Welpen haben schwaches Immunsystem

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6 Phytotherapeutika zur Stärkung des Immunsystems

Phytotherapie/Immunsystem/Heilpflanzen/ Heilkräuter - update 02/04/20

  • Artikel von Dr. vet-med. Stefan Reischl
  • Angeborenes Immunsystem
  • Erworbene Immunität
  • Woduch das Immunsystem geschwächt wird
  • Welche Pflanzen und Kräuter das Immunsystem unterstützen und stärken 

 

Das Immunsystem ist ein Verteidigungssystem, das Ihr Tier vor schädlichen Umwelteinflüssen und Infektionserregern schützt. Dabei arbeiten das angeborene und das erworbene Immunsystem eng zusammen.

Angeborenes Immunsystem:  Versuchen Schadstoffe in den Körper einzudringen, müssen sie erst die Barriere von Haut oder Schleimhaut überwinden. Hinter dieser Schutzmauer befindet sich eine Vielzahl von Abwehrzellen, zum Beispiel Markophagen (Fresszellen), die die Eindringlinge beseitigen. 


Erworbene Immunität:  Ist es Schadstoffen gelungen, in den Körper einzudringen, setzt die erworbene Immunität ein. Lymphozyten erzeugen Antikörper, Gedächtniszellen werden gebildet. Bei einem weiteren Kontakt wird der Eindringling sofort identifiziert und unschädlich gemacht.

 

1. Wodurch das Immunsystem geschwächt wird:

  1. Körperliche Anstrengung kann das Immunsystem überfordern. Ihr Tier wird anfälliger für Durchfall und Erkältungen
  2. Mit zunehmendem Alter nimmt die Leistungsfähigkeit des Immunsystems ab
  3. Das Immunsystem eines Welpen ist noch nicht vollständig aufgebaut. Der erste Schutz erfolgt über Antikörper der Mutter, die über das Kolostrum an den Welpen weitegegeben werden. Durch Kontakt mit verschiedenen Allergenen baut sich das Immunsystem langsam auf.
  4. Durch Stress wird das Immunsystem geschwächt. Schmerzen, Verletzungen und Angst verursachen Stress.
  5. Zu heiße oder kalte Temperaturen: Um die innere Körpertemperatur aufrecht zu halten, wird viel Energie benötigt. Extreme Außentemperaturen überfordern den Körper.

 

2. Phytotherapie kann das Immunsystem stärken:

Zur Unterstützung der Schutzbarrieren und des Immunsystems werden ganze Pflanzen oder Pflanzenteile verwendet. Es werden sowohl traditionelle Heilpflanzen als auch Pflanzen, deren Wirkung durch wissenschaftliche Studien belegt ist, angewendet.


Beispiele für Pflanzen, deren Wirkung wissenschaftlich erwiesen ist:

1.  Sonnenhut - Echinacea purpurea:

Der Sonnenhut wurde bereits von den Ureinwohnern Amerikas zur Heilung von Wunden und bei fieberhaften Erkrankungen eingesetzt.

Anwendung: Echinacea purpurea kann innerlich zur Stärkung des Immunsystems und äußerlich für eine Verbesserung der Wundheilung angewendet werden. Vor allem in Herbst und Winter gehört der Sonnenhut zu den am häufigsten angewendeten Heilpflanzen.
Inhaltsstoffe: Die wichtigsten Inhaltsstoffe der Pflanze sind ätherische Öle, Glykoside (Echinacin, Echinacosid), Harzstoffe, Betain, Glukose, Inulin, Laevulose, Pentosan, Vitamin C und Alkylamide.
Wirkung: Die Pflanze regt das körpereigene Immunsystem an und verstärkt die Bildung von Makrophagen in Gewebe und Blut. In der Phytotherapie wird die Blüte verwendet, die antibakteriell, entzündungshemmend, schmerzstillend und immunstimulierend wirkt.

2.  Karotte – Daucus carota ssp.

Die Karotte ist ein schmackhaftes Gemüse, das viele gesunde Inhaltsstoffe enthält. Verwendet wird fast ausschließlich die Wurzel (Pfahlwurzel)

Anwendung: Geriebene Karotten werden oft zur Vorbeugung gegen Wurmbefall unter das Futter gemischt. Gekocht bei Verdauungsstörungen (Morosuppe) und Tonsillitis eingesetzt.
Inhaltsstoffe: Die meisten Inhaltsstoffe befinden sich in der Rinde. Beta- Carotin, Zucker, Selen, ätherische Öle, Flavonoide und Pektine.
Wirkung:  Durch die antibakterielle, spasmolytische und antioxidative Wirkung werden Karotten, roh oder gekocht, bei Verdauungsstörungen (Morosuppe) und Tonsillitis eingesetzt. Der hohe Gehalt an Vitamin A unterstützt die Funktion der Netzhaut und den Sehnerv. Sehschärfe und Dämmerungssehen werden verbessert. Im Darm fördert die Karotte die natürliche Bakterienflora. Sie erzeugt ein Milieu, in dem sich Würmer und Giardien nicht an der Schleimhaut festsetzen können, sondern ausgeschieden werden. 

