Sie befällt Hunde auch in en Wintermonaten
(c) Insubria auf Pixabay

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Auwaldzecken sind bis zu 0° Celsius aktiv und können Hundemalaria auslösen!

Parasit/Dermacentor reticulatus/Schildzecke/Babesia canis/Hundemalaria - News am 11. September 2020

Seit 1995 ist die Auwaldzecke auch in Deutschland und Österreich verbreitet. Durch den Klimawandel und die milderen Winter breitet sich diese Zeckenart immer weiter nach Norden aus. Sie ist allerdings nicht so flächendeckend verbreitet wie der gemeine Holzbock. 

1. Beschreibung von Dermacentor reticulatus - der Auwaldzecke

Sie gehört zu den Schildzecken. Sie ist fünf bis 16 Millimeter große und besitzt ein marmoriertes Rückenschild.

  • Sie hält sich vor allem auf offenen Flächen und Waldlichtungen auf und jagt aktiv.
  • Die Auwaldzecke kommt sowohl in Trockengebieten als auch Überschwemmungsgebieten lokal vor.
  • Sie sind bis zu Temperaturen von 0° Celsius aktiv.
  • Sie befallen daher Hunde auch in den Wintermonaten.
  • In den warmen Monaten Juni bis August ist diese Zecknart weniger aktiv. 

Weibliche Zecken saugen bis zu acht Tage Blut und erreichen dabei eine Größe von bis zu zwei Zentimetern. Auf dem Wirt findet auch der Paarungsakt mit dem kleineren Männchen statt. Die Eier werden im Frühjahr in den Boden abgelegt.

2. Wie Auwaldzecken ihre Wirte befallen:

Auwaldzecken jagen aktiv. Sie lauern auf Grashalmen, Kräutern und Stauden in bis zu 1,5 Metern Höhe und warten auf einen vorbeikommenden Wirt.

Nehmen die Zecken eine Beute wahr, beginnen sie, sich aktiv auf diese zuzubewegen. Die erwachsene Zecke kann bis zu zwei Jahre ohne Blutnahrung überleben.

3. Welche Wirte bevorzugt befallen werden: 

Erwachsene Zecken befallen vor allem Rinder, Schafe, Pferde, Wildschweine, Rehe, Damwild und Rotwild und Hunde, die in den Revieren unterwegs sind. Die noch in der Entwicklung befindlichen Nymphen und Larven saugen Blut vor allem an kleinen Säugetieren. Menschen werden nur selten von der Auwaldzecke gestochen.

4. Krankheitserreger, die von der Auwaldzecke übertragen werden: 

Vor allem Hunde sind durch die Auwaldzecke gefährdet. Sie überträgt Babesia canis, einen einzelligen Parasiten, der die Hundemalaria (Babesiose) verursacht. 

  • Bei Menschen lösen die Babesien keine Erkrankungen aus. Der Stich der Zecke hat aber unangenehme Folgen.
  • Während des Saugaktes werden Toxine abgegeben, die Schwellungen und ein taubes Gefühl an der Einstichstelle verursachen.

In Deutschland sind 50 Prozent der Auwaldzecken auch mit Rickettsien infiziert.

  • Diese Bakterien verursachen bei Menschen Fieber und Herzmuskelentzündungen.

Da auch Auwaldzecken das FSME Virus übertragen können, sollten Sie sich nach einem Stich immer an einen Arzt wenden.

5. Zusammenfassung

Die Auwaldzecke bevorzugt die kälteren Monate des Jahres, um auf die Jagd nach geeigneten Wirten zu gehen. Erwachsene Zecken sind besonders widerstandsfähig. Sie können Frost überdauern und auch lange ohne Blutmahlzeit überleben. Bei Hunden löst die Zecke die gefährliche Hundemalaria aus.