80% der an Leukose.erkrankten Katzen sterben innerhalb von drei Jahren
(c) Foto Ranya auf Pixabay

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Leukose ist eine Virusinfektion: 80% der erkrankten Katzen sterben daran.

feline Katzenleukose/feline Katzenleukämie/FeLV/Virusinfektion/tödliche Erkrankung - News am 6. Oktober 2020

  • Leukose ist eine ansteckende Viruserkrankung,
  • die verschiedene Organsysteme betreffen kann und
  • meistens tödlich endet.
  • Abhängig von den infizierten Organen variieren die Krankheitserscheinungen.

1. Ursache:

  1. Das Retrovirus wird über den Speichel durch direkten Kontakt von Katze zu Katze übertragen.
  2. Das Virus wandert über die Mund- und Nasenschleimhaut in das lymphatische Gewebe des Rachenraums und breitet sich anschließend über die Blutgefäße bis in das Knochenmark aus.
  3. Die infizierten Stammzellen, die für die Blutbildung verantwortlich sind, verteilen das Virus mit neuen Blutkörperchen wieder im gesamten Körper ihrer Katze. 
  4. Das Retrovirus pflanzt sein Erbmaterial in den Zellkern der infizierten Zelle, die so alle nötigen Informationen für die Produktion neuer Viren erhalten. Proviren können vom Immunsystem nicht erkannt und bekämpft werden.

Nur 30% der Katzen sind in der Lage Antikörper zu bilden und das Virus erfolgreich zu bekämpfen. Diese „Regressorkatzen“ verfügen lebenslang über eine hohe Anzahl an Antikörpern, Viren sind nicht nachweisbar.

2. Übertragung:

  • Im direkten Kontakt von Katze zu Katze übertragen.
  • Eine Übertragung über Gegenstände ist selten, da das Virus empfindlich auf äußere Einflüsse reagiert und in der Umwelt nur wenige Minuten überleben kann.
  • Eine Übertragung auf ungeborene Katzenwelpen über die Plazenta ist möglich. Diese infizierten Tiere werden tot geboren oder sterben innerhalb kürzester Zeit.
  • Eine Ansteckung über die Katzenmilch ist ebenfalls möglich.
  • Ist eine Katze mit dem felinen Leukämievirus infiziert, muss sie nicht unbedingt an Leukose erkranken. Der Verlauf der Infektion ist abhängig von Alter und Immunstatus der Katze.

2. Symptome:

  • Das Retrovirus verursacht die Bildung von Tumoren in verschiedenen Organsystemen. Es können sowohl verschiedene Blutzellen als auch andere Organe (Niere, Leber) betroffen sein.
  • Die Katze ist anämisch, die Schleimhäute sind blass bis weiß.
  • Fieber, Atemnot, Erbrechen, Inappetenz und Durchfall treten auf.
  • Die Katze verliert Gewicht.
  • Die Lymphknoten sind stark vergrößert.
  • Augen-, Nieren- Leberveränderungen und neurologische Symptome treten auf.
  • Die Mundschleimhaut ist entzündet, Mundgeruch ist wahrnehmbar. Durch das Virus wird die Bildung von Fibrosarkomen begünstigt. 
  • Katzen, die FELV positiv sind, haben auch ein höheres Risiko, an Lymphomen zu erkranken. 
  • Häufig leidet die Katze durch Schwächung der Immunsystems an bakteriellen Sekundärinfektionen.  Bei FeLV- positiven Katzen können auch harmlose Infektionen tödlich verlaufen, da sie auf übliche Behandlungen nicht gut ansprechen. 
  • Durch Erkrankung der Geschlechtsorgane werden die Katzen unfruchtbar. 

3. Diagnose:

Während der Phase der Virusvermehrung kann das Virus im Blut und im Speichel nachgewiesen werden. Es sollten immer 2 Tests im Abstand von 2- 3 Wochen durchgeführt werden. Erst wenn beide Tests positiv sind, gilt die Diagnose als gesichert. In der Ordination kann der Tierarzt einen Schnelltest durchführen, der im positiven Fall von einem Labor bestätigt werden sollte. Latente Infektionen können durch Knochenmarksbiopsien bestätigt werden. Die Impfung hat keinen Einfluss auf das Resultat von Bluttests.

4. Therapie:

Eine Heilung ist nicht möglich, hat sich eine Katze einmal angesteckt, trägt sie das Virus lebenslang in sich. Durch Interferon kann die Lebenserwartung gesteigert werden. Treten Tumoren auf, kann durch Chemotherapie das Tumorwachstum verlangsamt werden. Manche Katzen benötigen Bluttransfusionen.

5. Wie Sie vorbeugen können:

Wohnungskatzen haben bessere Überlebenschancen als Freigänger. Durch gute Pflege und intensive Betreuung verlängert sich ihre Überlebensdauer, da Sekundärinfektionen früher erkannt und behandelt werden können.

Freigänger, oder mehrere Katzen im Haushalt, sollten gegen Leukose geimpft werden. Vor jeder Impfung wird ein Leukosetest durchgeführt, da bei bereits infizierten Katzen die Impfung nicht nur wirkungslos ist, es treten aufgrund des geschwächten Immunsystems häufiger Nebenwirkungen,wie Fieber und Lymphknotenschwellungen, auf.

Die Grundimmunisierung erfolgt in der 8., 12. und 16. Woche. Abhängig vom verwendeten Impfstoff ist eine Auffrischung alle 1 bis 3 Jahre nötig.

5. Zusammenfassung

Leukose ist eine tödlich verlaufende Virusinfektion, die viele verschiedene Erscheinungsbilder zeigt. 80% der infizierten Katzen sterben innerhalb von drei Jahren nach der Infektion. Eine Übertragung auf den Menschen ist nicht möglich. Freigänger sollten jährlich auf Vorliegen einer Infektion getestet werden. Schützen Sie Ihre Katze durch eine Impfung.