Wenn Putzdrang zum Problem wird: die psychogene Alopezie der Katze [04|22]

Leckalopezie, Verhaltensstörung, Putztrieb, Stress, Therapie – Petdoctors.at [01|04|22]
(c) Photo: Dim Hou auf Pixabay
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Leckalopezie, Verhaltensstörung, Putztrieb, Stress, Therapie – News [01|04|22]

  • Putzdrang ist eine Verhaltensstörung
  • Verursacht wird die psychogene Alopezie durch Stress.
  • Die Katze reißt sich mit der Zunge Fell aus
  • Die Ursachen sind vielfältig und können vom Umzug bis zum Einzug eines neuen Haustiers reichen
  • So unterschiedlich wie die Ursachen sind auch die Therapiemöglichkeiten
  • Verhaltenstherapie, Homöopathie oder Aromatherapie können helfen, Stress zu reduzieren
  • Petdoctors MehrWissen [Atopische Dermatitis] [8 Ursachen für Schuppen] [Infektionen mit Pilzen] [Pododermatitis]

Welcher Therapieansatz auch immer gewählt wird, oberstes Ziel ist, den Lebensraum der gestressten Katze wieder spannungsfrei zu gestalten.

1. Psychogene Alopezie ist:

  • Zwangs- und Verhaltensstörung der Katze
  • Stubentiger zeigt übersteigerten Putztrieb und reißt sich dadurch selbst Haare aus
  • Hauptsächlich betroffen sind Stellen um Bauch, Innenschenkel und im Schwanzbereich
  • Beleckt sich die Katze über einen längeren Zeitraum, können sich die Stellen entzünden 
  • Männchen und Weibchen jeden Alters können davon betroffen sein 
  • Bei Rassekatzen wie Siam und Birma wird die Krankheit häufiger beobachtet

2. Warum die Katze dieses Verhalten zeigt:

  • Ursache ist vor allem stressbedingt: 
  • Veränderte Lebensumstände wie Umzug, neuer Partner, neues Haustier
  • Umgestellte oder neue Möbel
  • Streit mit anderen Haustieren
  • Zu wenig Rückzugsmöglichkeiten
  • Verlust eines geliebten Menschen oder einer Partnerkatze
  • Längere Abwesenheit der Bezugspersonen z.B. durch Urlaub oder Arbeit
  • Angst

Bevor psychogene Alopezie diagnostiziert werden kann, müssen andere Ursachen wie mögliche Allergien und Infektionen ausgeschlossen werden.

3. Diagnose der Leckalopezie:

  • Diagnostiziert wird Leckalopezie durch  eine Ausschlussdiagnose
  • Ausgeschlossen werden müssen: Pilzerkrankungen, Flohspeichel-Allergie und anderen Allergien wie Futtermittel- & Umweltallergien 
  • Lichtmikroskopische Untersuchung der Haarwurzel
  • Befragung über veränderte Lebensumstände oder etwaige Stressfaktoren durch die Tierärzt:in

4. Wie Sie Ihrer Katze helfen können:

1. Verhaltenstherapie:

  • Mithilfe eines ausgebildeten Tiertherapeuten kann man der Katze helfen, stressige Situationen besser zu bewältigen

2. Änderung der Haltungsbedingungen:

  • Mehr Rückzugsmöglichkeiten geben der Katze Sicherheit
  • Aufstellen zusätzlicher Katzentoiletten bei Katzenzuwachs reduziert Stress 

3. Pheromone:

  • Spezifische Duftstoffe, die über die Nase aufgenommen werden, erzeugen im Hirn ein stresslinderndes Signal

4. Kräuterbehandlungen:

  • Johanniskraut: wirkt gegen Angst und Stress
  • Baldrian: beruhigend und schlaffördernd
  • Melisse: lindert Angst und Stress
  • Passionsblume: angstlösende Wirkung
  • Kamille: beruhigend und angstlösend

5. Homöopathie:

  • Arsenicum album: für schreckhafte, ängstliche und unruhige Katzen
  • Belladonna: bei überempfindlichen Katzen
  • Ignatia: geeignet für gestresste Tiere
  • Pulsatilla: bei Angst und Stress durch Alleinsein,  vor allem bei weiblichen Tieren

6. Aromatherapie:

  • Ätherische Öle, die über Duftlampen oder-kissen, Auflagen oder Massagen angewendet werden können
  • Lavendelöl: beruhigend, wirkt ausgleichend
  • Rosenöl: beruhigend und harmonisierend
  • Rosmarinöl: beruhigend, hilft bei Stress
  • Zitronenmelisse: bei Angespanntheit und Unruhe
  • Psychopharmaka zur Normalisierung des Verhaltens
  • müssen über die Zeit wieder langsam ausgeschlichen werden 
  • Verhaltensstörung kann erneut auftreten

7. Psychopharmaka:

Psychopharmaka zur Normalisierung des Verhaltens müssen danach wieder langsam ausgeschlichen werden. Die 
Verhaltensstörung kann erneut auftreten

5. Fazit:

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie Sie Ihre Katze bei der Stressbewältigung unterstützen können. Nicht alles Genannte zeigt bei jeder Katze Wirkung. Seien Sie geduldig mit Ihrer Samtpfote. Generell gilt bei jeder Eingabe – seien es homöopathische Präparate oder Kräuter – vorab mit einer Tieraäzt:in zu besprechen.