfnisse.
  • Auch die Anfälligkeit für Arthrosen, Spondylose, Diabetes, Nieren- und Herzerkrankungen etc. nimmt zu [Mehrwissen auf petdoctors.at: Krankheiten im Alter rechtzeitig erkennen und vorsorgen]

1. Woran Sie erkennen, dass Ihre Katze ins Seniorenalter gekommen ist: 

Die durchschnittliche Lebenserwartung einer Katze liegt zwischen 15 und 26 Jahren. Je älter eine Katze wird, umso mehr steigert sich ihr Schlafbedürfnis. Der Zimmertiger wird anhänglicher, verschmuster und ruhiger. Das Gehör [Mehrwissen: Katzenohr] lässt nach und einige Eigenschaften, wie Sturheit und Beharren auf festgefahrenen Gewohnheiten können zunehmen.

  1. Leidet die Katze bereits an altersbedingten Gelenkveränderungen, Arthrosen [Mehrwissen: Spondylose], springt sie weniger und ist auch nicht mehr bereit, sehr hoch zu klettern. Sprünge können nicht mehr so gut abgeschätzt werden, Fehlsprünge sind die Folge. Die Katze beginnt, sich generell vorsichtiger zu verhalten.
  2. Da nicht mehr so viele Kalorien verbraucht werden, beginnt Ihre Katze, Gewicht zuzunehmen. Krankheiten, wie Zahnprobleme [Merhwissen: FORL] , Herzschwäche [Mehrwissen: Herzerkrankung] Leber- und Nierenfunktionsstörungen [Mehrwissen: CNI] treten häufiger auf. Verliert Ihre Katze schnell an Gewicht, könnte eine Erkrankung der Schilddrüse die Ursache sein. Einige Katzen setzen Harn neben der Katzentoilette ab, da sie nicht mehr über den erhöhten Rand steigen können. Das Putzverhalten nimmt ab, langhaariges Fell verfilzt leichter.
  3. Katzen altern nicht sichtbar, das Fell wird nicht grau. Aber Sie werden bemerken, dass die geistigen Fähigkeiten langsam nachlassen, da sich im Gehirn und an den Nervenbahnen Ablagerungen bilden und die Sauerstoffversorgung nicht mehr so optimal ist, wie in der Jugendzeit. Auch Katzen können dement werden. (50 % der Katzen, die älter als 15 Jahre sind, leiden an einer kognitiven Dysfunktion)

2. Wie sich die Bedürfnisse Ihrer Senior-Katze ändern:

  1. Der Kaloriengehalt des Futters sollte an die Bewegungsfreudigkeit ihrer Katze angepasst werden.
  2. Eine bessere Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen ist nötig, um einer Entkalkung der Knochen vorzubeugen.
  3. Bei Funktionsstörungen der Leber oder Niere muss der Proteingehalt des Futters angepasst werden. Frisst Ihre Katze nicht mehr genügend, bieten Sie ihr mehrmals täglich Futter an. Tragen Sie die Futterschüssel zu den bevorzugten Liegeplätzen.
  4. Katzen prüfen die Verträglichkeit ihres Futters vor allem über ihren Geruchssinn. Lässt dieser im Alter nach, beginnen die Stubentiger, beim Fressen mäkelig zu werden oder die Futteraufnahme vollständig zu verweigern. Seniorfutter sollte daher immer geruchsintensiver sein als das Futter für Jungkatzen. [Mehrwissen: wenn Katzen nicht fressen wollen] 
  5. Alte Katzen leiden öfter an Verstopfungen. Stellen Sie immer ausreichend frisches Trinkwasser zur Verfügung. [Mehrwissen: 7 Tipps damit die Katze mehr trinkt]  Eventuell muss der Anteil des Nassfutters und der Ballaststoffe erhöht werden. Reichen diese Maßnahmen nicht aus, erhalten sie bei ihrer Tierärzt*in Pasten mit Laxantien, die die Darmbewegungen regulieren und eine normale Verdauung des Futters und Ausscheidung von Kot ermöglichen.

3. Wie Sie Ihre Senior-Katze unterstützen können:

  1. Obwohl alte Katzen nicht mehr so gut springen, bevorzugen sie immer noch erhöhte Liegeplätze. Montieren Sie Aufstiegshilfen, wie Treppen, damit Ihre Katze den Platz auf der Fensterbank oder Couch wieder bequem erreichen kann.
  2. Liegt Ihre Katze gerne auf der Fensterbank, achten Sie darauf, dass sie keiner Zugluft ausgesetzt ist. Alte Katzen reagieren auf Zugluft äußerst empfindlich mit Erkältungen, Lungen- und Blasenentzündung. 
  3. Stellen Sie die Futter- und Wasserschüssel auf ein Podest, oder verwenden Sie Futterbars, damit sich Ihre Katze beim Fressen und Trinken nicht bis zum Boden beugen muss. Halswirbelsäule und Gelenke werden so geschont. Stellen Sie mehrere Wasserschüsseln in der Wohnung auf, damit Ihre Katze zum Trinken angeregt wird.
  4. Fördern sie die geistige Aktivität Ihrer Katze durch abwechslungsreiche Spiele. Futterbälle und Leckerchen-Suchspiele werden auch von alten Katzen gerne angenommen. Kleine, kurze Jagdspiele halten geistig fit.
  5. Stellen sie eine Katzentoilette mit niedrigen Rand auf, damit ihre Katze leichter einsteigen kann. [Mehrwissen: Katzenstreu]
  6. Lassen sie zweimal jährlich eine Untersuchung bei Ihrem Tierärzt*in durchführen. Vielleicht benötigt Ihre Katze Schmerzmittel oder andere Medikamente. [Mehrwissen: Schmerzmittel]
  7. Bürsten Sie das Fell ihrer Katze häufiger. Die Bürste pflegt nicht nur die Haare, sondern massiert auch die Haut und sorgt für eine bessere Durchblutung.
  8. Überprüfen Sie regelmäßig die Krallen [Mehrwissen: Katzenpfote & Krallen] Ihrer Katze und kürzen Sie diese, falls nötig. Mit zunehmendem Alter nutzen sich die Krallen nicht mehr so gut ab, die Sicheln des Krallenhorns können in die empfindlichen Pfotenballen einwachsen.
  9. Nehmen Sie sich Zeit für ausgedehnte Schmuse- und Streicheleinheiten, damit Ihre Katze weiter das Gefühl hat, dazuzugehören.

Auch alte Katzen möchten noch im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen. Mit Liebe und Rücksichtnahme stehen ihnen noch viele erfüllte Jahre zur Verfügung.