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Gefahrenquellen in der Natur: wenn Hunde aus Lacken und Pfützen trinken

Stehende Gewässer/Parasiten/Giradien/Wurmeier/Leptospiren /Motoröl/Düngemittel - Update: 26. Oktober 2020

  • Ob Pfütze oder Lacke, Hunde lieben diese kleinen stehenden Gewässer. 
  • Sie trinken mit Freude daraus und verschmähen dafür das saubere Wasser in ihrer Schüssel. Sie fragen sich auch, warum das so ist?
  • Spaziergänge und Stöbern in der freien Natur machen durstig.
  • Nicht nur heißen Tagen ist das Wasser aus einer Pfütze am Weg ein willkommener Durstlöscher.
  • Ist das natürliche Wasser gesund oder lauern darin versteckte Gefahren?

1. Warum trinkt ein Hund aus Lacken und Pfützen?

  1. Regenwasser hat im Gegensatz zu Leitungswasser einen alkalischen pH-Wert. Es ist kein Chlor enthalten, das die Nase des Vierbeiners beeinträchtigt.
  2. Außerdem riecht es interessant nach Artgenossen, die nach dem Trinken das Wasser mit Harn markiert haben.
  3. Ein Hund wird durch die Gerüche angeregt, das Wasser zu schlabbern und seine eigene Markierung darin zu platzieren.

2. Warum Wasser aus stehenden Gewässern krank macht:

  • Auf Feldwegen ist das Wasser in der Regel mit Düngemitteln verunreinigt. Egal ob es sich um pflanzliche oder chemische Dünger handelt, kann das Trinken von verunreinigtem Wasser schwere Folgen für die Fellnase haben. Erbrechen und Durchfall treten auf, oft werden auch die Leber und die Nieren geschädigt. (Vergiftungen: hier weiterlesen.)
  • Befindet sich an der Oberfläche des Wassers ein silberner Film, ist die Lacke mit Motoröl verunreinigt. Trinkt ihr Hund daraus, sind blutige Magen- und Darmentzündungen die Folge.
  • Wurmeier und Wurmlarven gelangen durch den Kot anderer Tiere in das Wasser. Schlabbert der Hund aus der Pfütze, gelangen die Larven in dem Darmtrakt und entwickeln sich dort zu ausgewachsenen Parasiten. Einige Wurmlarven wandern bis in die Leber und die Lunge. Ihr Hund leidet unter chronischem Durchfall, magert ab und wird, durch den Entzug von Blut und Nährstoffen, anämisch.
  • Giardienzysten, die mit dem Kot erkrankter Tiere ausgeschieden werden, gelangen über das Regenwasser in Lacken und Pfützen. Die Einzeller besiedeln die Darmschleimhaut und verursachen immer wieder schleimige Durchfälle. Erst eine Therapie mit Wurmmitteln und Antibiotika, die über mindestens drei Zyklen durchgeführt werden muss, schafft Abhilfe. Die infizierten Tiere bleiben oft lebenslang Ausscheider.
  • Mit dem Harn können Leptospiren, spiralförmige Bakterien, in das Wasser gelangen. Inappetenz, hohes Fieber, Erbrechen und Durchfall treten auf. Die Leber und die Nieren werden durch eine Entzündung dauerhaft geschädigt. Rötlich gefärbter Harn wird abgesetzt. Für Welpen und Hunde mit einem schwachen Immunsystem verläuft die Leptospirose meistens tödlich. Ältere Hunde können durch eine Impfung geschützt werden, der Verlauf der Erkrankung ist bei geimpften Hunden wesentlich milder. Achtung: Leptospirose ist auch auf den Menschen übertragbar.

3. Wie man den Hund vom Trinken aus Lacken abhält: 

Für ein artgerechtes Hundeleben benötigt ein Hund Freilauf und die Möglichkeit, ausgiebig zu stöbern.

  1. Lassen Sie Ihren Hund, nicht wenn er frei läuft, nicht aus den Augen.
  2. Entdeckt ihr Hund eine Lacke, sollten Sie ihn sofort zurück rufen.
  3. Bieten Sie als Alternative zum Durstlöschen Wasser aus einer Hundetrinkflasche an.
  4. Lenken Sie Ihren Hund durch Leckerchen und Spiele von der Pfütze ab.

4. Lassen Ihren Hund nicht aus Lacken trinken!

Verhindern Sie konsequent das Trinken aus Pfützen. Die darin lauernden Krankheitserreger können schwere, manchmal auch tödlich verlaufende Krankheiten verursachen. Leider kommt es auch immer wieder vor, dass Hundefeinde Gift in das Wasser schütten.