Hundemalaria nach Zeckenstich: nach 7 bis 21 Tagen erste Symptome [06|22]

Vermeiden Sie Spaziergänge in Gegenden, in denen die Hundemalaria häufig auftritt
(c) Foto Sven Lachmann auf Pixabay
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Hundemalaria, Babesiose, Auwaldzecke, Braune Hundezecke, Igelzecke, Babesia canis - Update [01/06/22]

  • Hundemalaria (Babesiose) wird von 3 Zeckenarten übertragen. 
  • Eine davon ist Auwaldzecke, die den einzelligen Parasiten, Babesia canis, überträgt
  • Ohne Behandlung bei schwerem ist Hundemalaria (Babesiose) tödlich 
  • Blutparasiten zerstören die roten Blutkörperchen 
  • Chemische Präparate können schützen: Spot-on Präparate, Tabletten, Scalibor Halsband
  • Gegen die Babesiose gibt es eine Impfung.

1. Ursachen der Hundemalaria (Babesiose):

Babesien sind einzellige Parasiten, die von Zecken übertragen werden. Drei Zeckenarten übertragen Babesien:

  1. Babesia canis: Auwaldzecke – Dermacentor reticulatus
  2. Babesia vogeli: Braune Hundezecke – Rhipicephalus sanguineus
  3. Babesia vulpes: Igelzecke – Ixodes hexagonus

2. Übertragung 48-72 Stunden nach dem Stich:

  • Aktivierte Babesien können von der Auwaldzecke auch schon nach 12 Stunden übertragen werden.
  • Saugt eine Zecke Blut von einem infizierten Hund, entwickeln sich im Darm der Zecke geschlechtsreife Babesien, die über die Eierstöcke an die Nachkommen der Zecke weitergegeben werden.
  • Auch durch blutige Bissverletzungen ist eine Übertragung von Hund zu Hund möglich.

3. Was nach der Infektion passiert:

  1. Sobald die Zecke einen Hund sticht, werden die Sporozoiten der Babesien, die sich im Nervensystem der Zecke befinden, aktiviert.
  2. Die Sporozoiten wandern in die Speicheldrüsen der Zecke und werden während des Saugaktes an den Hund übertragen.
  3. Die Sporozoiten befallen die Erythrozyten (roten Blutkörperchen) des Hundes und vermehren sich.
  4. Sobald die Blutkörperchen zerstört sind, werden die Babesien freigesetzt und können neue Blutzellen befallen. 

Während der Akut-Phase-Reaktion sind die Entzündungswerte im Blut erhöht. Das C-reaktive Protein steigt stark an. Die Anzahl der Leukozyten- (weiße Blutkörperchen) und Thrombozyten (Blutplättchen) ist verringert. Der Blutdruck sinkt. Das Immunsystem Ihres Hundes bildet Antikörper, die mit der Bekämpfung der Babesien beginnen.

Da nicht alle Erreger abgetötet werden, geht der akute in einen chronischen Verlauf über. Die infizierten Hunde bilden lebenslang ein Erregerreservoir.

4. Symptome der Hundemalaria:

Häufig treten keine oder nur unspezifische Beschwerden auf. Wird die Babesiose nicht erkannt, verbreitet Ihr Hund die Parasiten weiter.

Nach 7 bis 21 Tagen zeigen einige Hunde erste Krankheitssymptome:

  • Fieber
  • Teilnahmslosigkeit
  • Das Futter wird verweigert
  • Abmagerung
  • Anämie
  • Ikterus: gelbe Verfärbung der Schleimhäute
  • Der Harn ist dunkel verfärbt
  • Blutungen auf der Haut und den Schleimhäuten werden sichtbar
  • Milz und Leber sind vergrößert
  • Entzündungen der Cornea
  • Ablösung der Netzhaut

4. Diagnose der Erkrankung

Bei akutem Verlauf können die Babesien im Blut Ihres Hundes nachgewiesen werden. Bei chronischem Verlauf ist ein Nachweis der Parasiten schwierig. In diesem Fall werden die Antikörper im Blut bestimmt.

6. Therapie

  1. Durch Antiprotozoika (Imidocarbdiproprionat und Phenamidin) werden die Parasiten abgetötet.
  2. Ist die Anämie stark ausgeprägt, benötigt Ihr Hund eine Bluttransfusion.
  3. Infusionen stabilisieren den Flüssigkeitshaushalt.

7. Prognose bei leichtem, schwerem und chronischem Verlauf

Die Hundemalaria kann in leichten Fällen spontan ausheilen. Meistens entsteht ein chronischer Verlauf ohne Symptome. Bei einem schweren Verlauf fällt der Hund ohne Behandlung in ein tödliches Koma.

8. Wie Sie vorbeugen können:

  1. Vermeiden Sie Spaziergänge in Gegenden, in denen die Hundemalaria häufig auftritt
  2. Verabreichen Sie vor Reisen in betroffene Länder ein Medikament, das einen schweren Krankheitsverlauf verhindert. Lassen Sie sich bezüglich des Medikamentes von Ihrem Tierarzt beraten.
  3. Schützen Sie Ihren Hund vor Zecken durch Spot-on Präparate, Tabletten oder ein Scalibor Halsband. 
  4. Entfernen Sie Zecken nach Spaziergängen immer sofort, um das Risiko einer Übertragung von Erregern zu verhindern
  5. Hunde, die sich häufig in Gebieten mit infizierten Zecken aufhalten, sollten gegen die Babesiose geimpft werden.

8. Zusammenfassung

Die Babesiose, Hundemalaria oder Piroplasmose, ist eine parasitäre Erkrankung, die durch den Stich der Zecke übertragen wird. Lassen Sie Ihren Hund immer von einer Tierärzt:in untersuchen, da die Krankheit bei schwerem Verlauf ohne Behandlung tödlich endet. Die Babesiose des Hundes wird nicht auf den Menschen übertragen.