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Was ist eine Blutuntersuchung?

Bei einer Blutuntersuchung entnimmt die TierärztIn mit einer Nadel einige Tropfen Blut aus einem Gefäß des Vorder- oder Hinterbeines. Bei Kaninchen kann auch ein Gefäß am Ohrrand verwendet werden.

 

Wann und warum wird eine Blutuntersuchung gemacht?

1.  Abklären von Krankheitserscheinungen

z.B. Wenn ein Tier nicht frißt, zu viel trinkt, Durchfall hat oder erbricht, immer wieder Fieber bemerkt wird, oder generell dem Besitzer verändert und müde vorkommt.

2.  Vorsorge

Ab einem bestimmten Alter, bei Katzen ab 7 Jahren und abhängig von der Rasse,  sollte eine Blutuntersuchung durchgeführt werden, um altersbedingte Schäden an Organen, wie Niere und Leber, bereits frühzeitig erkennen zu können.

3. Impfschutz

Wer seine Katze  nicht jährlich impfen lassen möchte, kann über eine Blutuntersuchung feststellen lassen, ob das Tier noch durch die früher verabreichte  Impfung ausreichend geschützt ist.

4. Überprüfung der Narkosefähigkeit 

5. Kontrolle der Organbelastung durch Dauermedikation

6. Blutgruppenbestimmung bei bestimmten Rassekatzen oder vor Bluttransfusionen

7. Abklärung von Erbkrankheiten

Beispielsweise bei Hämophilie ( genetisch verringerte Gerinnungsfähigkeit des Blutes)

 

Welche Werte ergibt eine Blutuntersuchung?

Bei der Blutuntersuchung wird zwischen dem kleinen und dem großen Blutbild unterscheiden. Weiters kann eine chemische Blutuntersuchung durchgeführt werden.

 

Kleines Blutbild: 

Erythrozyten: rote Blutkörperchen, verantwortlich für den Sauerstoff-, und Kohlendioxidtransport

Ein zu hoher Wert kann auf Erkrankungen von Herz, Lunge oder Knochenmark hindeuten

Ein zu niedriger Wert kommt vor bei Blutarmut durch Blutverlust, Eisenmangel, Vitaminmangel oder Nierenschäden und Infektionen

Leukozyten: weiße Blutkörperchen, sind für die körpereigene Abwehr von großer Bedeutung, da sie  dei Katze vor Krankheitserregern schützen

Ein zu hoher Wert kommt vor bei Infektionen mit Bakterien oder Parasiten,  Allergien, Schockzuständen,  Leukämie oder akuten Vergiftungen.

Einen zu niedrigen Wert findet man bei Knochenmarkserkrankungen, Verabreichung  bestimmter Medikamente, z.B. Antibiotika und bei Virusinfektionen.

Thrombozyten: Blutplättchen, spielen eine wichtige Rolle bei der Blutgerinnung

Ein zu hoher Wert deutet auf hohe Blutverluste ( Wunden, Tumore, innere Blutungen) oder schwere Infektionen hin.

Ein zu niedriger Wert kann durch Vitaminmangel, bestimmte Medikamente, Blutarmut oder Bestrahlung verursacht werden.

Hämoglobin: roter Blutfarbstoff, ist verantwortlich für die Bindung von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid

Ein zu hoher Wert kann durch vermindertes Trinken, Flüssigkeitsverlust verursacht werden.

Ein zu niedriger Wert kommt bei Magen- Darmerkrankungen oder Nierenschädigungen                           vor.

Hämatokrit: gibt das Verhältnis zwischen festen und flüssigen Blutbestandteilen an, je höher der Wert ist, umso dickflüssiger ist das Blut.

Ein zu hoher Hämatokrit kann durch Flüssigkeitsverlust, vermindertes Trinken entstehen.

Ein zu niedriger Hämatokrit deutet auf Blutarmut oder Blutverlust hin.

 

Großes Blutbild:

Für ein großes Blutbild werden  zusätzlich die Untergruppen der Leukozyten untersucht.

Lymphozyten: sind die eigentlichen Abwehrzellen im Blut.

Ein erhöhter Wert kann durch Infektionen mit Viren, Erkrankungen der Nebennierenrinde oder Immunkrankheiten bedingt sein.

Ein zu niedriger Wert kann durch Nierenerkrankungen verursacht werden.

Monozyten: stammen direkt aus dem Knochenmark. Sie umschließen verschiedene Erreger und machen diese unschädlich.

