Verbrennungsgefahr: Kerzenflammen ziehen Katzen magisch an [12|21]

(c) Photo: Miloslav Hamřík auf Pixabay
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Verhalten, Verbrennung, offenes Feuer, Kerzen, Duftkerzen, Erste Hilfe - News [10|12|21]

Kerzen mit offener Flamme ziehen Katzen magisch an. Schnell wird versucht, das flackernde Licht mit der Pfote zu fangen. Schmerzhafte Verletzungen sind die Folge. Duftkerzen bergen ein weiteres Risiko. Sie können die Lunge der Katze schädigen. Besondere Vorsicht ist bei industriell aus Hartparaffin gefertigten Kerzen mit chemischen Duftstoffen geboten. Viele Katzen vertragen Duftöle nicht. Vergiftungen, Übelkeit, Erbrechen und Durchfall können die Folge sein. ACHTUNG: Nadelbaumöle und Teebaumöl dürfen von Katzen keinesfalls   aufgenommen werden, sie können tödlich sein. 

1. Verbrennungen durch Kerzenflammen:

  • Schnurrhaare (Vibrissen)
  • Körperfell
  • Haut

Werden die Barthaare der Katze durch einen kurzen Kontakt mit der Flamme angesengt, hat die Katze keine Schmerzen. Sie leidet aber unter einem Orientierungsverlust, da die Tasthaare für die Wahrnehmung der Umgebung wichtig sind.

2. Je nach Schwere der Verbrennung spricht man von:

  • 1. Grad: die Haut ist gerötet und geschwollen, die Haare sind versengt
  • 2. Grad: Blasen sind deutlich sichtbar
  • 3. Grad: die Haut ist verkohlt

Bei leichten Verbrennungen wird die geschädigte Haut durch das Fell verdeckt.

3. Wie Katzen auf Verbrennungen reagieren:

  1. Die Katze zieht sich zurück
  2. Die Katze leckt die verbrannte Stelle (bei Duftkerzen besteht auch Vergiftungsgefahr, wenn die Katze das Wachs ableckt)
  3. Bei Verbrennung zweiten und dritten Grades bestehen gesundheitliche Risiken

4. Symptome

  1. Blutungen
  2. Die Oberfläche der Haut stirbt ab
  3. Bakterien siedeln sich an und verursachen Infektionen
  4. Sind mehr als 50 % der Haut verbrannt, hat die Katze keine Chance zu überleben
  5. Schock
  6. Die Katze ist aggressiv
  7. Schmerzen
  8. Giftige Stoffe aus der verbrannten Haut gelangen in das Blut (Überlkeit, Benommenheit etc.)

5. Erste Hilfe bei Verbrennungen:

  • Kühlung der verbrannten Haut mit fließendem Wasser. Achtung: Eiswasser darf nicht verwendet werden
  • Desinfektion von leichten Verbrennungen mit Wasserstoffperoxid
  • Sterile Wundauflage und lockerer Verband
  • Halskrause, damit die Katze nicht an der Wunde lecken kann
  • Immer eine Tierärzt*in aufsuchen: die Katze erhält Schmerzmittel. Wenn nötig wird der Kreislauf durch Infusionen gestützt

6. Das sollten Sie absolut vermeiden:

  • Aufstechen von Blasen erhöht die Gefahr einer Infektion
  • Brandsalbe auftragen
  • Puder oder Hausmittel anwenden

7. Vorsorge: wie Sie Brandwunden durch Kerzen vermeiden können:

  1. LED Kerzen, die keine Hitze abgeben, verwenden
  2. Kerzen für Katzen immer an unerreichbaren Stellen aufstellen
  3. Kerzen in einem schützenden Glas aufstellen, damit die Katze die Flamme nicht erreichen kann