Erste Hilfe Tipps bei Verletzungen von Katze und Hund

Überprüfen Sie immer zuerst Atmung, Herzschlag,Puls und die Kapillarfüllungszeit.

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Verletzungen, Erste Hilfe, Stürze, Bisse, Schusswunden, Verbrennungen, Vitalfunktionen - Update 16/09/20

  • Um bei Verletzungen Erste Hilfe leisten zu können, ist es wichtig, den Schweregrad der Verletzung zu beurteilen.
  • Äußere Verletzungen sind meistens gut sichtbar,
  • aber es können auch innere Verletzungen, wie Riss der Milz, Leber und Harnblase, oder Verletzungen des Zwerchfells vorliegen.

1. Überprüfen Sie immer zuerst die Vitalfunktionen 

2. Stürze und Autounfälle

Die bei dem Unfall freigesetzte Energie verursacht schwere innere Verletzungen, Knochenbrüche und Schürfwunden.

Meistens tritt auch ein Schockzustand ein, der

  • zu einer verringerten Durchblutung des Gewebes führt.
  • Atem- und Herzfrequenz sind erhöht,
  • die Schleimhäute blass,
  • Ihr Tier ist apathisch.
  •  Äußere Wunden bluten oft sehr stark. 

Die Verletzungen müssen rasch vor weiteren äußeren Einflüssen geschützt werden, um die Durchblutung des umliegenden Gewebes aufrechtzuerhalten. Am besten werden Nass-Trocken-Verbände angelegt.

Bevor Sie ein verletztes Tier versorgen, schützen Sie immer sich selbst vor Bissverletzungen. Bei Katzen genügt oft eine Decke bei Hunden eine Maulschlinge anlegen.

  • Bei Knochenbrüchen der Extremitäten verringert ein Stützverband den Schmerz. Dieser darf nur angelegt werden, wenn auch die Gelenke ruhiggestellt werden, zum Beispiel unterhalb des Knies, oder des Ellbogens.
  • Am Oberschenkel verstärkt ein Verband die Kräfte, die auf den Knochen einwirken, die Bruchenden verschieben sich gegeneinander. Verbände können mit Schienen verstärkt werden, um eine bessere Ruhigstellung zu erreichen.

2. Stichwunden und Bissverletzungen

Erfolgt der Biss direkt im Bereich von Brustkorb und Bauch, sind oft schwere Verletzungen der inneren Organe die Folge. Auch wenn die Haut unverletzt erscheint, ist eine sofortige Notversorgung ihres Tieres unerlässlich. (Für Österreich: petdoctors Tierarztverzeichnis & 24 h Notfallskliniken)

  • Bei Bisswunden und Stichen dringen Bakterien in den Wundkanal ein und
  • verursachen Entzündungen.
  • Gelangen die Bakterien in die Blutbahn, verteilen sie sich im gesamten Körper, eine Blutvergiftung ist die Folge.
  • DAHER IMMER ZUR TIERÄRZTIN oder ins TIERSPITAL bei Bissverletzungen

Katzenbisse sind meistens gefährlicher als Hundebisse, da die Keime aus der Mundhöhle über die spitzen Zähne direkt in die Tiefe transportiert werden. Die Wunde verschließt sich und die Bakterien finden optimale Vermehrungsbedingungen vor.

Stichwunden können z.B. beim Kauen an Ästen oder Knochen entstehen : Die Mundhöhle kann durch spitze Äste oder Knochensplitter verletzt werden. Meistens befinden sich die Einstichstellen am Rachendach. Werden nicht alle Holzreste entfernt, bilden sich Abszesse.

3. Schussverletzungen

  • Luftdruckgewehrkugeln bleiben meistens unter der Haut stecken,
  • Schrot dringt in tiefere Gewebeschichten ein.
  • Bauchschüsse müssen sofort behandelt werden, da bei Darmverletzungen Darminhalt in die Bauchhöhle gelangt und eine Entzündung des Bauchfells verursacht.
  • Lungenverletzungen können zu Luftansammlungen im Brustkorb und zu erschwerter Atmung führen.

Meistens müssen die Projektile nicht entfernt werden, da auch bei einer Operation Gewebeschädigungen entstehen. Kugeln werden nur entfernt, wenn sie in der Nähe von Gelenken liegen, da Blei den Gelenkknorpel schädigt. Ansonsten verkapseln sich die Projektile und verursachen keine weiteren Probleme.

4. Verbrennungen und Verätzungen

Hunde und Katzen vermeiden Feuer, daher treten direkte Verletzungen durch Flammen selten auf.

Brandwunden durch Kontakt mit heißen Herdplatten sollten

  • vor der Behandlung in der Tierarztpraxis mit feuchten Umschlägen versorgt werden.
  • Tragen Sie KEINE Salben auf die Brandwunde auf, damit das Gewebe nicht verklebt.

Sorgen sie nach dem Kontakt mit ätzenden Flüssigkeiten für

  • eine ausreichende Spülung der Wunde mit kühlem Wasser,
  • legen Sie einen feuchten Verband an und
  • bringen sie ihren Vierbeiner zu einem Tierarzt.
  • Nehmen sie, wenn möglich, eine Flasche mit der ätzenden Flüssigkeit mit, damit die Inhaltsstoffe direkt bekannt sind und
  • sofort mit einer entsprechenden Behandlung begonnen werden kann.

5. Tipps:

Besuchen sie einen Erste Hilfe Kurs für Tiere, um bei Notfällen rascher die richtigen Entscheidungen treffen zu können.

Bei Notfällen ist es wichtig, rasch erste Hilfe leisten zu können. Besuchen sie einen Erste Hilfe Kurs für Tiere, bevor etwas passiert. Fragen Sie in ihrer Tierarztpraxis oder Tierklinik, wann der nächste Kurs stattfindet.