Auf kranken Sohlen: Die Pododermatitis bei der Katze

Vor allem junge Katzen und Katzen mit unterdrücktem Immunsystem sind von der Pododermatitis betroffen.
(c) Foto: rihaij auf Pixabay
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Pfoten, gerötete entzündete Ballen, Zehenzwischenräume - News am 16/10/20

  • Intensives Lecken an Pfoten und Zehenzwischenräumen.
  • Gerörtete, entzündete Ballen und Zehenszwischenräume.
  • Vor allem junge Katzen und Katzen mit unterdrücktem Immunsystem sind von der Pododermatitis betroffen.
  • Die Pododermatitis tritt nur an den Ballen und in den Zwischenzehenräumen auf.
  • Die Ursachen sind nicht genau geklärt.

Ihre Katze hinterlässt beim Laufen immer wieder Blutflecken auf dem Teppich? Die leckt an den Pfoten und die Ballen sind schon über einen langen Zeitraum gerötet und entzündet? Dann könnte eine Pododermatits die Ursache für die Probleme sein.

1. Zur Anatomie der Ballen:

Die Ballen der Pfoten bestehen aus einer elastischen, dicken Hornschicht. Direkt darunter liegt ein Fettpolster, der bei Bewegungen als Stoßdämpfer dient. In dem Fettpolster befinden sich Rezeptoren, die Druck-, Berührungs- und Temperaturreize weiterleiten. Die Drüsenzellen in dem Fettpolster produzieren ein Sekret, das sich auf der Hornschicht ablagert. Durch das Sekret wird die Bodenhaftung der Pfoten erhöht.

2. Was bei einer Pododermatits passiert: 

Bei einer Pododermatitis ist die Hornhaut der Ballen ständig entzündet. Wandern Bakterien in das geschädigte Gewebe ein, entstehen eitrige Prozesse.

Häufig betroffen sind:

  • Junge Katzen
  • Katzen mit FIV
  • Katzen mit einer Erkrankung, durch die das Immunsystem unterdrückt wird

Bei der plasmazellulären Pododermatitis handelt es sich wahrscheinlich um eine Autoimmunerkrankung. Die genauen Ursachen konnten noch nicht geklärt werden. Die Pododermatits kann gut mit Kryotherapie behandelt werden.

3. Ursachen und Auslöser:

  • Bakterien
  • Viren
  • Parasiten
  • Pilze
  • Eosinophiler Granulom Komplex
  • Allergien
  • Insektenstiche
  • Fehlreaktionen des Immunsystems

Bei der echten Pododermatitis handelt es sich um eine plasmazelluläre Entzündung, die ausschließlich an den Ballen der Pfoten auftritt. Bei den anderen Ursachen sind auch andere Körperstellen betroffen.

4. Symptome und Verlauf: 

  1. Das körpereigene Immunsystem der Katze greift die Hornschicht der Ballen und den Fettpolster an.
  2. Die Drüsen bilden verstärkt Sekret.
  3. Das Ballenhorn wird weich und kann die tiefer liegenden Strukturen nicht mehr ausreichend schützen.
  4. Es bilden sich offene Geschwüre.
  5. Stellenweise sind die Ballen verhärtet.
  6. Jede Berührung und das Laufen sind schmerzhaft. 
  7. Die Katze hinterlässt beim Laufen immer wieder Blutflecken auf dem Teppich.

5. Diagnose:

Die Diagnose plasmazelluläre Pododermatitis kann durch eine Biopsie gestellt werden. Unter Narkose wird ein Stück des Ballens ausgestanzt. Bei der histologischen Untersuchung kann eine starke Vermehrung der Plasmazellen nachgewiesen werden.

6. Therapie

Behandlungen mit Kortison sind langwierig und mit starken Nebenwirkungen verbunden. Bei eitrigen Prozessen muss die Katze zusätzlich Antibiotika erhalten. Schmerzmittel verbessern das subjektive Empfinden. Eine Behandlung mit Salben ist schwierig, da die Katze die Pfoten sofort ableckt.

Kryotherapie:

Die plasmazelluläre Pododermatitis spricht gut auf eine Behandlung mit Kälte an.

  • Das Gewebe in den entzündeten Bereichen stirbt ab.
  • Da auch die Nervenenden zerstört werden, empfindet die Katze innerhalb von zwei Tagen keine Schmerzen mehr beim Laufen.
  • Bereits eingewanderte Bakterien werden durch die Kälte abgetötet.
  • Das abgestorbene Gewebe bildet eine schützende Schicht.
  • Dadurch kann sich kein dickes Narbengewebe bei der Heilung bilden.
  • Die Kryotherapie beeinflusst außerdem direkt das Immunsystem.
  • Meistens sind ein bis drei Behandlungen notwendig.

Hat die Kryotherapie auch Nebenwirkungen?

Sind bereits große Bereiche von der plasmazellulären Entzündung betroffen, muss auch die Kältebehandlung großflächig erfolgen. Dadurch sammelt sich im Gewebe der Ballen Flüssigkeit an. Die Wundheilung findet nur verzögert statt. Da die Schmerzen durch die Kryotherapie trotzdem sofort beseitigt sind, ist die Katze durch die Ödeme nicht weiter beeinträchtigt.

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