Zuckerersatzstoffe können für Vierbeiner tödlich sein [01|21]

Vergiftung, Xylith, Erythrit, Stevia, Sorbitol, Aspartam
(c) Photo: Karolina Grabowska auf Pixabay

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Vergiftung, Xylith, Erythrit, Stevia, Sorbitol, Aspartam - news 24/01/21

1. Xylith - Birkenzucker

Xylith, E967, ist in Zahncremen, Kuchen, Süßspeisen und Kaugummi enthalten. Bei Hunden wirken schon kleine Mengen giftig [#Mehrwissen zu Xylith und Vergiftungen bei Hunden] Nach der Aufnahme von Xylith kommt es zu einer besonders starken Ausschüttung von Insulin durch die Bauchspeicheldrüse. Der Blutzuckerspiegel sinkt sofort stark ab.

1.1 Symptome beim Hund:

  1. Schwäche
  2. Erbrechen
  3. Apathie
  4. Krämpfe
  5. Durchfall
  6. Schädigung der Leber
  7. Koma
  8. Tod

Besteht der Verdacht, dass ein Hund Xylith gefressen hat, muss immer sofort eine Tierärztin oder ein Tierarzt aufgesucht werden.

[Tipps für den Notfall24h Klinken in Österreich] [Tierarztsuche in Österreich]

Befindet sich das Gift noch im Magen (bis zu zwei Stunden nach der Aufnahme) löst die TierärztIn bei Ihrem Hund kontrolliertes Erbrechen aus. Sind bereits Symptome vorhanden, muss versucht werden, den Blutzuckerspiegel mit Glukose-Infusionen anzuheben. Trotzdem wird meistens die Leber geschädigt. Der Hund stirbt an Leberversagen.

1.2 Tiere, für die Xylith (Birkenzucker) giftig ist:

  • Hunde
  • Frettchen
  • Kaninchen

1.3 Tiere, für die Xylith (Birkenzucker) ungiftig ist:

  • Katzen
  • Hühner 
  • Pferde

Birkenzucker kann dem Trinkwasser von Katzen zugesetzt werden, um die Zähne zu pflegen und schlechten Mundgeruch zu verhindern. [Katzen schmecken die Geschmacksrichtung "süß" nicht]

2. Erythrit - E 968

Erythrit wird aus Saccharose und Glukose hergestellt. Der mit Hilfe von Pilzen und Hefen hergestellte Zuckeraustauschstoff wird vollständig über die Nieren ausgeschieden. Eine Aufnahme in das Blut findet nicht statt.

Tiere, für die Erythrit nachweislich nicht giftig ist:

  • Hunde
  • Katzen
  • Ratten

3. Stevia

Stevia ist nicht giftig, kann aber bei ALLEN Tieren schwere Verdauungsprobleme auslösen.

  1. Durchfall
  2. Erbrechen
  3. Blähungen

4. Sorbitol, Aspartam

Sorbitol und Aspartam führen bei Tieren zu keiner starken Insulin-Ausschüttung oder einer Unterzuckerung. Trotzdem ist Vorsicht geboten.

  • Nach der Aufnahme treten schwere Magen-Darmprobleme auf.
  • Fressen die Tiere größere Mengen, treten Vergiftungserscheinungen auf.
  • Der Blutzuckerspiegel sinkt, die Leber wird geschädigt.

Tiere, für die Sorbitol und Aspartam in größeren Mengen giftig sind:

  • Hunde
  • Katzen
  • Kaninchen

5. Wie Sie vorbeugen können:

  1. Bewahren Sie Süßstoffe und Zuckeraustauschstoffe immer in verschlossenen Schränken auf.
  2. Achten Sie darauf, dass Bäckereien für Ihr Haustier immer außer Reichweite sind.
  3. Füttern Sie Ihr Tier nicht mit Süßspeisen, die für Menschen bestimmt sind.
  4. Putzen Sie die Zähne Ihres Hundes und Ihrer Katze nur mit einer für Tiere geeigneten Zahncreme - fragen Sie Ihre Tierärztin oder Ihren Tierarzt dazu.
  5. Suchen Sie im Verdachtsfall einer Vergifung immer sofort eine TierärztIn auf. Es handelt sich um einen lebendbedrohlichen Notfall.

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