Hundemalaria kann ohne Behandlung tödlich verlaufen.
(c) Foto Sven Lachmann auf Pixabay

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3 Arten von Zecken übertragen den Hundemalaria Erreger: Babesia canis

Auwaldzecke/Braune Hundezecke/Igelzecke/Babesia canis/Blutparasit - News am 13. September 2020

  • Hundemalaria wird von Zecken übertragen. 
  • Zecken können beim Saugakt verschiedene gefährliche Erreger übertragen. Einer davon ist Babesia canis.
  • Ohne Behandlung verläuft die Erkrankung bei schwerem Verlauf tödlich 
  • Blutparasiten zerstören die roten Blutkörperchen 
  • Chemische Präparate schützen vor dem Stich der Zecken: Spot-on Präparate, Tabletten oder ein Scalibor Halsband
  • Hunde, die sich häufig in Gebieten mit infizierten Zecken aufhalten, sollten gegen die Babesiose geimpft werden.

1. Ursachen für Hundemalaria (Babesiose)

Babesien sind einzellige Parasiten, die von Zecken übertragen werden.
Folgende Zeckenarten übertragen Babesien:

  1. Babesia canis: Auwaldzecke – Dermacentor reticulatus
  2. Babesia vogeli: Braune Hundezecke – Rhipicephalus sanguineus
  3. Babesia vulpes: Igelzecke – Ixodes hexagonus

Die Übertragung erfolgt 48 bis 72 Stunden nach dem Stich der Zecke. Aktivierte Babesien können von der Auwaldzecke auch schon nach 12 Stunden übertragen werden.

Saugt eine Zecke Blut von einem infizierten Hund, entwickeln sich im Darm der Zecke geschlechtsreife Babesien, die über die Eierstöcke an die Nachkommen der Zecke weitergegeben werden.

Eine Übertragung der Hundemalaria ist auch durch blutige Bissverletzungen möglich.

2. Was nach der Infektion passiert:

  1. Sobald die Zecke einen Hund sticht, werden die Sporozoiten der Babesien, die sich im Nervensystem der Zecke befinden, aktiviert.
  2. Sie wandern in die Speicheldrüsen und werden während des Saugaktes an den Hund übertragen.
  3. Die Sporozoiten befallen die Erythrozyten (roten Blutkörperchen) und vermehren sich.
  4. Sobald die Blutkörperchen zerstört sind, werden die Babesien freigesetzt und können neue Blutzellen befallen. 

Während der Akut-Phase-Reaktion sind die Entzündungswerte im Blut erhöht. Das C-reaktive Protein steigt stark an. Die Leukozyten- (weiße Blutkörperchen) und Thrombozytenzahl (Blutplättchen) ist verringert. Der Blutdruck sinkt. Das Immunsystem Ihres Hundes bildet Antikörper, die mit der Bekämpfung der Babesien beginnen.

Da nicht alle Erreger abgetötet werden, geht der akute in einen chronischen Verlauf über. Die infizierten Hunde bilden lebenslang ein Erregerreservoir.

3. Symptome der Hundemalaria

Häufig treten keine oder nur unspezifische Beschwerden auf. Wird die Babesiose nicht erkannt, verbreitet Ihr Hund die Parasiten weiter.

Nach sieben bis 21 Tagen zeigen einige Hunde erste Krankheitssymptome:

  • Fieber
  • Teilnahmslosigkeit
  • Das Futter wird verweigert
  • Abmagerung
  • Anämie
  • Ikterus: gelbe Verfärbung der Schleimhäute
  • Der Harn ist dunkel verfärbt
  • Blutungen auf der Haut und den Schleimhäuten werden sichtbar
  • Milz und Leber sind vergrößert
  • Entzündungen der Cornea
  • Ablösung der Netzhaut

4. Diagnose der Erkrankung

Bei akutem Verlauf können die Babesien im Blut Ihres Hundes nachgewiesen werden. Bei chronischem Verlauf ist ein Nachweis der Parasiten schwierig. In diesem Fall werden die Antikörper im Blut bestimmt.

5. Therapie

Durch Antiprotozoika (Imidocarbdiproprionat und Phenamidin) werden die Parasiten abgetötet. Ist die Anämie stark ausgeprägt, benötigt Ihr Hund eine Bluttransfusion. Infusionen stabilisieren den Flüssigkeitshaushalt.

6. Prognose bei leichtem, schwerem und chronischem Verlauf

Die Hundemalaria kann in leichten Fällen spontan ausheilen. Meistens entsteht ein chronischer Verlauf ohne Symptome. Bei einem schweren Verlauf fällt der Hund ohne Behandlung in ein tödliches Koma.

7. Wie Sie vorbeugen können:

  1. Vermeiden Sie Spaziergänge in Gegenden, in denen die Hundemalaria häufig auftritt
  2. Verabreichen Sie vor Reisen in betroffene Länder ein Medikament, das einen schweren Krankheitsverlauf verhindert. Lassen Sie sich bezüglich des Medikamentes von Ihrem Tierarzt beraten.
  3. Schützen Sie Ihren Hund vor Zecken durch Spot-on Präparate, Tabletten oder ein Scalibor Halsband. 
  4. Entfernen Sie Zecken nach Spaziergängen immer sofort, um das Risiko einer Übertragung von Erregern zu verhindern
  5. Hunde, die sich häufig in Gebieten mit infizierten Zecken aufhalten, sollten gegen die Babesiose geimpft werden.

8. Zusammenfassung

Die Babesiose, Hundemalaria oder Piroplasmose, ist eine parasitäre Erkrankung, die durch den Stich der Zecke übertragen wird. Lassen Sie Ihren Hund immer von einem Tierarzt untersuchen, da die Krankheit bei schwerem Verlauf ohne Behandlung tödlich endet.