Ein erhöhter Wert deutet auf eine Infektion mir Bakterien, Viren oder Parasiten hin. Auch bei einigen Autoimmunerkrankungen kann die Anzahl der Monozyten erhöht sein.

Ein zu niedriger Wert kommt nur gemeinsam mit einer Verringerung der Leukozyten vor.

Granulozyten: sind Teil der Immunabwehr. Je nach der Färbbarkeit mit einem bestimmtem Farbstoff – dem Eosin – unterscheidet man:

1. Neutrophile Granulozyten:  

ein zu hoher Wert tritt bei Stress, Infektionen mit Bakterien, Kortisontherapie, Herzerkrankungen und Parasitenbefall auf. 

Ein zu niedriger Wert entsteht durch Infektionen mit Viren oder Schädigung des Knochenmarks.

2. Eosinophile Granulozyten: sind ebenfalls Teil der Immunabwehr. 

Ein zu hoher Wert entsteht durch Befall mit Parasiten, Allergien, Hautkrankheiten

Ein zu niedriger Wert kann durch Stress, Kortisontherapie oder Erkrankungen der Nebenniere, z.B. Cushing, bedingt sein.

3. Basophile Granulozyten: sind an Entzündungsreaktionen durch Freisetzen von Histamin und Serotonin beteiligt.

 Ein zu hoher Wert kann z.B. bei Leukämie auftreten.

Ein zu niedriger Wert kommt nur gemeinsam mit einer Verringerung der Leukozyten vor.

 

Chemische Blutuntersuchung

AP: ein Enzym, das in Geweben, Leber und Knochen vorhanden ist.Ein erhöhter Wert kann auf Erkrankungen der Leber hinweisen.

ALT: ein Enzym, das vor allem in Leberzellen vorkommt. Ein erhöhter Wert deutet auf Lebererkrankungen hin.

GOT oder AST: ein Enzym, das vor allem im Herzmuskel, Skelettmuskel und Leberzellen vorkommt. Ein erhöhter Wert deutet auf Leber-, oder Herzerkrankungen hin

Bilirubin: ist ein Bestandteil der Galle. Ein erhöhter Wert deutet auf Lebererkrankungen hin

Albumin: wird von der Leber produziert. Ein erniedrigter Wert weist auf chronische Leber-, Nieren-, oder Magen-Darmerkrankungen hin

Kreatinin: wird über die Niere ausgeschieden. Ein erhöhter Wert entsteht bei Nierenerkrankungen, Harnstau aufgrund von Verletzungen oder Tumoren, Austrocknung.

Harnstoff: wird ebenfalls über die Nieren ausgeschieden. Ein erhöhter Wert weist auf Nierenerkrankungen oder Austrocknung hin.

Gesamteiweiß: alle im Blut enthaltenen Eiweißstoffe. Eine Veränderung tritt auf bei Erkrankungen der Nieren, der Leber, des Magen-Darmtraktes oder Austrocknung

Phosphor: erhöhter Wert bei Nierenerkrankungen

Kalzium: erhöhter Wert bei Erkrankungen der Nieren, Nebenschilddrüse oder Tumoren

Cholesterin: ein Blutfett, das direkt vom Körper hergestellt wird. Erhöhte Werte bei angeborenen Erkrankungen der Niere und Leber, Schilddrüsenunterfunktion

Glukose: Zuckergehalt des Blutes. Erhöhte Werte deuten auf Diabetes mellitus ( Zuckerkrankheit) hin. Bei Katzen kann es durch Stress ebenfalls zu einer Erhöhung des Glukosewertes kommen. Ein zu niedriger Wert entsteht bei Lebererkrankungen, Infektionen oder durch Tumore.

Amylase: ein Enzym, das in der Bauchspeicheldrüse produziert wird und die Verdauung fördert. Ein erhöhter Wert kommt bei Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse vor.

Natrium, Kalium, Chlorid: das Gleichgewicht dieser „ Elektrolyte“ ist für die Gesundheit des Tieres ausschlaggebend. Zu Abweichungen kann es bei Erbrechen, Durchfall und Herzbeschwerden kommen.

 

Die angeführten Werte sind nur eine Zusammenstellung der am häufigsten benötigten Blutwerte.

 

Zusätzlich gibt es noch eine Vielzahl von Spezialuntersuchungen: Hormone, Fruktosamin, virale Erkrankungen ( FIP, Leukose, Katzenschnupfen) Vitamine etc.