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Kleine Hunde, große Zähne, ganz große Probleme

Vorbeugen: Putzen oder Kontrolle beim Zahnarzt


 
Weil ihre Zähne im Verhältnis zur Maulhöhle oft zu groß sind, haben kleingezüchtete Hunderassen viel öfter Zahnprobleme als große Hunde. Ein Gespräch mit Tierzahnarzt Dr. Georg Mahr.


 
Hunde haben viel öfter Zahnschmerzen als die Halter glauben, sagt Dr. Mahr. Sie zeigen die Schmerzen aber nicht. Deshalb sollte man auf Veränderungen im Verhalten achten. Wird ein früher immer fröhlicher Hund immer grantiger, kann das am dauernden Zahnschmerz liegen. „Sie glauben gar nicht, wie oft ein Hund der knurrend herein gekommen ist, die Ordination nach erfolgter Behandlung schwanzwedelnd verlässt“ erzählt Dr. Mahr aus der Praxis. „Ist ja auch kein Wunder, wenn der eitrige Zahn endlich raus ist. Das ist beim Hund nicht anders als beim Menschen.“
 
Besonders häufig sind chronische Zahnprobleme bei kleinen Hunden, die viel mehr Probleme mit der Mundhygiene haben als große Hunde. Dr. Mahr: „Die Selbstreinigung funktioniert oft nicht, weil die Zähne zu groß sind.“ Der Grund: Gerade kleine Hunderassen werden immer noch kleiner gezüchtet, um den Wünschen der Käufer entgegen zu kommen. Typischer Trend, der Taschenhund. Als Beispiel führt Mahr den Chihuahua an. Diese Rasse hatte früher so sechs bis acht Kilogramm. Heute kommen solche Hunde mit 1,5 bis 3 Kilo daher, um den Modetrends zu entsprechen. Das Pech ist, dass sich die Zahngröße nicht genauso schnell reduziert, wie die Körpergröße. Die Zähne bleiben groß, die Selbstreinigung funktioniert nicht mehr, Zahnbelag entsteht und die Paradontitis ist programmiert.
 
Das häufigste und erste Anzeichen, dass etwas nicht stimmt, ist der Mundgeruch. Dr. Mahr: „Das wird leider oft ignoriert. Viele Menschen sehen es als Normalzustand, wenn der Hund aus dem Maul schlecht riecht. Ist es aber nicht.“ Weitere Alarmzeichen: verfärbte Zähne und entzündetes und blutendes Zahnfleisch.
 
Eigentlich wäre wie beim Menschen regelmäßiges Zähneputzen angesagt. Weil viele Halter diese Mühe scheuen und die Hunde auch nicht gerade danach lechzen hilft nur der regelmäßige Besuch beim TierZahnarzt. Das Bewusstsein dafür sei zwar noch nicht wirklich gut, habe sich aber deutlich verbessert. „Heute kommt schon rund jeder zweite Patient ohne Überweisung durch einen Allgemeintierarzt direkt zum Zahnspezialisten“ konstatiert Dr. Mahr, weil sich die Halter viel mehr und spezifischer um die Gesundheit ihrer Tiere kümmern als früher.
 
Bei der Entfernung von Zahnstein unter Narkose und der Reinigung des Gebisses findet man dann häufig vorher verborgene Zahnschäden. Abgebrochene Zähne, Löcher oder entzündetes Zahnfleisch, alles Dinge, die in der modernen Tierzahnmedizin Routine sind. Das Angebot geht darüber wie in der Humanmedizin längst weit hinaus und reicht von der Korrektur von Fehlstellungen mittels Zahnregulierung bis hin zu Zahnimplantaten.  Dr. Mahr: „.“Je besser und vollständiger das Gebiss erhalten wird, umso höher die Lebensqualität. Und je früher der Patient bei mir ist, umso besser und effizienter kann geholfen werden.“

 

petdoctors-Experte Dr. Georg Mahr und www.tierzahn.at