Husten beim Hund kann Schutzreflex oder Krankheitssymptom sein [09|21]

Husten, Schutzreflex, Krankheit, trockener, feuchter, chronischer, blutiger Husten
(c) Photo: Yuki Dog auf Unsplash

Teilen

Husten, Schutzreflex, Krankheit, trockener, feuchter, chronischer, blutiger Husten - Update [17|09|21]

  • Nicht jeder Husten ist Zeichen einer schweren Erkrankung.
  • Ist das Allgemeinbefinden des Hundes verändert, sollte eine Tierärzt*in aufgesucht werden.
  • Hält der länger Husten an oder tritt Fieber auf, muss die Ursache unbedingt abgeklärt werden.

An kalten, feuchten Herbsttagen kommt es wieder häufiger vor, dass Hunde zu husten beginnen. Muss Ihr Vierbeiner dann sofort von einer Tierärzt*in untersucht werden oder handelt es sich nur um eine harmlose Verkühlung? Oder ist es nur ein alltäglicher Schutzreflex? Was Sie darüber wissen sollten:

1. Husten als Schutzreflex:

  1. Husten ist ein wichtiger Schutzreflex der Atemwege.
  2. Eingeatmete Partikel, die die Schleimhaut reizen, werden durch den Luftstrom aus dem Körper entfernt. 
  3. Nach einem tiefen Atemzug schließt sich die Stimmritze, die für die Ausatmung beteiligte Muskulatur zieht sich zusammen.
  4. Sobald sich die Stimmritze wieder öffnet, werden Fremdkörper und Schleim explosionsartig hinausgeschleudert.

2. Husten Zeichen einer Erkrankung: trocken, feucht oder chronisch:

  • Trockener Husten: Der Husten ist sehr schmerzhaft und oft mit  Würgeanfällen verbunden. Es erfolgt keine Absonderung von Schleim.
  • Feuchter Husten: Der Husten klingt weicher, rasselnde Atemgeräusche sind hörbar. Unter Würgen wird Schleim erbrochen.
  • Reizhusten mit blutigem Auswurf tritt bei Parasitenbefall mit Lungenwürmern auf.
  • Chronischer Husten: Der Husten dauert länger als drei Wochen.

3. Sechs Ursachen für Husten:

3.1 Trockener Husten:

  1. Wenn sich die Schleimhaut der oberen Atemwege entzündet, treten trockene Hustenanfälle auf. Die Entzündung breitet sich über die Bronchien bis in die Lunge aus. Meistens entsteht die Schleimhautentzündung durch einen Kontakt mit Viren, Zwingerhusten, oder die Einatmung von reizenden Substanzen.
  2. Bei Hunden, die unter einem Trachealkollaps leiden:  die Knorpelspangen, die die Luftröhre stützen, sind zu weich. Daher fällt die Luftröhre bei Anstrengung zusammen. Der Hund hustet. Meistens sind kleine Hunde mit kurzen Schnauzen, wie Mops, Chihuahua und Malteser betroffen. [Mehrwissen auf petdoctors.at zum Trachealkollaps hier.]

3.2 Feuchter Husten: 

  1. Lungenödem: bei fortgeschrittenen Herzerkrankungen kann das Herz die Flüssigkeit nicht mehr im Körper verteilen, ein Lungenödem entsteht. Bei Schwächung des linken Herzventrikels wird vor allem am Morgen Flüssigkeit ausgehustet.
  2. Bakterielle Lungenentzündung: breitet sich eine Entzündung aus, ist die Abwehr der Schleimhaut geschwächt und Bakterien siedeln sich an.  Exsudat, das sind entzündlich bedingte feuchte Absonderungen, wird gebildet. 

3.3 Chronischer Husten:

  1. Bei allergischem Asthma verengen sich die Bronchien durch Krämpfe der Muskulatur, die Atmung ist erschwert, der Hund hustet.

3.4 Husten mit blutigem Auswurf:

  1. Lungenwürmer legen in der Lungenarterie Eier ab. Diese gelangen über den Blutkreislauf in die Lunge. Die Folge sind Entzündungen und Reizhusten mit blutigen Auswurf.

3.5 Husten als Schutzreflex:

  1. Fremdkörper, Futterbrocken oder
  2. Parasiten, die in die Luftröhre und die Bronchien gelangen, lösen trockene Hustenanfälle aus, da sie das Lungengewebe zerstören.

4. Begleitsymptome bei Hustenerkrankungen:

Der Hund ist unruhig, senkt den Kopf und würgt. Die Muskulatur zwischen den Rippen zieht sich krampfartig zusammen. Bei starken Hustenanfällen ist auch die Bauchmuskulatur beteiligt.

Die Schleimhaut des Rachenraums ist gerötet, Druck auf Kehlkopf und Luftröhre löst Hustenanfälle aus. Die Mandeln sind vergrößert und mit Schleim bedeckt.

Zwingerhusten: Hustenanfälle können leicht durch Druck auf die Luftröhre ausgelöst werden, sind Bakterien an der Entzündung beteiligt, wird der Husten feucht, rasselnde Atemgeräusche treten auf.

Lungenwürmer-Angiostrongylose: Lungenwürmer legen in der Lungenarterie Eier ab, die mit dem Blut in die Kapillaren der Lunge gelangen und dort Entzündungen verursachen. Reizhusten mit blutigen Auswurf tritt auf.

5. Diagnose:

  • Mit Röntgenuntersuchungen können Fremdkörper und Parasiten nachgewiesen werden. 
  • Ultraschall wird zur Überprüfung der Herzfunktion eingesetzt.
  • Klinische Untersuchung durch die Tier ärzt*in:  Abtasten des Halsbereichs bei bei Trachealkollaps. Die zu weichen Knorpelspangen getastet werden.

6. Therapien:

6.1 Medikamente:

  • Bei leichten Entzündungen des Rachenraums ist es oft ausreichend einen pflanzlichen Hustensaft zu verabreichen. Spitzwegerich, Thymian und Fenchel lösen den zähen Schleim. Starker Reizhusten wird durch Hustensaft mit Kodein unterdrückt.
  • Bei bakteriellen Lungenentzündungen werden zusätzlich Antibiotika verabreicht.
  • Bei viral verursachtem Husten sollten keine Antibiotika gegeben werden, da diese die Abwehr der Schleimhaut herabsetzen.
  • Abhängig von der Herzerkrankung erhält ihr Hund ACE-Hemmer, Beta- Blocker und Diuretika. Durch die Medikamente wird die Pumpleistung des Herzens verbessert.

6.2. Komplementär Therapien:

  • Homöopathie: Echinacea: die Abwehr der Schleimhaut der oberen Atemwege wird gestärkt. Bryonia: unterstützt das Aushusten von Schleim Belladonna: bei Husten mit Fieber Drosera: löst hartnäckigen, zähen Schleim Cocculus: fördert die Durchblutung der Koronargefäße des Herzens und unterstützt den Herzmuskel
  • Inhalationstherapie: gießen Sie Wacholder, Thymian und Rosmarin mit heißem Wasser auf. Setzen Sie den Hund in eine Transportbox und stellen sie die dampfende Flüssigkeit vor die Box. Vergewissern sie sich vorher, ob die Temperatur nicht zu hoch ist.

7. Wie Sie vorbeugen können:

  1. Schutz vor Parasitenbefall bieten Spot-on Präparate.
  2. Achten Sie auf ein gesundes Raumklima.
  3. Lassen Sie Ihren Hund gegen Zwingerhusten impfen.