Teilen, verschicken oder drucken Sie diesen Artikel

Mit dem Hautpilz ist nicht zu spaßen

Dermatomykosen und Dermatophytosen bei Katzen

Hautpilze sind in der gesamten Umwelt weit verbreitet. Viele Katzen tragen die Hautpilze im Fell und auf der Haut mit sich, ohne selbst Krankheitserscheinungen zu zeigen. Eine Übertragung auf andere Tiere oder Menschen ist immer möglich. Ist das Immunsystem der Katze geschwächt, treten sichtbare Symptome auf.

Die unterschiedlichen Formen von Hautpilz

  1. Dermatomykosen

Die Pilze siedeln sich ausschließlich auf der äußeren Haut der Katze an. Sie werden vor allem durch Pilze aus der Gattung Malassezia verursacht. Eine Übertragung auf den Menschen findet leicht statt.

  1. Dermatophytosen

Die Pilze, die zu den Gattungen Microsporum und Trichophyton zählen, befallen die Krallen und das Fell der Katze. Die Pilze besiedeln vor allem die oberste tote Hautschicht, die verhornte Haut.

Ursachen

Die meisten Erkrankungen werden durch Microsporum verursacht. Die Übertragung der Pilze erfolgt direkt von Katze zu Katze oder durch mit den Pilzen verunreinigte Gegenstände.

Welche Katzen besonders gefährdet sind

Am häufigsten erkranken junge Katzen und Tiere, die nur über ein geschwächtes Immunsystem verfügen. In Mehrkatzenhaushalten kann sich die Pilzinfektion besonders schnell ausbreiten.

Das Risiko für das auftreten einer Mykose wird erhöht durch:

  • Intensiven Kontakt mit infizierten Tieren
  • Alter (junge oder sehr alte Katzen)
  • Stress, der eine Schwächung des Immunsystems bewirkt
  • Medikamente: Kortison, Cytostatika
  • Infektionskrankheiten: FIV, FeLV, FIP
  • Befall mit Parasiten
  • Schlechte, nicht tiergerechte Ernährung
  • Wenig Bewegung

Was bei einer Pilzinfektion passiert

Kommt es zu einem Kontakt von Hautzellen und Pilzsporen, keimen die Sporen nach zwei Stunden aus. Es bildet sich ein Filament aus Pilzfäden, das sich immer weiter in der verhornten Hautschicht ausbreitet. Über die Öffnungen der Haarbälge gelangen die Pilzfäden bis zu den Haarwurzeln. Durch Keratinasen wird die Rindenschicht der Haare aufgelöst. Die Pilze dringen auch in die Haare ein. Wachsen die Haare weiter, besetzen die Pilze auch die Markschicht und beginnen, Sporen zu erzeugen. Eine Verbreitung der Pilzinfektion ist nur während der Wachstumsphase der Haare möglich.

Welche Symptome auftreten

Das Fell ist stumpf und glanzlos, die Haare fallen aus. Teilweise besteht ein starker Juckreiz. Vor allem Kopf, Beine, Rücken und Schwanz sind betroffen. Die Haut ist fettig und von Schuppen bedeckt. Breitet sich die Infektion in die Tiefe aus, entzünden sich auch die Haarfollikel und das Fettgewebe. Das Krallenbett ist gerötet. Auf der Haut werden kreisrunde, kahle Stellen mit einem weißen, schuppenden Rand sichtbar. Um den Juckreiz zu mildern, kratzen sich die Katzen. In den dabei entstehenden kleinen Verletzungen siedeln sich Bakterien an, die eitrige Entzündungen verursachen.

In seltenen Fällen bildet sich ein Kerion. Im Bereich von Nase und Pfoten entstehen entzündete Knoten, die exakt gegen die Umgebung abgegrenzt sind.

Wie die Diagnose gestellt wird

  • Woodsche Lampe: der von den Pilzen befallene Haarschaft leuchtet intensiv grün. Ein negatives Ergebnis ist nicht beweisend, da einige Pilzstämme keine Fluoreszenz zeigen. Falsch positive Ergebnisse können auch durch Shampoos oder salben verursacht werden.
  • Mikroskopische Untersuchung der Haare und Hautschuppen
  • Pilzkultur: Anzüchten der Pilze auf einem speziellen Nährboden
  • Spezialfärbungen

Die Therapie

Bei Pilzinfektionen kann eine Selbstheilung stattfinden. Diese kann bei langhaarigen Katzen aber bis zu vier Jahre dauern. Damit nicht andere Tiere oder Menschen infiziert werden, sollte immer eine Behandlung durchgeführt werden.

  • Durch Rasieren der befallenen Haare wird die Ausbreitung des Pilzes verhindert. Eine vollständige Rasur des Fells wird nicht durchgeführt, um Stress, Verletzungen der Haut und die Kontamination der Schermaschine und der Ordination mit Pilzsporen zu vermeiden.
  • Systemische Therapie mit Tabletten, die über einige Wochen eingegeben werden. Di systemische Therapie muss individuell auf jede Katze abgestimmt werden. Eine begleitende Kontrolle der Blutwerte sollte durchgeführt werden.
  • Behandlung der Umgebung und der Liegeflächen
  • Badelösungen, Salben und Cremen
  • Tauchbäder mit pilzabtötenden Substanzen werden alle fünf bis sieben Tage angewendet.
  • Es müssen immer alle Katzen in einem Haushalt behandelt werden, um neue Infektionen zu vermeiden.

Wie die Pilzsporen in der Umgebung vernichtet werden

  • Alle Gegenstände werden mit anitmykotischer Seife behandelt oder in fungizide Lösungen eingelegt.
  • Futterschüsseln werden durch Papierteller ersetzt
  • Wasser wird ausschließlich in Plastikschüsseln angeboten.
  • Dampfstrahler müssen eine Temperatur von mindestens 43 °Celsius aufweisen, um die Pilzsporen abzutöten.
  • Alle Tiere müssen vor der Behandlung aus dem Raum entfernt werden. Sie dürfen erst wieder hereingelassen werden, wenn alle Oberflächen getrocknet sind und das Zimmer gut gelüftet wurde.
  • Sämtliche Behandlungen müssen alle zwei Wochen wiederholt werden, bis die Therapie der Tiere beendet ist.

Wie lange eine Therapie durchgeführt werden muss

Die Behandlung der Katzen und der Gegenstände wird so lange wiederholt, bis alle Katzen zweimal im Abstand von zwei Wochen bei den Kontrolluntersuchungen einen negativen Befund erhalten haben.

Wie sie Mykosen vorbeugen können

Pflegen Sie das Fell der Katze regelmäßig und achten Sie auf eine gute Hygiene. Werden viele Katzen in einem Haushalt gehalten, können diese auch gegen bestimmte Mykosen geimpft werden. Geimpfte Katzen können die Hautpilze weiter auf andere Tiere und Menschen übertragen.

Behandlung durch einen Tierarzt

Da eine hohe Ansteckungsgefahr für den Menschen besteht, ist es wichtig, Katzen mit Mykosen von einem Tierarzt behandeln zu lassen.