Ungefähr 11% der Hauskatzenpopulation sind Virusträger.
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Katzenaids: FIV wird von Katze zu Katze durch Bisse übertragen

felines Immundefizienz Virus (FIV)/Immunschwächesyndrom/Virusinfektion - News am 6. Oktober 2020

  • das feline Immundefizienz Virus (FIV)  wird durch Bissverletzungen nicht bei der Fortpflanzung übertragen
  • Kater, die viele Revierkämpfe austragen, sind besonders gefährdet. 
  • 11% der Hauskatzenpopulation sind Virusträger 
  • Die Erreger sind nicht auf Menschen oder andere Säugetiere übertragbar.

Katzenaids (FIV) ist eine weltweit auftretende Virusinfektion, die das Immunsystem der Katze schwächt und ähnliche Krankheitserscheinungen, wie Aids bei Menschen verursacht. Es ist eine unheilbare Erkrankung, die zu einer Zerstörung des Immunsystems führt. Eine Behandlung kann den Krankheitsverlauf nur verzögern und sorgt für eine bessere Lebensqualität ihrer Katze.

1. Ursache:

  • Das erworbene Immunschwächesyndrom wird durch ein Retrovirus (Lentivirus) hervorgerufen.
  • Ungefähr 11% der Hauskatzenpopulation sind Virusträger.
  • Wird eine Katze infiziert, bildet ihr Immunsystem Antikörper und cytotoxische T-Zellen.
  • Trotz einer starken Immunreaktion kann die Infektion nicht abgewehrt werden,
  • das Virus bleibt lebenslang im Körper der Katze.

2. Wie die Übertragung erfolgt:

Das Retrovirus wird hauptsächlich durch Bisse übertragen. Daher sind Kater mit Freigang, die viele Revierkämpfe austragen, besonders gefährdet. Anders als bei Aids des Menschen, wird das Virus nicht bei der Fortpflanzung übertragen.

  1. Das Virus gelangt mit Blut und Speichel in die Wunde und
  2. von dort über die Blutgefäße in die Lymphknoten,
  3. damit infiziert es die Lymphozyten.
  4. Eine Übertragung auf ungeborene Katzenwelpen ist daher ebenfalls möglich. 

Da das Virus in der Umwelt ungeschützt nur für Sekunden überleben kann, ist eine indirekte Übertragung über Gegenstände nicht möglich. Gemeinsame Nutzung von Futter- und Wasserschüsseln, Liegeplätzen oder Spielzeug ist unbedenklich.

3. Zum Krankheitsverlauf:

Akute Phase:
Die akute Phase beginnt ungefähr vier Wochen nach der Infektion. Da erst wenige T- Zellen infiziert sind, kann der Körper der Katze sich noch gegen die Erkrankung wehren.

Asymptomatische Trägerphase:
Die Katze wirkt gesund und zeigt keine Symptome. Sie ist Virusträger, die Erkrankung kann mit einem Bluttest, oder einem Schnelltest nachgewiesen werden.

AIDS-ähnlicher Komplex:
Die Abwehrkräfte lassen nach, das Fell wird struppig, Fieber tritt auf. Die Katze leidet immer wieder an Sekundärerkrankungen. Diese Phase kann Monate oder Jahre dauern.

Endstadium
Das Immunsystem bricht vollständig zusammen. Die Katze magert ab, das Allgemeinbefinden ist stark beeinträchtigt. Die Lebenserwartung beträgt noch maximal ein Jahr.

4. Symptome:

Nach der Bissverletzung tritt Fieber und eine Schwellung der Lymphknoten auf. Das Virus wird in die zelleigene DNA der T-Zellen eingebaut, diese Zellen produzieren nur mehr neue Viren. Meistens folgt auf die Erstinfektion eine symptomlose Phase, die mehrere Jahre andauern kann. Anschließend treten immer wieder verschiedene Infekte bei der Katze auf, da das Immunsystem nicht mehr in der Lage ist, Krankheitserreger, wie Bakterien, Viren oder Pilze, unschädlich zu machen. In der Endphase erkranken die Katzen immer öfter, Tumore und neurologische Symptome entstehen. Bricht das Immunsystem vollständig zusammen, stirbt die Katze.

Infizierte Tiere leiden immer wieder unter

  • Fieber,
  • Schwellung der Lymphknoten,
  • Gewichtsverlust,
  • chronischen Entzündungen des Zahnfleisches und
  • Tumoren.
  • Die Katzen wirken ungepflegt und krank.

5. Erkrankungen die  ähnliche Symptome erzeugen:

Leukose: 

Das feline Leukämievirus verursacht ebenfalls eine Schwächung des Immunsystems. Viele Katzen, die mit Leukose infiziert sind, tragen auch das FIV Virus in sich, da die Übertragung auf demselben Weg stattfindet.

FIP: 

Eine an FIP erkrankte Katze zeigt ähnliche Augenveränderungen, schwankenden Gang und eine Verschlechterung des Allgemeinbefindens.

6. Diagnose:

Nach einer Blutabnahme wird ein Schnelltest durchgeführt. Dieser weist Antikörper gegen das Retrovirus nach. Fällt der Test positiv aus, wird im Labor eine weitere Blutprobe, bei der das Virus im Blut oder Gewebe direkt nachgewiesen wird, untersucht.
Erst wenn beide Tests positiv ausfallen, ist die Diagnose FIV gesichert.

Wann ein Bluttest jedenfalls durchgeführt werden sollte:

  1. Katzen mit Freigang sollten mindestens einmal im Jahr auf FIV getestet werden.
  2. Kehrt eine Katze nach einer Rauferei mit blutigen Wunden zurück, sollte vier Wochen später ein Schnelltest durchgeführt werden.
  3. Katzenwelpen können erst ab einem Alter von 10 Wochen getestet werden, da Antikörper des Muttertiers, die mit der Milch an die Welpen weitergegeben werden, falsch positive Resultate erzeugen.

7. Therapie:

  • Eine an FIV erkrankte Katze sollte nur mehr in der Wohnung gehalten werden, um andere Katzen nicht zu gefährden. Die Wohnungshaltung schützt zusätzlich vor Erregern in der Umwelt, die das Immunsystem nicht mehr abwehren kann. 
  • FIV ist nicht heilbar, die Therapie verlangsamt die Virusvermehrung und ermöglicht ihrer Katze eine gute Lebensqualität bis zum Erreichen des Endstadiums.
  • Interferon verlangsamt die Zerstörung der T- Zellen durch das Retrovirus. 
  • Immunmodulatoren unterstützen das Immunsystem und steigern die Abwehrkräfte.
  • ACHTUNG: Kortison wirkt immunsuppressiv, es verstärkt die Krankheitserscheinungen. deshalb sollte vermieden werden.
  • In Europa ist keine Impfung gegen FIV erhältlich.

8. Wie Sie eine FIV Katze unterstützen und pflegen können:

9. Zusammenfassung

FIV ist eine durch ein Virus verursachte, unheilbare Erkrankung, die zu einer Zerstörung des Immunsystems führt. Das Virus wird mit Blut und Speichel von Katze zu Katze übertragen. Eine Übertragung auf den Menschen kann nicht stattfinden. Eine Behandlung kann den Krankheitsverlauf nur verzögern und sorgt für eine bessere Lebensqualität ihrer Katze.

Lassen Sie Ihre Katze regelmäßig auf FIV testen.