Hängendes Auge: das ein- oder beidseitige Horner Syndrom der Katze [01|23]

Augen, Gesichtsbereich, Nervus sympathicus, Tumor, Otitis media, Rückenmark, Bandscheiben, Trauma, Blutgerinnsel, Rückenmarkinfarkt, Idiopathisches Horner Syndrom, Hypothyreose - Petdoctors [13|01|23]
(c) Photo: JenniferStr auf Pixabay
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Augen, Gesichtsbereich, Nervus sympathicus, Tumor, Otitis media, Rückenmark, Bandscheiben, Trauma, Blutgerinnsel, Rückenmarkinfarkt, Idiopathisches Horner Syndrom, Hypothyreose - News [13|01|23]

  • Das Horner Syndrom wird auch als hängendes Auge bezeichnet
  • Die Augen und die Gesichtsmuskeln sind von einer Nervenschädigung betroffen
  • Der Nervus sympathicus, der den Augenbereich versorgt, ist geschädigt
  • Das Horner Syndrom kann einseitig oder beidseitig auftreten

Das Horner Syndrom ist keine Erkrankung, sondern eine Ansammlung verschiedener Symptome. Verursacht kann es durch ganz unterschiedliche Erkrankungen werden.

1. Symptome:

  1. Schiefhaltung des Kopfes
  2. Verstärkter Speichelfluss
  3. Das Augenlid hängt auf einer Seite herunter
  4. Ataxie
  5. Die Pupillen sind ungleich groß
  6. Miosis: auf der betroffenen Seite ist die Pupille verengt
  7. Das dritte Augenlid fällt vor
  8. Entzündung des Auges
  9. Das betroffene Auge ist eingesunken

3. Was beim Horner Syndrom passiert:

Ist das sympathische Nervensystem durch ein Trauma oder eine Erkrankung nicht funktionsfähig, werden die Aufgaben von dem parasympathischen System übernommen. Dabei treten die Symptome des Horner Syndroms auf.

Über das sympathische Nervensystem:

  • Der Sympathikus ist für Reaktionen in gefährlichen Situationen verantwortlich.
  • Nimmt die Katze eine Gefahr wahr, erweitern sich die Pupillen, um die Umgebung besser sehen zu können.
  • Das Herz schlägt schneller, die Muskeln sind angespannt.
  • Im Gegensatz zu diesen Reaktionen ist der Nervus parasympathicus für das Ausruhen und die Verdauung verantwortlich. Er ermöglicht eine Erholung des Körpers.

Unterschieden werden 3 verschiedene Läsionen *) 

  1. Läsionen erster Ordnung: Neuronen erster Ordnung im Gehirn oder dem Ganglion spinale im Rückenmark wurden durch Traumata, Embolien, Schlaganfälle, Bandscheibenvorfälle oder Tumoren geschädigt.
  2. Läsionen zweiter Ordnung: die Neuronen zweiter Ordnung sind motorische Neuronen, die durch Traumata am Rumpf oder Tumore geschädigt werden.
  3. Läsionen dritter Ordnung: häufigste Form. Tritt bei Mittelohrproblemen und Erkrankungen des Vestibulärapparats auf.

*) Unter einer Läsion versteht man eine Verletzung oder eine Störung der Funktion eines Organs oder Körperglieds

5. Therapie:

Die Behandlung ist von den Ursachen und der aufgetretenen Symptome abhängig. Die Behandlung der Grunderkrankung steht immer im Vordergrund.

  1. Augentropfen
  2. Schmerzmittel
  3. Chirurgie

6. Prognose:

Die Prognose ist abhängig von den Ursachen und den bereits bestehenden Schädigungen des Nervensystems. Die Ausheilung von Schädigungen der Nerven kann bis zu 16 Wochen dauern. Irreversible Schädigungen der Nerven führen zu dauerhaften Funktionsstörungen.

Das idiopathische Horner Syndrom kann nach einigen Monaten von selbst verschwinden.