3.  Schwarzer Tee – Theaceae

Verwendung finden die fermentierten und getrockneten Blätter der Teepflanze, die viele wertvolle Inhaltsstoffe enthalten.

Anwendung: Als Tee
Inhaltsstoffe: Koffein und Theobromin wirken anregend bei Leistungsschwäche. Theophyllin entspannt die glatte Muskulatur der Bronchien und erleichtert die Atmung. Sekundäre Pflanzenstoffe, wie Flavonole und Flavone, unterstützen als Antioxidantien das Immunsystem.
Wirkung:  Schwarzer Tee wird harntreibend, entzündungshemmend, antiviral und antibakteriell. Die Leberfunktion wird unterstützt. Das Risiko für die Entstehung von Tumoren sinkt.

 

Beispiele für traditionelle Heilpflanzen:

1.  Baldrian – Valeriana officinalis

Anwendung: Baldrian ist das am häufigsten verwendete Phytotherapeutikum bei Nervosität und Stress. Verwendet wird hauptsächlich die Wurzel.
Inhaltsstoffe: Für die beruhigende Wirkung sind Sesquiterpene verantwortlich, die die Funktion der GABA- Rezeptoren und die Erregungsmodulation beeinflussen. Der Geruch entsteht durch Alkaloide und ätherische Öle (Monoterpene), die sich zu Valeriansäure abbauen.
Wirkung:  Baldrian wirkt entspannend, anxiolytisch (angstlösend), beruhigend. Das Immunsystem wird durch den Abbau von Stress unterstützt.

2.  Birke – Betual

Die Weißbirke und die Moorbirke werden bereits seit Jahrhunderten als Heilpflanzen eingesetzt. Schon die Kelten und Germanen verehrten den heilbringenden Baum. Die Zweige wurden von den Druiden bei Weihen eingesetzt.

Anwendung:  In der Phytotherapie finden vor allem die Blätter Verwendung,
Inhaltsstoffe: Die Blätter enthalten die Flavonoide, Gerbstoffe, Saponine, ätherische Öle und Vitamin C.
Wirkung:  Birkenblätter wirken harntreibend (diuretisch), saluretisch (die Ausscheidung von Natrium, Kalium und Chlor wird gefördert), antipyretisch (fiebersenkend) und entzündungshemmend. Sie werden vor allem zur Heilungsförderung bei Erkrankungen der Harnwege, Hautentzündungen mit Schuppenbildung, schlecht heilenden Wunden und Arthritis eingesetzt.

3.  Knoblauch – Allium sativum

Anwendung: Bei Tieren darf Knoblauch nur äußerlich bei eitrigen Wunden, Insektenstichen, Warzen und Arthritis angewendet werden.ACHTUNG:  Innerlich angewendet ist Knoblauch giftig, da die Wirkstoffe die Zersetzung der roten Blutkörperchen verursachen. Bereits 5 g / kg Körpergewicht sind tödlich.
Inhaltsstoffe: Knoblauchzehen enthalten Allicin, Fructane und hohe Mengen an Selen.
Wirkung

Die Zehen wirken antibakteriell, antimykotisch und antiviral. Die enthaltenen Antioxidantien unterstützen das Immunsystem. Das Risiko für die Entstehung von Tumoren wird verringert.

Ajoen löst Thromben auf und fördert den Blutfluss.

 

Alle Pflanzen können einzeln als Monotherapeutika, oder in Kombination mit anderen Heilpflanzen eingesetzt werden.

Lassen sie sich vor der Anwendung von Phytotherapeutika von einem Tierarzt beraten, um schwere Nebenwirkungen zu vermeiden.

 

petdoctors Experte Dr. Stefan Reischl

ist mit Herz und Seele Tierarzt. Geboren in der Steiermark, auf einem kleinen Bauernhof aufgewachsen, wusste er schon sehr früh, dass er Tierarzt werden wollte. Im ersten Schritt maturierte er an der renommierten HBLA für alpenländische Landwirtschaft in Raumberg-Trautenfels. Anschließend absolvierte er sein Studium und schloss es mit dem Doktorat in Med. Physik an der Vet. med. Uni Wien ab. 2001 eröffnete er seine Ordination in Wien Währing und begann sich schon sehr früh sich mit Methoden der Komplementärmedizin auseinander zu setzen. Zahlreiche Fortbildungen im In- und Ausland folgten. Neben der Schulmedizin setzt er Komplementärmedizin, insbesonders Phytotherapie zur Behandlung seiner PatientInnen ein. Sein umfangreiches Wissen aus Theorie und Praxis teilt Tierarzt Dr. Reischl mit den Userinnen und Usern auf petdoctors.at.